Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

kustel, küstel, f.

kustel, küstel, f.
der fruchtzapfen der tannen und fichten Adelung ('im gemeinen leben einiger gegenden'), er gibt die umlautform, wie Schm. 2, 340 küstel, köstel, ohne angabe der landschaft, vermutlich aus dem nördl. Franken; denn heimisch ist es auf dem Thüringer walde, doch ohne umlaut, s.kusteldarre, ↗kustelsteiger. Es ist eine verkleinerung alter art und setzt ein kuste oder kust f. voraus. nun heiszen in Tirol jene fruchtzapfen kusen Schöpf 354, sg. kûs f. Fromm. 6, 433, wovon kuste als weiterbildung erscheint (s. z. b. kisse 3); kuse, kusel aber ist ebenda und anderwärts kuh oder kalb in liebkosender benennung (Schöpf 354, s.kusel), der tannzapfen aber heiszt md. eben auch kuhmutsche u. ä., d. h. kälbchen, kühchen (s.kuh 7, b), wie in Tirol kue, nordfränk. kuh, sodasz auch kustel eigentlich kühchen, kälbchen sein wird.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2878, Z. 59.

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Zitationshilfe
„küstel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BCstel>, abgerufen am 10.05.2021.

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