Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

küsterin, fem.

küsterin, fem.
zu küster.
1)
mhd. küsterîn, noch in voller alter bedeutung als hüterin (s. unter küster 2, a), bildlich:
wan aller tugenden küsterîn
ist diemuot und sol immer sîn.
Renner 139ᵃ.
in nonnenklöstern die dem küster in mönchsklöstern entsprechende würde (s. Lexer 1, 1803, Keisersb. bei Scherz 222): custrix, gustrinn. Mones anz. 8, 251ᵃ, vgl. Dief. 164ᶜ unter custrix, wo auch cüsterin, kosterin, kusterinne, kustrin, in einer speiseordnung des nonnenklosters Lausnitz ende 15. jahrh. auch noch custorin neben custerin, kosterin (correspondenzbl. des gesamtvereins der d. gesch. vereine 1867 s. 25); die sorgsam kusterin die in (den geistl. menschen) zuͦ mettin auf weckt. Keisersberg has im pf. a iijᵇ, s.küster 2, b gleich glöckner.
2)
die frau des küsters (s.küsterfrau): in dem andern zimmer traf er den küster, die küsterin und die magd. Immermann Münchh. 1, 203. 205;
ihre selige mutter, die küsterin.
Voss siebz. geburtst. 63;
und dasz ihr sie (die freude) findet, alt und jung ...
die stallmagd wie die bäckerin,
die pfarrfrau wie die kusteri,
wünscht allen Hans Martin
Usteri (dicht. 3, 71).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2882, Z. 1.

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Zitationshilfe
„küsterin“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BCsterin>, abgerufen am 10.05.2021.

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