Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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kutschen

kutschen,
zu kutsche,
1)
in der kutsche fahren, schon im 16. jahrh.: so oft eilends verreisen und davon kutschen müssen. M. Neander vom seligen absterben derer, so jung in der jugend sterben (Erfurt) 1588 C ij; sie kutzscheten fünf viertel stunden auf ziemlichen ebenen wege fort. Darbennime 131; sie kutzscheten den berg hinauf. 308, 742 (zur schreibung s.kutsche 2, c, β); unser wagen fuhr voraus. da wir aber kaum eine stunde gekutscht hatten. irrgarten 251;
sonntag kommt es gekutscht und getrabt aus städten und dörfern.
Voss idyll. 1801 s. 86 (die freigel. v. 117);
flieht arbeit, wie die helle pest,
und kutschet nur von fest zu fest.
Langbein ged. (1788) 324.
2)
vom kutscher, die kutsche führen: kutschen oder kutschiren können, kutsche und pferde zu regieren wissen. Ludwig 1093; du fährst, fuhr sie zum kutschenden fort, den schlechten weg hin, wir nehmen den fuszpfad durchs thal. Göthe 21, 166 (wanderj. 1, 9), es ist der postillon s. 165. schwed. kuska.
3)
es ist doch im leben nicht eigentlich gebräuchlich, lieber kutschieren. Stieler 1050 kannte es nur in zusammensetzungen, ankutschen, fortkutschen, hin- und herkutschen, wegkutschen u. a.; s. aucheinkutschen, in die kutsche setzen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2888, Z. 57.

kutschen

kutschen,
zu kutscheln stimmend, auf der Eifel sich kutschen, sich zusammenkauern Schmitz 227ᵇ (kutsch f., kinderbett), aber auch dem franz. bereiche entrückt ostpreusz. kutschen tief im bette liegen, sich einkutschen, sich ins bett einwickeln Hennig 140, Bock 29 (Fromm. 3, 213), vgl. das tirol. gutschen vorhin und zips. zukotschen zudecken, siebenb. kotschen Schröer 72ᵇ, kütschen, einkötschen einhüllen nachtr. 37ᵃ. Mit leichter wandelung des auslauts schlesisch sich einkuschen ins bett, auch kuschern, einkuschern, einschläfern, überhaupt zart und sorgsam behandeln Weinhold 49ᵇ, und mit andrer anlautstufe hûschern, einhûschern, einhüllen, zusammenkauern 38ᵇ, auch sonst md., z. b. sächs. kuschern und huschern, huscheln (vgl. bair. hutschen schaukeln), wo denn deutlich alter heimischer grund sichtbar wird, vgl.gautsche, und kauzen sp. 371.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2888, Z. 43.

kütschen

kütschen,
gleich hutschen: attae, die da kütschen, die füsz (beim gehen) nit aufheben. dict. lat.-germ. Frkf. 1610 s. 340.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2889, Z. 1.

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Zitationshilfe
„kütschen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BCtschen>, abgerufen am 14.08.2020.

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