Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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kutter, m.

kutter, m.
enghalsiges gefäsz, baucalium, gillo, guttus Stieler 1050, kutter oder kuttorf, schnatriacks, ängster, ein glas mit einem hohen engen hals, un gouteron (frz.) Rädlein 575ᵃ, bei Junius nom. 173ᵃ kuter, engster, bombylius: ist ein gemeiner beschisz bei den landstreichern, welche solche (peisker) in gläsene kuttern beschlieszen (und als nattern zeigen). Forer fischb. 160ᵇ, in einer andern ausg. glesene gutteren. So noch schwäb. gutter m. Schmid 246, bair. guttern f., gutterkrug, das geräusch des sich durchdrängenden wassers heiszt dort guttern, gutteln. s. dazu kütterig, kutrolf, vgl.kut urceus, hantvasz Mones anz. 7, 169.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2905, Z. 3.

kutter, m.

kutter, m.
tauber, s. unterkauter, vgl.kütter.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2905, Z. 14.

kutter, m.

kutter, m.
welscher hahn, schwäb., s. u. kaudern sp. 308 und kuttern 2.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2905, Z. 15.

kutter, m.

kutter, m.
schwäb., unrat, auskehricht Schmid 289 (wo es als g'hutter ausgelegt wird):
die erste die kehrt die stube aus,
die zweite trägt den kutter hinaus.
E. Meier schwäb. volksl. 408.
vgl.kutterfasz, auch küttel stercus. Dasselbe ist offenbar kuder m. bodensatz, im Ries, kuderschmalz (17. jh.) Schmeller² 1, 1226, das letztere bei Schmid 289 'ghutterschmalz' bodensatz von zerlassener butter.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2905, Z. 17.

kutter, m.

kutter, m.
ein einmastiges kleines schiff, schnellsegler. Krünitz 57, 638, das engl. cutter entlehnt (to cut schneiden):
schiffkuttel (s. ↗kuttel) hiesz er auch, und nie hat schiff und kutter
es ihm wol gleich gethan, wenn er schwamm aus auf futter.
Rückert weish. d. br. 215 (7, 36).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2905, Z. 26.

kütter, m.

kütter, m.
tauber Dasyp. 369ᶜ (kauter 37ᵈ), noch straszb. kidder z. b. in durdeldywelkidder Arnold pfingstm. 26; schweiz. küter, s. unter kauter.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2905, Z. 32.

kuttern

kuttern,
von mancherlei tönen, mhd. kuteren (s. 3).
1)
kichernd lachen: kuttern vor glachter, cachinari. voc. inc. teut. o ijᵃ, vergl. dazu das zweite küttern, auch kutzen gleicher bedeutung;
und in mein allergrösten nöten
stuont die verheit huor und kuttert stet,
als der (wie wenn einer) si mit (ihrem) willen gekutzelt hett.
fastn. sp. 331, 29;
ich verneme das, daran mir mein leben hanget, so treibt si mit (unter) ewerm kutteren das gespött darausz. Wirsung Calistus n. noch tirolisch kuttern verhalten lachen Schöpf 355, auch auf wiehern übertragen ders.
2)
von gewissen vögelstimmen, z. b. H. Folz in der schilderung eines vogelconcertes im walde u. a.:
do so mit scharpfen concordanzen
ir kuttern und ir senftes quitteln
gemessen warn aus cantums(?) titteln ...
peid aus quarten und aus quinten u. s. w.
fastn. sp. 1303;
auch hort ich do ein grosz gemürbel
von andern fogeln grosz und klein,
die in dem wald in einr gemein
all durch ein ander wurden flutern,
die hort ich do so liplich kutern
mit resonanzen und mordanten u. s. w.
1304.
rheinisch, in Coblenz kuttern, girren wie die tauben (daher auch verliebt mit einander thun), auch die ersten töne hervorbringen, die ersten singversuche anstellen, bei singvögeln. Wegeler 29, wie nass. kodern von den ersten sprechversuchen der kinder Kehrein 238, der auch s. 252 kuttern gibt wie in Coblenz, vergl. 3, b. auch das ist sicher alt.
3)
die älteste form ist kutern, in beiden bedeutungen, ein beispiel schon unter 2 aus Folz.
a)
kichern, im 15. jh. beim Wolkenst. 63, 2, 11 (wb. 1, 920ᵇ), kuteren, verspotten cachinare, kutrer cachinator, auch kuterlachen n. cachinnus Dief. nov. gl. 64ᵃ (vgl. kachlachen das.). Dasselbe ist bair. östr. kudern (sp. 2530), aus kutrn durch die erweichende kraft des r, schon bei Schönsl. h 6ᵈ tremulo risu cachinnare, kudern; dazu kuderer, kuterer m., ein ausbruch des lachens, kuderisch zum lachen geneigt, kuderwochen sg. die flitterwoche, s. Schmeller; niederöstr. kudarn sehr stark und laut lachen Castelli 184, bei Höfer 2, 184 kutern, kuterei und ähnl.
b)
von vögeln, alem. chuteren: allein die hanen kräyend, wiewol auch die hennen chuterend so sy (acc.) die hanen überwunden habend. Heusner Gesners vogelb. 77ᵇ (kackern bei Horst 166). noch schweiz. kutern von taubern und hähnen, wenn sie die hennen rufen oder sie bedecken Stalder 2, 147. westerw. kutern girren von tauben, verliebt flüstern, lallen von kindern Schmidt 97, der pfälz. kodern gibt, wie schon im Teuth. 53ᵇ codren, 45ᵃ cotren fabulari u. ähnl., nl. koeteren lallen. s. auchkudern 1.
c)
von der verwandtschaft s. das gleichbed. kittern 3 (vergl.schotteren das. unter b), das denn auch urspr. kitern gewesen sein wird, vgl. kidern gleich kudern laut lachen Schmidt westerw. id. 97, mnl. scateren unter kittern 3, b; s. auch küttern und kütteln (ahd. chutilôn). Übrigens ist bei älterem und alem. kutern leicht kûtern gemeint, d. i. hd. kautern, s. u. kaudern; vgl. auch kuten, dann guttern (kudern 3).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2905, Z. 49.

küttern

küttern,
gleich kuttern und kittern, s. d.
1)
von menschen: alsdann lachten sie (die geilen ammen), kütterten und schnarterten wie die storken auf dem schornstein zusamen, wann er die oren aufrichtet, als ob ihm das spiel gefallen hette. Fischart Garg. 131ᵇ, Scheible 239, 1. ausg. P 5ᵇ (wo aber schnatterten), vermutlich kichern und kicherndes schwatzen zusammen.
2)
von vögeln (s.kuttern 2): garrire, chütteren, eigentlich wie die vögel. Frisius 597ᵇ, daher bei Maaler 84ᶜ; chütteren wie ein han oder güggel so er ein huͦn decken wil, cucurire. ders. (bei Frisius 1574 349ᵃ chutteren); garritus, das küttern der vögel. Golius 1582 sp. 228. schon später mhd., alem., von vogelgesang:
sus hôrte man ir dœne
in süeʒer wîse küttern (: verklüttern).
Reinfr. v. Br. 27541.
3)
ursprünglich wol auch hier aber kütern (s.kuttern 3):
und (ich) wird ir zuo dem puosen naschen,
so hept si ain lachen und kütren an (aus küteren).
fastn. sp. 334, 24.
noch schweiz. kütern Stalder 2, 147 gleich kutern unter kuttern 3, b. s. auchkütterlen, ↗kütteln undquittern.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2906, Z. 29.

küttern

küttern,
schütteln? s. 1, 66 aus dem Simpl. abküttern von einem fieber; doch in der ausg. 1685 1, 25 steht abkitterte, auch bei Keller 56; aber s. unterkuttern 1 das 'kuttern vor glachter', bei Stieler 961 lachen dasz man kittert, cachinno concuti, also beides gleich zittern, geschüttelt werden; eigen stimmt ebenso schottern cachinnare (s. kittern 3, b) zu schüttern concutere, noch näher intrans. schottern concuti, bair. Schm. 3, 417; s. auch kotteln schütteln.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2906, Z. 50.

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„küttern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/k%C3%BCttern>, abgerufen am 18.05.2021.

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