Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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kack

kack,
pranger, s. kak.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 14, Z. 39.

kack

kack,
kahl, nackt, kacke vögel, die noch nicht die nötigen federn haben, daher kackfedern (s. d.) Adelung, er verweist auf it. cacco. das wort gilt z. b. in Aachen, daher das nesthökchen kackarsch, kackert Müller und Weitz 97. vgl. kikak.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 14, Z. 40.

kack, interj.

kack, interj.,
schallwort, einen fall bezeichnend: ihr alten weiber solt daheime bleiben, ihr köndt die stiegen nicht hinauf steigen, dann sie hat die stafflen nicht alle, sollet armb und bein zerbrechen, wann ihr beginnt zu fallen, kick, koch, kack! kurzw. fasznachtpredig vom dr. Schwarmen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 14, Z. 44.

kack, kacke, m.f.

kack, kacke, m.f.
Stieler 906, wie scheisz m., scheisze f., aber mit anderem klange als diese, milder, brauchbarer, bei weitem nicht so anstöszig, mehr mit spaszhaftem anklang; s. kacken, kinderkacke. auch für kacken n., diarrhöe: die kacke, die dünne kacke haben Frisch 1, 495ᶜ (schonend blosz 'die dünne', derb die scheisze). so md. und nd., z. b. kack Danneil 93ᵇ. oberd. mit g, gäggi Tobler 209ᵃ, bair. gäckel n. Schm. 2, 24, tir. gegka n. Schöpf 168, kärnt. gaggele m., alles in der kindersprache, kärnt. gagga, gegge f. auch koth überhaupt, und ekelhafte sache Lexer 106, niederöstr. gaga etwas garstiges Castelli 135, kärnt. gagga Lexer 1. aber schweiz. gagel m., gagle f. kothknollen von thieren Stald. 1, 412, tir. gaͦgl m., dim. gâgele n. schweiz. auch nurTobler (wie sächs. ää für aa), und agge (s. oben 1, 5), sächs., wol md. überhaupt und nd. auch kaká (káka), östr. gaga:
kaum hattest du kaka gesagt.
Voss Aristoph. 1, 303,
nach kinderart reduplicierend, wie franz. cacá. die entsprechenden rom., gr., kelt., finn. formen s. 1, 5; als nl. gibt Kilian kack stercus, dazu kack hebben cacaturire, auch kack! phuy, respuendi particula (wie æ! und æks! nd. âks Kuhns zeitschr. 2, 197). dän. kak menschenkoth. mlat. cacca kuhdreck Diefenb. gl. 86ᵇ. kärnt. kack m. auch bodensatz u. ä., z. b. im dintenfasse.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 14, Z. 49.

kacken

kacken,
cacare, aber mit milderem klang als das lat. wort und scheiszen, mehr ein wort der kinderstube (vgl. kackstülin) oder des humors, ziemlich wie pissen neben seichen, s. das vor.: in die hosen kacken; vor hunger nicht kacken können (brem. wb.), von äuszerster not. es ist vor dem 16. jh. nicht bezeugt (doch vgl. kacker): ich kack, caco Alberus, mit dem beispiel weil er in die tauf gekackt hatt. Luther braucht es: aber solche klugheit ist eben (so) als wenn ich spreche (spräche), gott kan nicht leben, denn er iszt und trinket nicht, kacket und bisset nicht. 8, 24ᵇ, vgl. sein bekacken. dann bei Stieler 906, als onomatop. angesehen: 'a sono confictum est, unde Latinorum cacare' (nach der patriotischen neigung seiner zeit, das lat. aus dem deutschen abzuleiten), mit redensart ich wil dir was kacken (derbe abweisung) 'satis pro imperio', und vielen zusammensetzungen, bekacken, auskacken u. s. w. in Schillers 'Bacchus im triller' (anthol. 1782, Bülows ausg. s. 19), vom zustand eines im drillhäuschen (s. d.) gedrillten:
dasz uns nacht ums auge grauste ...
dasz wir vor dem ohrgebrümmel
nimmer (nicht mehr) gottes blauen himmel,
nimmer sahen stock und steine,
kackten auf die lieben beine.
das k wird gelind gesprochen, wie auch Frisch 1, 495ᶜ. 499ᶜ angibt, daher auch gacken Rädlein 520ᵃ, und oberd.: östr. gagarln Castelli 135, kärnt. gaggn, tir. gagkn, gagkln, bair. gägkeln (vergägkeln besudeln, vgl. bescheiszen 2), schweiz. gägga Tobler 209ᵃ, gaggen, gaggeln Stald. 1, 82 (auch giggerlen 445), alles in der kindersprache. beim nd. kakken aber wird diese beschränkung nicht angegeben, s. bes. das brem. wb. 2, 720 mit reichlichem gebrauch, Lauremberg 3, 196, als pöbelwort Dähnert 214ᵇ (auch Campe 'eins der schmuzwörter, deren gesittete menschen sich enthalten'), doch auch bei Stürenburg 101 'nur von menschen, besonders kindern'; aber kackhûs abtritt Danneil 93ᵇ. jene beschränkung gilt auch nicht beim dän. kakke, engl. cack, nl. kakken (Kil. kacken). So denkbar es wäre, dasz man neben dem uralten scheiszen das lat. wort als mehr verhüllenden ausdruck entlehnt hätte, etwa aus der schülersprache, scheint es nach dem unter kack und besonders unter aa 1, 5 beigebrachten doch nicht so, es scheint ein altgemeinsames wort, das der verschiebung entgieng: gr. κακκάω, lat. cacare, kelt. cacha, lit. szikti (sz = k); it. cacare, span. cagar, franz. faire caca; böhm. kakati, poln. kakać, wend. kekać, slov. kakati, kekati von kindern, ungr. kakálni. merkwürdig altn. isl. kûka cacare, mit kûkr m. merda. Ein drittes altes wort ist nd. drîten Claws bûr 683, Fromm. 3, 260, nrh. drieszen (Diefenb. gl. stercorare), auf der Eifel dreuszen Schmitz 1, 223ᵇ (dreusz m. kack), ags. drîtan, altn. drîta, davon engl. dirt dreck, nd. drîte Kuhns zeitschr. 2, 202, altn. isl. dritr m. kacke; es ist starkformig, hängt damit nicht verdrieszen ekeln zusammen? und ist dreck etwa zu dritr zu stellen nach auslautwandel?
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 14, Z. 74.

kacken

kacken,
quaken: wann die frösch mehr als sonst quacken und kacken. Sebiz feldbau 42; s. kecken, köckern. es heiszt auch kracken, vgl. u. kackezen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 15, Z. 47.

kacken

kacken,
ragen, vorragen:
ihr (der alexandriner) schritt, bald kurz bald lang, ruht bei dem dritten takt,
und duldet nicht dasz noch ein silbchen überkackt.
Gotter 3, 340,
wertvolle bezeugung eines der selten zur verzeichnung kommenden volkswörter, sächs. thür. kaken, gaken; s. gagen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 15, Z. 50.

käcken, kecken

käcken, kecken,
vom geschrei des raben, der krähe (vgl. kacke dohle) und anderm kreischenden geschrei: käcken cornicari Kirsch cornuc., im lat. theil kacken; da höret in (den raben) ein fuchs uber dem kese kecken. Luther 5, 272ᵇ; da keckt jung und alt (von dohlen u. dgl.) durch einander, nachher angewandt auf sophisten und papisten, wie sehr nützlich volk es ist alles zu verzehren was auf erden, und dafür (zu) kecken für die lange weil. ders. br. 4, 8. 9, in den werken 5, 21 in derselben stelle gecken, also das k wie bei kacken;
sie (die pygmäen) auch den kampf mutig angiengen ...
mit eim wundergeschrei und kecken.
froschm. Dd iiijᵇ;
da keckten sie heraus die urthel unbedacht.
friedens wehkl.;
gut freund, sprach ich, wer seit ihr? ich kenne euch nicht, ich weis auch nicht warumb ihr an mich käcket. Philander 1650 1, 217 (222), erzürnt anfahret. vgl. kaxen, kecken, keckern, auch kackezen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 15, Z. 57.

käcken

käcken,
vomere, s. käken, köcken.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 15, Z. 73.

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Zitationshilfe
„kacken“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kacken>, abgerufen am 28.10.2021.

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