Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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kakel, m.

kakel, m.
gegacker, dän. kagl, s. kikelkakel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 48, Z. 60.

kakeln

kakeln,
1)
gackern, nd., götting. auch kâken Schamb. 95ᵇ, in Posen mit oberd. endung kakazen Bernd 109 (vgl.gackzen): wer wil die eier haben, musz das kakelen der hüner leiden. Schottel 1131ᵃ, sprichw.;
väterchen kommt ja so frühe vom schlaf; hat der häszliche kater
wieder gemaut? ein hühnchen beim eierlegen gekakelt?
Voss Luise 1, 289.
auch nl. kakelen (kaeckelen Kil.), engl. cackle, schwed. kackla, dän. kagle. oberd. md. aber gackeln, gackern, s. d. (vgl. K 2, g).
2)
von schwatzhaften leuten, namentlich frauen, und im bilde der henne die mit gackern ein ei meldet, viel aufhebens, viel worte machen von etwas, brem. wb. 2, 718 (wie oberd. gackeln): kakelen garrire. gemma Lpz. 1503, Cöln 1507, im Teuthon. gakelen Diefenb. 257ᶜ;
und du, frau freiheitkaklerin
zu unsrer zeit, kakl' immerhin.
Herder in Mercks briefs. 3, 29;
dasz die schwester ... und tochter und magd und gevatterin ihm ein haufen vorkakeln (stadtneuigkeiten). Hermes Soph. reise 2, 441; vgl. kikelkakel. hannöv., livl. auch vom ersten lallen der kinder Fromm. 5, 149, Hupel 103 (gött. kâken, kâksen von kindergeschrei, vgl. käken 2); in Preuszen auch kackeln Hennig 113 (vgl. Rollenhagen u. gackeln 2), dazu käkler schwätzer das., wie es nd. auch käkeln heiszt. Auch nl. kakeln heiszt schwatzen, engl. dial. cackle, chackle, auch nur cake northumbr., wie nd. kâken vorhin (engl. cackle aber auch kichern, wie schweiz. gaggle Fromm. 3, 81ᵃ, beide auch gackern, diesz nachtr. zu sp. 14); auch franz. caqueter plaudern. s. auch kacheln 3, reden. Nicht alles das stammt von der henne, es liegt da ein alter stamm vor, der naturtöne aller art, bes. unangenehme bezeichnet, s. käcken, das zweite kacken, auch käken, gack, gagen; er berührt sich auch mit kachen laut lachen. das gackern heiszt z. b. auch gr. κακκάζειν, böhm. kokodati, koktati, auch it. caccherare; ferner nd. krakeln, oberd. krägeln, s. dazu kackezen.
3)
Kilian gibt für sein kaeckelen garrire auch 'nugari', der Teuthon. jocari, spelen, kakelen; das ist aber ein andres wort, in md. mundarten kakeln, gakeln sich 'gaukelnd' bewegen, s. weiter gageln, gagen. und dazu gehört kakelbunt (md. kakelig), das durcheinander der farben erschien dem auge wie ein gaukelspiel. vgl. auch engl. keckle unstät, md. (sächs.) kakelig.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 48, Z. 63.

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Zitationshilfe
„kakel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kakel>, abgerufen am 17.10.2021.

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