Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

kakerlak, m.

kakerlak, m.
1)
die schabe, blatta, mit mehrern arten. Nemnich 1, 620 ff., der auch gackerlak, kakelak, kakeleker anführt, und nl. kakkerlak, dän. kakelaken, franz. kakerlaque, cacrelat, cancrelas. der name soll mit dem thier aus Südamerika gekommen sein (kakerlakki das.), etwa durch die Holländer aus Surinam. das thier ist lichtscheu.
2)
albino (zuerst bei Campe), von menschen und thieren:
schandsäul' ist der marmor: wenn euer gesang
kakerlakken oder oranutane
zu göttern verschuf.
Klopstock od. 1798 2, 13 (fürstenlob, v. j. 1775);
ein halber kackerlack, d. h. ein mensch, der bei nacht fast besser sieht als am tag. Hebel 3, 264; die exegetischen augen sehen ... wie die augen der kakerlaken gar wunderhelle, wo alles am dunkelsten ist. 4, 319; albinos und kakerlaks. Tieck nov. kr. 4, 17; die geschossene gemse war ein kakerlak, milchweisz. Tschudi thierl. 376. Es erscheint aber nd. schon im 16. jh., in einem Stralsunder spottliede von Luther, als schimpfwort:
he (Luther) heth den kaiser eenen madensack,
de rechte schlimme kakerlack.
Berckmanns strals. chron. 231. Soltau 283.
nnl. dim. kakkerlakje n. ist eine kahle entschuldigung.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 49, Z. 42.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
kammervogtei
Zitationshilfe
„kakerlak“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kakerlak>, abgerufen am 25.10.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)