Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

kalbfell, n.

kalbfell, n.
pellis vitulina. von der trommel, nl. kalfsvel: das kalbfell rumpeln hören. Kirchhof milit. discipl. 209; dem kalbfell nachlaufen. Creidius 2, 275, d. h. der werbetrommel; es giengen die werbungen stark fort. wer vater und mutter nicht hat folgen wollen, der nahm einen ducaten und folgete einem kalbsfelle. Schuppius 335; es würde demnach an ihm das alte sprichwort nothwendig auch in erfüllung gehen: wer seinen eltern und vorgesetzten nicht gehorchen wolle, der müsse dem kalbfelle folgen. Plesse 1, 166; so könnte er vielleicht auf den einzigen klugen gedanken gerathen, dem kalbfell zu folgen und noch ein braver kerl zu werden. Sturz 2, 200; Spiegelberg. wahl? was? nichts habt ihr zu wählen! .... wollt ihr an der leute fenster mit einem bänkelsängerlied ein mageres almosen erpressen? oder wollt ihr zum kalbsfell schwören? Schiller 109ᵃ. das sprichwort ist weit verbreitet: wer nicht will vater und mutter folgen, musz dem kalbfelle folgen. Simrock 10797, Adelung nennt die lehrer; nordfries. auf Amrum: diar âtj (vater) an mam eg (nicht) harke wal, mut at kualwsken (engl. calfskin) harke. Haupt 8, 351, ähnlich schwed. u. a.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 58, Z. 21.

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Zitationshilfe
„kalbfell“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kalbfell>, abgerufen am 18.10.2021.

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