Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

kalbskopf, m.

kalbskopf, m.
1)
caput vitulinum, ebenfalls ein küchenstück: wer wird auf den kalbskopf laden, eh die kuh gekalbt hat? Simrock 5375; geprüte kale kalbsköpf. Garg. 54ᵃ (anders Scheible 87);
wer sich ainer solchen sach vermäsz
und mit ainem henker ain kalbskopf äsz ...
der bedorft wol ainer wolschmeckenden nasen.
Keller alte schwänke 23.
2)
von menschen, wie kalb, kalbsauge u. s. w.:
Truncus lude seinen gönner, einen kalbeskopf zu essen;
nein von dir, sprach er, zu speisen werd ich nimmer mich vermessen.
Logau 2, 9, 62;
das man mit herren ... betrüglich ümgangen, ist nichts selzames. doch darf es wol zuletzt auf di kalbesköpfe selbst ausgehen, denn der betrug stürzet di betrüger. Butschky kanzl. 363; mit den kalbsköpfen, seinen brüdern. Wieland 18, 149.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 60, Z. 19.

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Zitationshilfe
„kalbskopf“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kalbskopf>, abgerufen am 17.10.2021.

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