Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

kalteschale, f.

kalteschale, f.
ein kühlendes sommergericht aus kaltem bier, auch wein, milch, mit verschiedener zuthat, als brot oder semmel, zucker, mandeln, rosinen, daher bierkaltschale, weinkaltschale, auch erdbeer-, himbeerkaltschale u. a., denn jetzt behandelt mans wol durchaus als éin wort, kaltschale, das adj. nicht mehr flectiert; schon Göthe bierkaltschale an frau v. Stein 2, 96 (s. 1, 1824), doch das. 1, 142 noch kalte schale. nl. schon bei Kilian 251ᵃ (1598) kolde-schael, von wein oder bier. bei Stieler 1716 kalteschalen, pl. impomenta, bei Steinbach, Frisch noch kalte schale:
vor allen so gedenke
der kalten-schalen wol.
Fleming 38;
nüchtern eine bier oder wein kalteschale gegessen ist nicht ungesund. Leyermatz 204; wenn nur die erdbeeren schon grosz wären, ich möchte diesen abend wol eine kalte schale davon essen. Gellert (1784) 3, 309;
und aszen kalte schale.
Hölty 33;
mit honig kalte schale mengt.
Voss 6, 196.
dasselbe scheint im 16. jh. kalte suppe, als morgentrank:
alsbald sie ausz dem bet hergând,
kalt suppen stând.
Haupt 8, 337.
nd. kôleschâl Schütze 2, 319, kaschâl Danneil 96ᵇ, brännewînskaschale 'drinken' Schulmann nordd. stippstörken Hildesh. 1858 s. 55. dän. koldskaal, schwed. kallskaͦl (1773, Sahlstedt), nnl. koudeschaal, koudschaal.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 90, Z. 13.

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Zitationshilfe
„kalteschale“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kalteschale>, abgerufen am 20.10.2021.

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