Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

kamerad, m.

kamerad, m.
s. camerad 2, 603; bemerkenswert noch, dasz auch unser entsprechendes gesellschaft diesen übergang erfuhr (wie auch frauenzimmer), dasz es den einzelnen bezeichnet, s. Schmeller 3, 229. nl. camarade schon bei Kil. 676ᵃ. mit franz. endung noch:
und wer will mein kamerade sein,
der stosze mit an, der stimme mit ein.
Göthe 1, 145.
Übertragen auf andere wesen als menschen: eine waldblume, obgleich sie nie eine eiche wird, bekommt etwas von der stärke ihrer kameraden, sie steht länger als die auf dem felde. Hippel lebensl. 3, 1, 266; langte ich (auf dem abtritt) aus einem neben mir hangenden carnier ein octav von einem bogen papier, an demselben zu exequieren worzu es neben andern mehr seinen cameraden condemnieret und daselbst gefangen war. Simpl. 1, 592. Man findet auch kammerad, früher gewöhnlich, und noch in neuerer zeit: ich fragte endlich meinen cammeraden was er doch für autores lese. Schuppius 816; deinen alten kammerathen mit einem solchen wunsch zu bewillkommen. Simpl. 2, 13; doch glaubte er (Stilling), dasz sie beide viel verdrusz von ihm haben würden, weil er ihn (Göthen) für einen wilden cammeraden ansah. Stilling wanderschaft (1778) 159; kammerade Lessing 1, 28, kammerad 1, 521. 522.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 97, Z. 62.

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Zitationshilfe
„kamerad“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kamerad>, abgerufen am 23.10.2021.

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