Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

kammerfrau, f.

kammerfrau, f.
frau zur unmittelbaren bedienung einer fürstin oder anderer vornehmen frauen, im range den hofdamen folgend, den kammerdienerinnen vorgehend. Adelung. im 15. jh.: si (die herzogin) entphing si gar gütlich, als si er genosz were, und hatte si vor eine kammerfrowen (in?) irer kemenate. altd. bl. 1, 303, leseb. 992, 25 (1224, 37). bei Stieler 546 gleich bettfrau, cameraria, lectisterniatrix, bei Frisch 'cubiculo praefecta, so für die betten und das bettmachen sorgt': diese verständige dame spricht mit ihrer kammerfrau von einigen fehlern die ihr heutiger anzug gehabt ... läszt sich von ihrer kammerfrau ein abendgebet vorlesen, um dabei einschlafen zu können. Gellert 1784 6, 200;
was sind die seelen eitler weiber?
'blosz kammerfrauen ihrer leiber'.
Haug epigr. 2, 56,
vgl. der lîchami ist der sêli chamerwîb Müllenhoff denkm. 92. von uns dän. kammerfrue, schwed. kammarfru, auch russ. bei hofe каммерфрау (vgl. kammerfräulein, kammermädchen).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 119, Z. 6.

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kammervogtei
Zitationshilfe
„kammerfrau“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kammerfrau>, abgerufen am 28.10.2021.

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