Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

kammerlatte, f.

kammerlatte, f.
auch kammerlade, eine art weinspalier, 'kammerlad oder latte' Frisch 1, 498ᶜ aus Alberus unter vinum b, jugum, woran der weinstock gebunden wird, eine wand zu machen, 1, 582ᶜ nennt er so einen gewölbten gang mit latten bedeckt, den wein darüber zu ziehen: die zweite art (den wein zu pflanzen) so man kammerlatten nennet, da werden die weinstöcke nur ohngefähr drei schuhe hoch über der erde auf eichne stotzen, so man stifel oder stöffel nennet, auf überzwerge gelegte hölzer angeheftet. Hohberg 3, 1, 269ᵇ; zäune, bäume, kammerladen. Frankf. ref. IX 1. § 1; hecken, zäune und kammerladen. 4. 5 § 1; kammerladen in seinen weingarten oder sonst. 4 § 11. schon mhd. wechseln late und lade asserculum, bair. ist lad n. eine breterwand. kammerlatte ist eins mit kamerte (s. d.), denn auch von kammerlad führt Alberus noch aus (s. kamerte 2): 'oben als in einen bogen, funetum (weinlaube); als gewölbt, vitis cameraria', zugleich an kammer denkend; kammerlad, pergula, uf beiden seiten, item oben mit reben bedeckt, darunter man gehn kan, ein gang im garten, da reben oder blumen stehn. Alberus dict. (weim. jahrb. 5, 111ᵇ). vgl. auch kämmerweinstöcke.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 124, Z. 31.

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Zitationshilfe
„kammerlatte“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kammerlatte>, abgerufen am 28.10.2021.

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