Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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kammerlich, adj.

kammerlich, adj.
zu kammer, nicht im gebrauch; doch s. Rosenblüt unter kammergewand. Fischart hat schlafkemmerlich Garg. 64ᵃ (106); hofkammerliche waldungen würtemb. (Augsb. allg. zeit. 1858).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 125, Z. 53.

kammerling, m.

kammerling, m.
kammerknecht, s. kammerhörig.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 125, Z. 58.

kämmerling, m.

kämmerling, m.
cubicularius, diaetarius, kammerdiener oder (kammer-)knecht, kämerling Maaler 240ᶜ, kämmerling 239ᶜ, Stieler 922, Frisch 1, 498ᶜ, im 15. jh. kemerlinc Dief. 160ᶜ, auch kammerlinc thalamista 571ᶜ; pedissequus kemmerling gemma gemmar. Str. 1518 S 3ᶜ, anteambulo (s. unter kämmerer 1) A 8ᵈ:
der gutzgauch war der kemmerling (in der vogelhochzeit),
der fürt die braut zu schlafen.
Uhlands volksl. 36. wunderh. 4, 259, vgl. 262;
der emmerling, der emmerling
der war des breutigams kemmerling.
Uhland 40;
der kämmerling (σωματοφύλαξ), der ihn (den könig) aufzuwecken pflegte. 3 Macc. 5, 12, auch 3 Esr. 3, 4. 15 hat eine übers. für σωματοφύλαξ kämmerling, andere leibdiener, Luther aber braucht nur kämmerer; was ist über weiberlüst und list, da helfen keine beschnittene kämmerling. Garg. 29ᵃ (40), Steinbach erklärt kämmerling selbst mit eunuchus, spado, vgl. kämmerer 3, c; darauf beruͦft der keiser seinen kämerling. Aimon m ij; nein, antwortete der kämmerling. Philander (1650) 2, 162; ein könig hatte einen cämmerling. pers. rosenth. 1, 27, in derselben stelle cammerdiener; der abt von St. Zeno schickte, wie Schmeller 2, 294 anführt, 1668 auf die hochzeit eines niedern klosterbeamten seinen kämerling, kammerdiener; er schlich sich also am abend ... mit einem einzigen vertrauten kämmerling aus seinem palast. Wieland 8, 349 u. ö., wie 8, 370. 10, 318. 319. Wallenstein vor seinem abgehn:
sieh, es ist nacht geworden, auf dem schlosz
ists auch schon stille — leuchte, kämmerling.
Schiller 401ᵇ,
aber darauf in der bühnenweisung: kammerdiener der unterdessen still eingetreten u. s. w.; im Macbeth für groom, was bald darauf s. 564ᵃ mit kämmerer übersetzt ist:
die berauschten kämmerlinge spotten
mit schnarchen ihres wächteramts.
563ᵃ.
Das wort ist alt, mhd. kemerlinc, mnl. camerlinc hor. belg. 7, 9ᵃ (nnl. kamerling) kammerdiener, ahd. chamarlinc; und in letzterer form früh ins romanische aufgenommen, ital. camarlingo, span. camarlengo, prov. camarlenc, altfranz. chambrelenc, neufranz. chambrelain (Diez 82), auch mlat. camarlingus, camerlengus; und dort in der fremde hat das wort eine weit höhere würde gewonnen oder behalten als bei uns, kammerherr, kämmerer. bei uns hat es jetzt bestimmt den klang eines verlebten, mehr gelehrten worts, im wirklichen leben ganz auszer gebrauch (schon nach Heynatz antibarb. 2, 171 höchstens noch verächtlich). dazu groszkämmerling, leibkämmerling.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 125, Z. 59.

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Zitationshilfe
„kammerling“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kammerling>, abgerufen am 20.10.2021.

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