Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

kammermäuschen, n.

kammermäuschen, n.
gleich kammerkätzchen (s. d.) bei Göthe 47, 265. mäuschen gleich niedliches mädchen ist älter (s. z. b. krauserlein, nicht ohne obscoenen doppelsinn, s. folg.); es war ein scherzwort in Göthes kreise, vgl. Böttiger liter. zust. 1, 222: als Goethe mit dem herzoge von Lavater zurückkam, war ihm jedes hübsche mädchen ein müszchen (das schweizer. diminutiv von maus). diesz demin. heiszt aber müseli, das sind denn die misels (dazu miseln, miselei, liebeln, liebelei), wovon in den briefen an die frau v. Stein so oft die rede ist, lange vor jener reise, schon 1, 5 i. j. 1776; er hat es wol als studentenwort mit aus Straszburg gebracht, denn thüringisch oder frankfurtisch ist die form nicht, wol aber elsässisch, gesprochen mîsel, wie z. b. trybel träublein Arnold pfingstmontag 145 (y meint î).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 126, Z. 55.

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kammervogtei
Zitationshilfe
„kammermäuschen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kammerm%C3%A4uschen>, abgerufen am 19.10.2021.

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