Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

kammerweib, n.

kammerweib, n.
ahd. chamarwîb pedissequa, mhd. kamerwîp Servat. 2831, Helbling 3, 71, Reinh. 1722, weib das in der kammer dient.
1)
pedissequa, kamerwijp. rhein. voc. ex quo Dief. 420ᵇ:
der könig hat ein alt kammerweib,
die solt bewaren der königin leib.
Ambr. liederb. 225, 248.
noch 1718 schreibt Elis. Charlotte von Orleans 303, indem sie über hitze in der comedie klagt: ich hatte es vorgesehen, kammerweiber .. kommen lassen mit .. weiszzeug so mir nöthig war. jetzt nur noch für niedere dienste am hofe, vgl. kammermensch.
2)
concubina, pellex: Saul hatte ein kammerweib oder onêliche frauwe. 2 Sam. 3 in einer älteren übers. (cod. Spener.) bei Frisch 1, 499ᵃ. dazu stimmt denn (vgl. kebse), dasz es im 9. jh. als eigenname von mancipien erscheint, wie Müllenhoff denkm. 369 nachweist.
3)
hebamme, säugamme oder kindbettwärterin? Wittenweiler zählt die kosten eines kindbetts auf, dabei:
chamerweib die getrunkend me,
dann man wassers vind im se,
seu fressent vil und sagent an,
es hab daʒ kindel alʒ getan.
ring 20ᵃ, 36.
vgl. kellnerin.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 132, Z. 6.

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Zitationshilfe
„kammerweib“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kammerweib>, abgerufen am 20.10.2021.

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