Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

kandelwurf, m.

kandelwurf, m.
das werfen mit (zinnernen) kandeln. der kandelwurf oder das kandelwerfen, das braun und blau schlagen u. dgl., in schlägereien, s. Schmeller 2, 303, und die kandel als waffe im wirtshaus in den fastnachtspielen oben; s. auch kanne, krause. ferner: wer mit kannen und kendlin würft, soll die kanne oder kendlein den gerichten verfallen und der thäter dem wirth eine neue kanne oder kändlein zu bezahlen schuldig sein, hdschr. stadtordn. von Bautzen v. j. 1560 art. 4; im rathhause und schenkstete ... der oder die so den frieden mit worten, schlagen, braun oder blau, kannenwurf oder haarraufen .. brechen. hdschr. privil. von Skeuditz (bei Leipzig) v. j. 1601 Haltaus 1066; vgl. Hor. od. 1, 27. Ov. metam. 12, 242. ein dorf in der Erfurter diöcese hiesz im 13. jh. Kanewerfen Mones anz. 4, 147, jetzt Cannewurf, zwischen Kindelbrück und Sachsenburg an der Wipper; es gibt ein preusz. geschlecht von Kannewurf. vgl. auch kannenwroge.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1864), Bd. V (1873), Sp. 160, Z. 8.

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Zitationshilfe
„kandelwurf“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kandelwurf>, abgerufen am 24.10.2021.

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