Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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kätener, käter, kater, m.

kätener, käter, kater, m.
besitzer, bewohner einer kate, s. köter.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1865), Bd. V (1873), Sp. 274, Z. 47.

kater, m.

kater, m.
catus, felis mas, ahd. chataro nach 'musio, chatere' Mones anz. 7, 597, noch in den deutschen gemeinden der venet. alpen káttaro cimbr. wb. 134ᵇ; mhd. katere (kater) Stricker altd. wälder 3, 196. 202, leseb. 1859 626, 9. 625, 41, MS. 2, 3ᵇ, Megenberg 152, 9 (wenne diu katz den katern suocht), aber auch stark kater (dat.) Renner 6644. nl. kater, nd. kater Rein. vos 971; ags. engl. nicht vorhanden, es musz aber nach engl. caterwaul katzengeschrei (s. d.), schott. catterbatch katzbalgen dagewesen sein, und zwar wol ohne unterschied des geschlechts von katze und kater, wie altn. köttr m. und wie ags. cat katze masc. ist, die aber doch auch ursprünglich genauer den kater bezeichnet haben werden, wie noch schw. katt m. Die endung -er (vgl. gramm. 3, 341) erinnert an ganser m., mhd. ganzer gänserich neben gans f., tauber m. neben taube f., marder (altn. mörđr) m. neben mard n. wäre das r so alt, um als vertreter des alten nominativzeichens s gelten zu können, das auch in fuchs erhalten scheint? es müszte ausnahmsweis festgeblieben sein beim abfall, vgl. widder im vergleich zu altn. veđr. Vom verhältnis zu lat. catus s. katze; wegen des auffallenden hd. t ist merkwürdig, dasz das zu erwartende z sich landsch. wirklich vorfindet (falls es nicht nur das koseformen bildende z ist, s. kauz), in Thüringen (Arnstadt) heiszt es der katzer und kâzer (kâzert). katz gibt Nemnich aus Heilbronn, Rädlein 527ᵇ, doch ist das wol nichts als katze f.; aber anderwärts ausdrücklich als m. der kâz, und zwar in nd. gebiete! so götting., auch kôz, kûz, pl. kœze Schambach 98ᵃ (merkwürdig das. sparkâz m. vom sperlingsmännchen 203ᵃ), pommerisch kâzmann (Greifswald) Germ. 2, 168 (daher der name Kaaz), also ohne die endung -er; vgl. ahd. cazo sp. 281 unter 6. sind die â (ô, û) echt und alt? und der ablaut? beide kommen auch bei katze vor. voigtländisch heiszt der kater kôter (der vater voater), also ô gleich mhd. â? s. auch 4, c.
1)
in vocc. des 15. jh. muriceps chatter, kattir, katir Dief. 372ᵇ; katter ein her unter den katzen, murilegus. voc. theut. 1482 q iᵇ:
treiben von keuschheit viel geschnatter
und rammeln doch wie merzenkatter.
Fischart bei Scheible 10, 1030,
diesz kurze a ist noch bair.; aber früh auch mit â, wie die form kader zeigt: es ist nicht alles mit der schärf ausgericht und das man im haus murr wie ein alter kader. Fischart bei Scheible 10, 636; herr kader den tenor und frau kaderin den alt singen könne. Abele unordn. 3, 21. die Franzosen, sagen sie, seien Genuas ratten gewesen, kater Doria habe sie aufgefressen. Schiller 154ᵃ;
wie mit gemurr fortrennt ein prûstender kater.
Voss (1825) 2, 75;
was glimmert schwarz katers auge so hell?
Heine buch d. l. 19;
Hinz, des Murners schwiegervater,
schlug den takt erbärmlich schön,
und zween abgelebte kater
quälten sich ihm beizustehn.
Lichtwer fab. 1, 21.
2)
von menschen, hauptsächlich von brummenden, mürrischen männern, vgl. vorhin Fischart und brummkater, murner: ein so hämischer kater! (von einem bösen lehrer). Soph. reise 3, 52; lasz du den herzog (Alba) nur gewähren. der alte kater sieht aus, als ob er teufel statt mäuse gefressen hätte. Göthe 1840 9, 199; trotzte dem rather, dem murrenden kater. Rückert mak. 1, 100. schmutzkater Schröer 68ᵃ.
3)
andre anwendungen. bair. schneekatter die schnarrdrossel und das schneeglöckchen. in Stade, Wittenberg war kater ein biername, vgl. pomm. katerjüche schlechtes dünnes bier Dähn. 221ᵃ, und keiterling. hannöv. von luftblasen unterm eise, s. Frommann 5, 150. meckelnb. heiszt es von einem schweren wettergewölk der bûle kater kommt, vgl.bullerkater von einem kobold myth. 473, schweiz. graue katze von sturmwellen auf dem see, s. Rochholz kinderl. 248. burschikos kater für katzenjammer, vgl. katze 19.
4)
erwähnenswert scheinen andre namen, an denen das thier reich ist.
a)
es heiszt landsch. auch katerich, z. b. bair., ostthüringisch, osterl., das ist wie tauberich neben tauber, enterich u. a. in der Pfalz kätzler m. (s. d.), schwäb. katzbaͦle. ferner roller, rüpel, hiez, rammler, relling, mull, bizi, mînz Nemnich 1, 1591, mäuder, maudi Stalder 2, 202, schweiz. auch räuel, pomm. mônz Germ. 2, 168, sie gelten zum theil von der katze überhaupt, wie mînz, hiez.
b)
andre namen sind eigennamen, in denen er als person behandelt ist; so heiszt er in der thierfabel Hinze im Reineke vos 78 ff., im mhd. Reinhart Diepreht, daher im franz. Renart und im mnl. Reinaert Tibert, engl. Tybert (bei Shakspeare Tybalt Romeo and Jul. 2, 4. 3, 1). ferner Murner, in Leipzig Peter, in Liefland Kunz, in nd. gegenden Bolze (seltsam fem. Fromm. 2, 316), osnabr. Ramm. engl. tom-cat, tom ist Thomas. Darin sind theilweis mythologische anklänge von bedeutung, Heinz und Peter, Heinzelmann, Petermännchen sind koboldnamen, wie kater selbst, Peter ein teufelsname (myth. 956); so sind die katzen hexen. wie die katzen der Frouwa, waren etwa die kater dem Fro heilig? und wenn die Frouwa mit der Hulda wechselte, so wären dann in Peter Holl, Hollepeter (myth. 482, zeitschr. f. myth. 2, 193 ff.) die namen des götterpaars Fro und Frouwa vereinigt? das pomm. kâzmann oben erinnert an katerman in einigen hss. des Renner als koboldname (myth. 471).
c)
der wilde kater heiszt bei den jägern kuder (wie gött. kûz oben), und kuter gibt auch Schmid 307 als schwäbisch neben kater, daher in Ulm wilder kuder, ausgelassener junge, kudern mutwillen treiben. schweiz. käuder Stalder 2, 92. Tobler 96ᵇ, also jenes u gleich mhd. û?
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1865), Bd. V (1873), Sp. 274, Z. 49.

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Zitationshilfe
„kater“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kater>, abgerufen am 24.10.2021.

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