Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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kippeln

kippeln,
dem. zu kippen (1), z. b. mit dem stuhle kippeln, sächs., nd. Danneil 101ᵃ. vgl.keppeln, mehr unter käupeln.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1866), Bd. V (1873), Sp. 783, Z. 51.

kippeln

kippeln,
zanken, sich zanken, bes. kleinlich, unaufhörlich, oberd.; mhd. kipeln Renner 4161, kippeln 5435.
1)
intr.: zanken, kipeln, fluchen, hadern. fastn. sp. 256, 2; der gaist kippelt immer zu darumb (um die sünde, mit dem leibe). Frank 5, 158 (s. unter 4); das widerpellen, kifen und kiplen des gaists. parad. 149ᵃ (1558 314ᵃ); darnach sein sie (die ehefrauen) die ganzen nacht schweczig, kippeln und keifeln. A. v. Eybe ob eim manne u. s. w. 4ᵇ, vgl. kipplerin; da fieng der bischof mit dem herzogen an um die entlaufen zu kiplen ... und were es zu einem groszen krieg gerathen. ders. Germ. chron. (1538) 292ᵇ, von gerichtlichen händeln; da kompt (in der ehe) klage, schelten, geschrei .. steter argwohn alles bösen, kippeln und kampeln. J. Barth (von Annaberg) weiberspiegel Leipz. 1565 Y 1ᵃ (zugleich ein älteres zeugnis für kampeln sp. 138);
das machet ir mit ewern kifeln,
kurzumb setzt von den kippeln ab.
Cl. Stephani geistl. action 1568 D 1ᵃ;
wenn eine frau für und für nichts mehr kan denn schelten, fluchen, maultaschen ausgeben, kippeln. Mathesius Syrach 2, 71ᵃ; ein junger lapp und verlebtes weib, ein teglich kippeln und keifeln. hochzeitspr. L 1ᵇ; procuratoren (anwälte) sollen sich vor gericht alles schmähens, zankens oder kippelns enthalten. würzb. gerichtsordn. v. 1618 Schmeller 2, 316; das verdrosz sie und fiengen an mit uns zu kippeln. Simpl. 1, 282, reibung mit hohnreden die zum duell führt; ich liesz diese beide kippeln. 2, 262; hatten der knan, die meuder und der jud wegen des kaufs noch als mit einander zu kippelen und zu märzahlen. 3, 155; da haben sie angefangen mit einander zu kippeln und zu zanken. Bechstein märchen 145. es ist noch fränkisch Schm. 2, 316 (nicht bair.), schwäb. Schmid 268. von den wbb. hat es eigner weise nur M. Kramer (1787).
2)
refl., nur von heute belegt, aber gewiss älter: sich kippeln mit einem, henneb. Reinwald 1, 79; auch sich necken, aufziehen. Schleicher Sonneberg 68, sich zäcken Reinwald 2, 70.
3)
trans., wie keifen u. a., s. sp. 444 unten c:
leicht er (mein geliebter) zürnet in seinem muͦt
und mich kippeln und keifen tuͦt.
Hätzl. 90ᵃ;
ir tut mich über jar (das ganze j.) vast kippeln (wegen untreue).
fastn. sp. 143, 3. 32;
sie werden sust gekippelt ser.
143, 26;
das er mich kipplen und kifen thuͦt.
Amor K 2.
4)
auch hier eine nebenform mit ü, wie bei den verwandten kiefeln, kiefen u. a. (s. dazu sp. 669 mitte): gottes wort ist das ... in allen gottlosen kifet, küplet, hadert. S. Frank 4, 160 (s. sp. 667 unter 2, a); so er uns umb die sünd küpplet, näget (nagt) und strafet. parad. 71ᵃ (5, 75); der h. geist negt und küpelt in tag und nacht. verbütsch. buch 1559 397ᵇ und oft, auch in der guldin arch, meist so mit nagen verbunden (s. dazu sp. 668).
5)
kippeln ist nebenform zu kibbeln; so gibt es schwäb. neben kib (s. keib) auch kipp n. gezänk und neid, dazu kippig, kippisch uneins, 'stöszig' Schmid 268. wegen des weiteren s. sp. 431 und 656 unten; auch kippeln, das zumal hauptsächlich fränkisch scheint, kann näher zu dem benachbarten mrh. kappeln gehören (davon auch eine md. spur im osterl. käppelsch zänkisch) als zu dem starken keiben.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1866), Bd. V (1873), Sp. 783, Z. 53.

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Zitationshilfe
„kippeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kippeln>, abgerufen am 26.11.2020.

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