Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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klän, m.

klän, m.
schweiz. specht: chlän, picus cinereus vel subcaeruleus, tittler, thodler Maaler 84ᶜ, blauspecht Nemnich 4, 1310; klän certhia familiaris, baumläufer, baumkleber, mauerklän mauerspecht, certhia muraria Stalder 2, 105: des adlers feind sind der klän und das klein vögelin küngele genant, dann der klän bricht im seine eier. Heuslin Gesners vogelbuch 1557 4ᵃ (bei Horst Frankf. 1669 s. 6 in nuszpicker verändert). Stalder stellt es zu schweiz. klänen klettern (s. klimmen); doch vergl. klener. ganz anders ein ahd. chleno cicindela (s. gleim).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1866), Bd. V (1873), Sp. 944, Z. 47.

klänen

klänen,
kleben, s.klenen; klagen, s.klönen; klettern, s.klimmen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1866), Bd. V (1873), Sp. 944, Z. 57.

klenen, klänen

klenen, klänen,
gleich kleiben, schmieren, streichen.
1)
gebrauch und verbreitung.
a)
von lehmbau, wie kleiben sp. 1067, mhd. klänen, klënen, bair. östr.: als die pfæl in ainer klänten want den laim auf haltent. Megenberg 22, 9, den lehm aufrecht halten (die pfæle sind die nd. md. staken, klêmstaken Dähnert 234ᵃ), in andern hss. in einer chlenwent (kleibwand), gekleibten want. daher vom nestbau der schwalbe:
ein swalwe klent von leime
ein hiuselîn.
Neidhart 30, 38 H. 54, 7 B.,
dazu verklenen verstreichen und klenster mhd. wb. 1, 843ᵃ (s. kleister 1, a). wie klenwand, so östr. klenwerk gleich kleibwerk: die stat Partzow ist eingefangen mit khlenwerg. fontes rerum austr. 1, 326, mauer aus kleibwerk.
b)
beschmieren, beklecken, vgl.beklenen:
nun war ihn klent kopf, lend und brust,
das sich ihr jeder ducken must
unters wasser, den dreck abwusch.
H. Sachs 2, 4, 80ᵈ;
und klent uns frei do heim die went
mit beiden henden wie er kan,
das wir uns all verwundern dran
wo er die kunst des schreibens nam,
so er doch in kein schuel nie kam.
fastn. sp. 1060, 11.
c)
noch in voller geltung ist es im bair. östr. gebiete, bair. klänen (mit beklänen, an- aufklänen u. a.), dazu kläner m. kleiber, streicher, klänerei schmiererei, klänig schmierig, klänkäs schmierkäse, auch bildlich sich klänen mit .., 'bemengen', einlassen, s. Schmeller 2, 357. östr. glena u. s. w., glener ein schlechter maler Castelli 141, klänen besudeln Loritza 74ᵇ, bei Höfer 2, 141 z. b. eine mauer mit laim anklenen, bestreichen, klenboden zimmerdecke mit lehm und stroh verkleidet. in Tirol, Kärnten klânen (tir. verklânen verkleckern).
d)
aber auch in ganz andern theilen Deutschlands, sodasz es einst allgemein gewesen sein mag. in Aachen klêne mit lehm bauen oder bewerfen, klênerei f. und klên m. kleibwerk, schmiererei Müller u. Weitz 111, sie bringen aus urk. bei mit leimen beklennt. am Mittelrhein klenen und klinen schmieren, beklinen beschmieren (s. Kehrein), westerw. klinscheibe Schmidt 19 gleich kleibscheibe maurerkelle. selbst in Mitteldeutschland eine spur in thür. von dreck klennern (wie klebern 2), sächs. beklennert besudelt.
e)
auszer Deutschland wol erhalten im norden: dänisch kline kleiben, kleben (trans.), tünchen, dazu klineväg kleibwand, lehmwand, klinvärk wie östr. klenwerk vorhin, u. a.; schwed. klena, dial. auch klina, klajna, dazu klinare der kleiber, klena f. klecks u. a.; norw. klina und kleina, altn. isl. klîna.
2)
formen und verwandtschaft.
a)
am alterthümlichsten zeigt sichs ahd.: praet. giklan, biklan klebte, beklebte, part. bichlenan Graff 4, 558 fg., also starkformig wie geben, lesen, praes. chlinu, inf. chlënan. davon ist denn das mhd. nhd. klenen eine ableitung, mit gebrochnem e (aus i), wie die form klänen bezeugt, also mhd. klënen, ahd. anzunehmen chlënên (s.kleben I, c), das neben chlënan ähnlich steht wie chlëbên neben chlîban, wie auch bei beiden im übergang von der starken zur schwachen form die bed. nicht gewechselt ward.
b)
aber auch von einer andern starkformigen bildung sind spuren erhalten, obwol nur in einer mundart von heute: westerwäldisch bekleine beschmieren, bekline beschmiert, von kleinen kindern (Schmidt 19); es bestand also neben ahd. chlënan auch chlînan, praet. chlein, ganz wie sich neben chlîban, alts. clîƀan sp. 1044 ein starkes clëƀan ergab, ausbildung éines stammes in mehrern verwandten ablautsreihen oder übergang aus einer in die andere, wovon immer mehr beispiele auftauchen (s. J. Grimm gesch. der d. spr. 851 ff., vergl. hier kresen, klieben). dem vermuteten chlînan entspricht denn auch das nord. klîna (mit ablaut norw. kleina, schw. klajna), nur schon schwach geworden, wenigstens im part. isl. klîndr, norw. klînt Aasen 222ᵃ. steckt etwa in dem nrh. klêne 1, d vielmehr kleinen?
c)
nächstverwandt ist das gleichbedeutende kleimen sp. 1087, wo gleichfalls altes starkes klîman spurweise vorblickt; dazu musz auch das klamm klebrig (sp. 936 mitte) entfernt gehören, das vielleicht auf den ablaut wie in klënen klan deutet. die weitere verwandtschaft s. sp. 1066 mitte; man könnte sl. glina thon unmittelbar mit klenen vergleichen, ebenso kymr, glynu kleben, und selbst lat. linere vielleicht, da alter abfall des g sich schon dort ergab; damit kämen wol aber selbst limus und lehm, leim in frage, sodasz hd. leim lehm genau zu ags. clâm lehm träte.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1144, Z. 22.

klönen, klänen

klönen, klänen,
ein merkwürdiges wort nord- und süddeutscher mundarten.
1)
schwz. klöhne fortgesetzt jammern, ächzen, klagen (Rütte 47): die mutter .. blieb stumm, Joggeli mochte gifteln und klöhnen so stark und so lange er wollte. Gotthelf 3, 12; um Vreneli mit brummen und klöhnen zu unterhalten. 226. Stalder 2, 105 gibt vielmehr klänen, aus angeborner übler laune klagen, eine kläne die so klagt. eine spur aus dem übrigen oberd. bereiche vielleicht in dem henneb. sprichwort: Klœ'le hot mea als Prœ'le, einer, der immer klagt, hat mehr als ein prahler. Frommann 2, 408ᵃ. 412.
2)
niederd.
a)
hamb. klöhnen klagen, he klöhnet my de ohren vull, liegt mir mit klagen in den ohren. Richey 123; he klönt as en ôlt hûs. Schütze 2, 280. auch ostfries. Stürenb. 112ᵃ. also genau der begriff des schweiz. wortes.
b)
aber auch mit andrer wendung des begriffes, langweilig und weitschweifig reden, holst. Schütze 2, 280, ostfries.; mit dem vorigen verflieszend in Fallersleben, langweilig und kläglich sich über etwas auslassen Fromm. 5, 151, ditmars. klænen aber auch gemütlich schwatzen. der laut des ö (ä) ist übrigens genauer jener zwischen œ und æ schwebende laut der dem nd. eigen ist; aber auch die schweiz. form schwankt ja zwischen œ und æ.
c)
noch anders meklenb. in anklænen angeben, klænbüdel, klænhâmel m. angeber, verklager (K. Schiller).
d)
wieder anders bremisch, mit durchdringender stimme reden, und überhaupt 'schallen, wiederschallen' brem. wb. 2, 808.
3)
verwandtschaft.
a)
letzteres wird die alterthümlichste erscheinung des begriffes sein, worin die übrigen sich noch vereinigen, das fortgesetzte klingen das einem im ohre liegt, vorzugsweise ein unangenehmes. und bei klingen selbst findet das wort auch seinen nächsten anhalt, an dem nebenstamm fries. klinna, ags. clynnan (s. klingen I, c).
b)
wie nun stämme mit liquidem auslaut sich gern verstärken, so treten hier herzu schles. klinseln weinerlich klagen Weinhold 44ᵃ (vgl. geklinsel), tirol. klinstern, klenstern klägeln Schöpf 327, die im vocal zu klinna stimmen; näher zu klönen stimmend aber auch klunstern, schweiz. klumsen u. a., s. davon klünseln. mit noch anderm auslaut, der an klingen (klinken) erinnert, schwed. dial. klynka Rietz 330ᵇ, dän. klynke kleinlaut jammern, stöhnen, klagen, schwed. auch klanka Rietz 324ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1221, Z. 68.

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Zitationshilfe
„klänen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kl%C3%A4nen>, abgerufen am 30.11.2020.

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