Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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klapfen

klapfen,
nebenform von klaffen, ahd. chlaphôn, s. dazu unter klapf; eigner weise ist hier die form mit pf selten und ungebräuchlich, während sie in klopfen die herschende wurde; für klapfen gelten klaffen und klappen, während dort kloffen selten, kloppen nur mundartlich ist. weit häufiger kläpfen.
1)
gleich klopfen, plaudere: reden, welche da dʒ hend klapfen und geschrei der zuͦhörenden ufreizen. Gengenbach pfaffensp. 170 (s. 171).
2)
klapfen crepare, crepitare (klappern u. ä.) erwähnt Stieler 967 nebenbei unter klappen, Schottel 1345 klapfen claquer, losklapfen. bei B. Ringwald ist einmal zapfn : klappn gereimt, s. klappen 2, b. aber auch der Schweizer Denzler clavis 2, 172ᵃ (Basel 1697) hat klapfen strepitum dare, und N. Manuel: ich bin erschrocken dasz mir die zän klapfen. sendbrief von der messkrankheit Scheible kl. 10, 362 (bei Grüneisen 424 klopfen); sein leib erzittert, seine zäne klapften. buch der liebe 199ᵃ, zanclapphung stridor Dief. 556ᵃ (s. unter klapf 2, c). vgl. die interj. klapf und klepfer klapper u. klaffer sp. 901, auch klapfern.
3)
gleich klaffen schwatzen: aus der schule klapfen Schottel 1118ᵃ, das ist aber wie die angabe unter 2 nicht aus dem leben, sondern das nd. md. klappen (sp. 896) von dem norddeutschen grammatiker nach der regel verhochdeutscht; merkwürdig in einem nd. voc. d. 15. jh. clapphen garrulare Dief. 258ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1866), Bd. V (1873), Sp. 955, Z. 49.

kläpfen, klepfen

kläpfen, klepfen,
einen klapf thun, ein besonders alem. wort, wie klapf selbst. ahd. chlaphian, chlephian (s. unter kläffen), mhd. klepfen nicht nachgewiesen (aber beklepfen, erklepfen, klepferen wb. 1, 835ᵇ. 836ᵃ). die nebenform kläffen ist hier die seltnere, während neben klaffen (chlaphôn) umgekehrt klapfen selten ist. nd. nl. entspricht kleppen, s.kläppen. ebenso alem. klöpfen neben klopfen, vgl.klepf unter klapf 2, d.
1)
schallen, knallen, schnalzen, klappen u. ä.
a)
von schlägen: als man es drauszen so klapsen und klepfen hörte (von der schlägerei). Gotthelf 2, 59;
da stach man in sie seer on truren,
nun buff und buff (giengen die hiebe), das immer klepf,
man schlug sie mütlich uf die köpf.
Hans Schnider die künigliche schlacht.
b)
knallen, von schüssen, pulver u. ä. (s.klapf 2): disz (wasser) hat sein art, das immerdar darin ein klepfen und knellen gehört wird, als ob man mit püchsen darin schieszen thet. Thurneisser von wassern (1572) 196; giengen dem gewild nach, welches sie .. mit abgetödtem pulver, das nicht laut kläpfte, zu fällen wusten. Simpl. 2, 27 (3, 176 Kurz); sonsten kan man das pulver wohl natürlicher weis zurichten dasz es nicht kläpft. 3, 85 (1713 s. 68); die rohr, daraus man einem ohne pulver (dann es wird nur mit luft und einer kugel geladen) auf hundert schritt ohne sonders grosz kläpfen das liecht ausblasen kan. 3, 86. daher schweiz. für schieszen, selbst trans. (z. b. einen vogel kläpfen). Stalder 2, 106. ähnlich: stlopus, zungenschlag mit einem ton oder backenschranz, wenn einer die backen aufblast und den athem mit einem klapf laszt häraus brächen, das klepfen Frisius 1243ᵇ. auch mit der peitsche knallen, schweiz., kärnt.: klepfen mit einer geislen. Fris. 164ᵃ.
c)
schnalzen: concrepare digitis, mit den fingeren schnellen oder klepfen Fris. 282ᵃ (ein klipplein schlagen Luther). mit der zunga chlepfa schnalzen, mit de fingera chlepfa, 'klippchen' schlagen Tobler 105ᵇ, vgl.abchlepfa intr. abschnellen 8ᵃ.
d)
klappen oder klappern: kan einer nicht mehr trinken, so sihet er doch gern zepfen und hört gern die kannen klepfen. Fischart Garg. 259ᵇ (klöpfen Sch. 490), wol vom zuklappen des deckels, s. unter klapf! aber auch klappern, wiederholtes klappen, nach zanklepfen (in der hölle) Murner luth. narr 51 Scheible, wie klaffen 1 a. e., klapfen 2.
2)
schallend schlagen (s.klapf 1). so schwäb., bes. schweiz.
a)
kläpfen 'schlagen dasz es klappset' Stalder 2, 106, abchlepfa abpeitschen Tobler 8ᵃ.
b)
mit der hand einschlagen in die hand des andern, wie beim grusze, und vom handschlag bei einem gelöbnis (einem klepfen, so geloben) und beim 'kaufschlagen' (s. d.), daher hineinklepfen einen kauf durch handschlag bestätigen (wie nd. inklappen, s. u.klapp! a. e.) und den andern 'beim wort nehmen' Stalder.
c)
eigen bildlich täuschen, betrügen Stalder. ähnlich das chlepft ihn, bereitet ihm den sturz Tobler 105ᵇ, es klepft einen, er wird bankerott Rütte 47, es hett 'ne (ihn) chlepft, er ist plötzlich gestorben Fromm. 2, 372ᵃ. vgl. unter 4 und klapp 3, ahd. bichlepfan unter kläffen 2.
3)
schallend platzen, so aus Bern bei Fromm. 2, 372ᵃ, also wie klaffen, s. sp. 898 und vgl. folg., auch it. schiappare sp. 897.
4)
schallend, klappend fallen: das gatter chlepft, fällt zu, klappt ein. Tobler 105ᵇ. schwäb. aufkläpfen mit geräusch fallen, dann aber bildlich bankerott machen, wenn man es lange verbergen wollte, und unehlich niederkommen Schmid 315; diesz aber, mit dem plötzlichen ausbrechen des gerüchts und der schande unter die leute, erinnert an die begriffsreihe von frz. éclater, eigentlich bersten, gehören also vielleicht zu 3, doch s. auch 2, c.
5)
plaudern, schwatzen, wie sonst klaffen, klappern; so schweiz., dazu klepf, klepfe f. 'alletagsschwätzerin', klepfer, klepfi m. 'alletagsschwatzer', adj. klepfig, klepfhaft, auch ausklepfen, verklepfen Stalder 2, 106; das letzte, wie schwäb. verkläpfen (verklöpfen) Schmid 315 auch verleumden, s. dazuklapf 3.
6)
was ist aber folg. kläpfen? seine erschreckliche paruque, unter deren er herfür guckte wie eine eul die kläpfen will Simpl. 2, 257 (3, 325 Kurz). vgl. cimbr. klepfen bellen Schm. 136ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1866), Bd. V (1873), Sp. 955, Z. 72.

kläpfer, klepfer, m.

kläpfer, klepfer, m.
1)
schwätzer, s.kläpfen 5.
2)
kärnt. klepfar kleiner schall, knall.
3)
gleich klepper als pferd, s. d.
4)
schweiz. von kirschen und trauben (weinbeeren?) kecker, derber art Stald. 2, 106; von der straffen fülle, die platzt? s.kläpfen 3.
5)
schweiz., schwäb. das seifenkraut, der taubenkropf, cucubalus behen, nd. klapblaume Schambach; es heiszt auch klatschkraut, es musz also etwas klappendes, klatschendes dabei sein, vergl. klaffer sp. 899.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 4 (1866), Bd. V (1873), Sp. 956, Z. 64.

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Zitationshilfe
„kläpfer“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kl%C3%A4pfer>, abgerufen am 03.12.2020.

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