Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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klüngel, klünglein

klüngel, klünglein,
knäuel, dem. vom vorigen.
1)
als neutr.
a)
klüngel glomus Alberus y 3ᵃ, auch globus ein klüngel P 1ᵇ, also auch noch ballen, klumpen? s.klung 2, a. klungel, klungele Dasyp. 87ᶜ. klüngel als knäuel noch wetter., mittelrh., bair., östr.
b)
mit voller endung klüngelein glomus Denzler 1, 311ᵇ. 2, 173ᵃ, alt clungelîn Graff 4, 565, klunggelîn voc. opt. 13, 17, glungelîn Schm. 2, 359 (vgl.glonko unter klung 2, a); in einem rhein. voc. des 15. jh. klongelin Dief. 266ᵃ.
c)
öfter klüngeln glomer Alb. Oo 3ᵇ, involucrum das klüngeln das ufgewickelt ist C 1ᵇ, glomero ich wickel uf ein klüngeln P 1ᵇ (auch globosus wie ein klüngeln rund): vij heller umb ij klungeln blâis (blaues) garns und j wisz clüngeln. invent. Elsen v. Holzh. 1410 im Frankf. arch.; got windet oder haspelt aller menschen missethat auf ein klüngeln. Frank spr. 2, 64ᵇ.
d)
ein klüngle faden glomus, an ein klüngle winden glomerare Fris. 606ᵇ, Maaler 246ᵃ, auch panus, ein klüngle faden, wäberspuͦlen Fris. 944ᵃ; einem klüngle faden verglichet, das verworren ist. Ryff trostb. 14ᵇ. bei Schönsleder klungle.
2)
aber auch noch als fem., wie ahd. das einfache wort, schwz. die klungel, klungele Stalder 2, 111, chlungela Tobler 110ᵇ: die gedanken (der verwirrten) glichen einer verkutzten klungele kudergarn. Gotthelf 19, 284. diesz dann wieder verkleinert klungeli, klüngeli n. knäulchen. auch klunkel (vgl.glonko unter klung 2, a): katzen und kleine kinder kugeln gerne mit klunkeln und kugeln. Rochholz alem. kinderlied s. 27.
3)
und selbst als masc. klüngel bei Rädlein 548ᵃ, klungel bei M. Kramer, vgl. das m. unter klung 2, a.
4)
i für ü ist doch wol unecht: klingeln glomus Dief. 266ᵃ (vgl. unter klüngeln 1); ein klingel zwirns. Am. Priv. (?) 357; soll die pletter von weid sammeln und sie so lang zubereiten, bisz sie zu klingeln und kugelin werden. Sebiz 59. daher wol siegerl. klengel Schütz 2, 16ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1295, Z. 52.

klüngel, klungel

klüngel, klungel,
ein mehrdeutiges rheinisches und westmitteldeutsches wort.
1)
mrh. klungel (f.?), quaste, troddel Kehrein 230, auch klunge f. (nachtr. 29); ebenso in Lippe klüngel f. klunker an der schafwolle, an lumpigen kleidern Fromm. 6, 215, in Waldeck klüngelen pl. Curtze 477ᵃ, im Siegerlande klüngel, klongel f., haare oder wolle mit klunkern Schütz 2, 16ᵃ, westf. klungeln pl. lumpige kleider (brem. wb. 2, 813). vgl. klunker troddel.
2)
köln. klüngel, in Aachen klöngel, ein träges frauenzimmer (hier auch klöngel m. ein dicker fauler junge) Müller u. Weitz 113, nl. klongel, klungel schlechte dirne, fläm. m. schlingel Schuermans 259ᵃ, ostfries. klüngel f. liederliches weibsbild. dazu bietet das schweiz. die nächsten anklänge: bern. chlunglere mulier bacchans, larvata Fromm. 2, 483ᵇ, glünggi wer in nachlässiger kleidung herumschlendert, umme glüngget, s. Stalder 1, 457. s. weiter klüngeln 2, und klunkern 1, c.
3)
anders, bildlich, als masc.: dasz es um Romanzoff und seinen ganzen klüngel gethan war. E. M. Arndt wanderungen 31. 253, anhang, clique, ist das vielmehr von der bed. knäuel? am Rhein ist viel vom kölnischen klüngel die rede, durch den man dort im städtischen leben allein zu etwas gelangen soll, schleichwege, geheime fürsprache u. ä.: unterschleif und klüngel. köln. zeitung 1854 nr. 210. so nd. klungelije, dazu klungeln complottieren. brem. wb. 2, 813, osnabr. klüngeln mauscheleien machen, s. Strodtmann 107.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1296, Z. 8.

klungeln, klüngeln, verbum

klungeln, klüngeln, verbum
zu beiden klüngel.
1)
zu klungel knäuel: glomerare klungeln Dief. 265ᶜ, klingeln dict. lat. germ. Frcf. 1610 308, ufklingel(n) conglomerare Dief. 142ᵇ, schweiz. chlungle Frommann 2, 483ᵇ.
2)
westf., gött. klüngeln (rümme kl.) sich faul herumtreiben Fromm. 5, 138, Schamb. 105ᵃ, auch zaudern Curtze Waldeck 477ᵃ, siegerl. langsam gehn oder arbeiten (auch klönkern), nrh. klöngeln Aachner mundart 113, nl. klongelen. ostfries. klüngeln (verkl.), verschwenden. s. das zweite klüngel 2.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1296, Z. 33.

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Zitationshilfe
„klüngel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kl%C3%BCngel>, abgerufen am 27.11.2020.

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