Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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klöppel, m.

klöppel, m.
das hochd. klöpfel in mitteld. form, wie kleppel, klippel, klüppel neben klepfel, klipfel, klüpfel stehn.
1)
glockenklöppel, cloppil in einer mitteld. hs. des Freidank 126, 15, glockenkloppel campanale Diefenb. 93ᵇ. 584ᶜ, kloppel bapsillus 65ᵇ. 160ᵇ, klöppel rophalum Alberus u 3ᵃ, Rädlein, Kirsch u. a. Stieler 984 nennt zwar nur als nd. klöpel, doch eine ungeklöppelte klocke campana sine pistillo, es ist in mitteld. und nordd. mundarten die herschende form:
wer alle wort zum ärgsten deutet,
gleicht dem so an der glocke läutet
wo fuchsschwanz statt des klöpels hängt.
wolgeschliff. narrenspiegel (Zarnckes Brant s. 43ᵃ);
schmaus ohne klang ist grade wie glock' ohne klöppel.
Voss Luise 3, 584 (3, 2, 94);
die dicke glocke schlug 11 uhr und ihm klangs als bewegte der todesengel den leichenklöppel darin. J. Paul flegelj. (1804) 3, 51; der klöppel schlägt an. Tieck. danach wol vom hämmerchen am clavier:
die klöppel schlagen nach den dämpfen (dämpfern)
den todten drat beseelend an.
Ossenfelder 19.
2)
werkzeug zum schlagen in anderm gebrauch, wie klöpfel, klopfholz, hie und da bei handwerkern, klöppel malleus Alberus Aa 3ᵃ, kloppel antrillus Dief. 39ᵃ, trusorium 600ᵃ, nl. garencloppel malleus stuparius Junius das. 345ᵃ, vgl. klöppeleisen. trommelklöppel: neben einem langen menschen, der auf einer steinbank sasz und zwei klöppel über eine kindertrommel in bereitschaft hielt. J. Paul Titan 1, 170, er hätte doch das oberd. klöpfel beibehalten sollen. auch der obere theil des dreschflegels, klöpel Schröer nachtr. 36ᵇ.
3)
knüppel, fustum kloppel, ein kloppel hulz Dief. 254ᵇ. beim holzschlagen die klein gehauenen äste, s.klippel, ↗kleppel, vergl. kliebenklöppel. klöppel der den hunden im dorf angehängt wird, damit sie dem wildbann keinen schaden thun, vorschriftmäszig 5/4 elle lang (Frisch 1, 524ᵇ), daher ein geklöppelter oder geklippelter hund (Adelung, vgl. unter 1). klöppel an den füszen, als hindernis: alles was er sonst schnell abmachte, laufen, verschlingen des essens, sprechen, rauchen, das gieng jetzt (wie) mit klöppeln an den füszen (so langsam). J. Paul Titan 4, 3, vgl.klotz II, 4, c. im forstwesen heiszt auch der runde klotz, der zu scheiten zu schlagen ist, klöppel, klippel, anderwärts schrot, walze. Adelung. vergl. schles. erdklöppel kohlrabi Nemnich 1, 674.
4)
klöppel zum spitzenklöppeln, von seiner ähnlichkeit mit dem glockenklöppel, an den er in form und bewegung erinnert, bei Stieler 984 klöpfel, klüpfel und klöpel, bei Frisch 1, 524 klöppel und klippel, bei Amaranthes frauenzimmerlex. (1715) kleppel, bei Adelung klöppel, und diesz ist die form die in der heimat des klöppelns, im sächsischen Erzgebirge gilt. niederd. knuppel, dän. kniplestok, bair. östr. klöckel, glöckel, anderwärts kegel, schweiz. düntel, niederl. klos m. (d. i. 'klotz').
5)
grober mensch, wie flegel, z. b. sächs. bauerklöppel. dazu wol folg.: sie erlauben, dasz ich ihnen den mechanten streich erzehle, der mir .. von einem solchen klöppel (einem juden) gespielet worden. Darbennime cur. reisebeschr. des h. Androph. Lpz. 1735 s. 4. der schulklopfer der juden heiszt schulkloppel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1232, Z. 46.

kopfklippel, klöppel, m.

kopfklippel, klöppel, m.
s. u.kopfholz.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1776, Z. 12.

klüppeln

klüppeln,
wie klöppeln, s. d.; vom spitzenklöppeln hat es M. Kramer. nl. kluppelen heiszt mit knüppeln schlagen, knüppeln.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1307, Z. 45.

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Zitationshilfe
„klüppeln“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kl%C3%BCppeln>, abgerufen am 28.11.2020.

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