kläpper m
Fundstelle: Lfg. 5 (1867), Bd. V (1873), Sp. 966, Z. 27
subst. zu kläppen, oder klappen.
1)
schwätzer, z. b. bei Meisterlin Nürnb. chron. 3, 133, 10 in mehrern hss. kleppern dat. pl. für klepperern (in einer kleffern), es ist wol nur kürzung davon (s. kämmerin). echt aber mag sein md. im 14. jh. cleppere Haupt 4, 308 (877). vgl.klapper schwätzer.
2)
klopfer, bei den juden, kläpper, beamter der zur synagoge ruft durch klopfen. Rüdiger zuwachs 2, 91, schulklepper.
klapper f.
Fundstelle: Lfg. 5 (1867), Bd. V (1873), Sp. 965, Z. 61
klaue, s.klaper.
klapper f
Fundstelle: Lfg. 5 (1867), Bd. V (1873), Sp. 965, Z. 62
crepitaculum, werkzeug zum klappern. es ist die md. nd. form, die aber im nhd. die herrschaft erwarb, wie klappern; eine entlehnung aus dem md. nd. ist freilich nicht zweifelfrei, s. unterklappern I, c. die streng hd. form ist klaffer oder klapfer, die aber ganz selten sind, häufiger die nebenform klaffel, kläffel (gleichsam die mutterform zu beiden zeigt klaffe f., wie zu klapper nd. klappe klapper); s. auch die nebenform kläpper, die vorzugsweis hd. ist, merkwürdig auch als masc. auch nl. klapper Kil., engl. clapper, entlehnt dän. klapper.
1)
eigentlich. nd. klapper crepitaculum Chytraeus c. 51 (bei Golius klepper). clatria, i. e. instrumentum ligneum loco campanarum, ein clapper voc. ex quo Dief. 125ᶜ (wol rhein.), statt der glocken in der charwoche, s.kläpfelein. in md. vocc. des 15. jh. fusum, beteclappir, petteclappir Dief. 254ᵇ, beim bitten, betteln, wie sie die aussätzigen, auch die almosensammler, trugen (s. kläpperlein, kläpfelein, klöper, kläpperholz, klaffe 1, klappermann, feldsiechklapper). von hd. wbb. zuerst bei Stieler 967, kindesklapper; klapper damit die aussätzigen rasseln, klapper in der mühle Rädlein 540ᵃ, klapper der siechen, der nachtwächter Frisch 1, 519ᵃ. jagdklapper, z. b. bei der schnepfenjagd: die jungen mit ihren klappern. Döbel 1754 2, 182ᵇ. die klapper der klapperschlange. J. Paul Titan 3, 75. im rotwelsch heiszt die mühle klapper, im damastwebestuhl gewisse klappernde werkstücke (vgl.klaffer sp. 899 unten).
2)
klapper, schwatzhaftes maul:
derwegen thu, mein christ, gemach,
sag nicht bald (gleich) was du hörest nach,
damit du gute freund behaltst
und nicht durch deine klapper falst.
Ringwald laut. warh. (1621) 121.
es heiszt ihr maul geht wie eine klapper (mühlklapper); der vergleich ist alt, s. sp. 893 unten, 887 unten, vgl.klappermaul. ebenso ist engl. clapper klapper, klöpfel zugleich maul, zunge, clack und clicket, altengl. clater mühlenklapper, klapper und weiberzunge (s. Halliwell), dän. knäbber klapper und maul.
3)
aber auch die schwätzerin selbst heiszt kurz eine klapper, wie ein klappermaul, auch klappermühle; so henneb. Fromm. 2, 464, auch tirol. Schöpf 321, und schon im 15. jh. garrula, klapper Dief. 257ᶜ. ebenso gr. κρόταλον klapper und schwätzer.
klapper m. f
Fundstelle: Lfg. 5 (1867), Bd. V (1873), Sp. 965, Z. 43
ein kraut, der hahnenkamm, s.klaffer sp. 899, auch klapperkraut.
1)
klapper m. ist z. b. sächs. (neben klaffer), auch wiesenklapper: hederich, klappern, disteln (als unkraut im felde). öcon. lex. Lpz. 1731 sp. 2513. s. auch kläpper.
2)
aber auch klapper f. ( Campe), z. b. in der Wetterau, wol durch einflusz von klapper crepitaculum.
3)
im Göttingischen aber heiszt klapper f. die herbstzeitlose, klappern ziehen, das ausreiszen der pflanze im frühlinge, dasz sie nicht unters heu komme.
klapper m
Fundstelle: Lfg. 5 (1867), Bd. V (1873), Sp. 965, Z. 53
1)
ein klappender. Stieler 967.
2)
dasselbe ist wol, nicht fem., klapper an der thür, hammer oder ring zum anklopfen, cornix, cantharus Kirsch, battoir Rädlein, sonst der klopfer, engl. clapper; s.klappen 2, a.
3)
schwätzer, wie nl., nrh., s.klappen 6. in Oberensisheim im Elsasz hiesz ein straf- und irrenhaus der klapper, man sperrte da verläumderinnen ein (anz. des germ. mus. 1857 sp. 87). vgl. das dritte kläpper.
kläpper m
Fundstelle: Lfg. 5 (1867), Bd. V (1873), Sp. 966, Z. 24
wie klapper m., der hahnenkamm. Nemnich 4, 1151. so schwäb. klepper m. auf dem Hertfeld (in der Baar kleffer).
kläpper m
Fundstelle: Lfg. 5 (1867), Bd. V (1873), Sp. 966, Z. 23
pferd, gassentreter, s.klepper.
kläpper, klepper f
Fundstelle: Lfg. 5 (1867), Bd. V (1873), Sp. 966, Z. 34
nebenform zu klapper, wie kläppe zu klappe, kleffe zu klaffe, klöpfen zu klopfen, klächel zu klachel u. s. w. (den ganzen stamm durchzieht diese doppelform weithin durch die verwandten sprachen).
1)
eig., crepitaculum, kläpper Schönsleder, klepper Golius c. 50, Serranus dict. f 1ᵃ, mrh. klepper fusus Dief. 254ᵇ (s. unter klapper 1); streng hd. klepfer s. sp. 901. noch henneb. klepper kinderklapper, auch klappermühle oder hasenklapper in gärten Reinwald 2, 71. auch nd. kleper Schambach 102ᵇ.
2)
wie klapper 3, mrh. klepper schwätzerin Kehrein 228.
3)
merkw. findet sich das wort auch als m., von der siechenklapper, in einem satir. spruch, 'der geldsiech', gedr. Augsb. 1622:
was deut der klepper den du hast
in der linken hand also fast?
Scheibles flieg. bll. 68;
mein guldens schwert nahmen sie mir eben,
den klepper mir dafür han geben
wie einem siechen auf der bahn.
70,
vgl. das beigegebne bild. danach wird sich auch klapper m. in dieser bed. finden, vgl.klapf m. 3 mit der vermuteten bed. klapper.
Zitationshilfe
„klapper“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/klapper>, abgerufen am 08.12.2019.

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