Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

klick, m.

klick, m.
subst. zu klicken, wie klack zu klacken, sicher alt, wie sein bestand in England verbürgt (s. 1, a); eine schwache nebenform klicke s. u. 3, b, auch verstärkt klicks, wie klacks zu klack. vom stamme s. klack 5.
1)
kleiner, 'klickender' schall und schlag.
a)
klick, talitrum. Alberus t 2ᵃ, wie knippchen, schnippchen, schnalzer mit den fingern, oder auch nasenstüber; noch westerw. klicks, 'einen klix schlagen', auch klixen, ein schnippchen schl. Schmidt 80. ebenso engl. to click (auch mit den fingerknöcheln knacken, ticken wie eine uhr) Halliw. 255ᵃ, es rückt dadurch in vorgeschichtliche zeit. auch norw. klikk m., z. b. ein schnalzer mit der zunge Aasen 221ᵇ. dän. slaa klik von einem versagenden gewehr.
b)
als schlag älter nl., klick verber, ictus resonans Kil., auch engl. click a blow Halliw., und picard. clique klaps, klatsch Diez 596, wie franz. claque. hd. vielleicht unter 3.
2)
fleck, klecks, wie klack 3.
a)
klick, dintenfleck. grobian. 194ᵃ (Frisch 1, 523ᵃ). Schottel 1346. Stieler 973. dasselbe ist wol 'linctus ein klick' (latwerge) Dief. 331ᵃ aus Trochus. nd. klik, auch von jeder kleinen masse, mit ablautspiel bî klik un klak in kleinigkeiten Br. wb. 2, 783. auch schwed. klikk m. klecks, klümpchen, stückchen u. ä., s. Rietz 327, der auch altn. klikkr anführt; isl. klickr macula Biörn.
b)
gern verstärkt klicks, z. b. in Posen ein klicks butter, mus, kalk u. dgl., ein kleinerer klack. Bernd 125 (auch nd.), vgl. klitsch.
3)
bildlich, wie klaps u. ä.
a)
klick: so künde man noch hoffen, sie möchten mit der zeit des narrenspiels müde werden .. nu aber hengen sie dran den leidigen bösen klick, das sie drauf vertrawen als auf die warheit gottes selbs. Luther 8, 117ᵃ; gleich wie auch itzt das evangelium unter das papat springet und trit, das seine übermacht zuspritzet und uns bösen klicke anhenget, müssen ketzer ... heiszen und allerlei klick an uns haben. randgl. zu Jes. 63, 3, bei Bindseil 7, 521 (werke 64, 132); dasz solche buben einem ein klick in den bart werfen. Pape bettel- u. garteteufel P 6ᵇ.
b)
in schwacher form klicke, vielleicht fem. (vgl.klacke): in unserm Teutschland ist es (die komödie mit ihrer satire) gar ein seltzames (seltnes) essen, man leidets in der kirchen (vom prediger) nicht gern, will geschweigen auf dem spielplatz, dasz man einem seine fehler also schimpflich vorstellet, und oft gewiss nicht ohne gute klicken, dasz keiner gern auf sich lasset. Philander 1650 2, 889.
c)
es ist unsicher, ob zu 1 oder 2 gehörig (vgl. klemperlein 4), das letzte könnte sein gute, gut gezielte klapse, satirische hiebe, oder nasenstüber; aber auch fleck, klecks ist denkbar, wie deutlich bei Luther. ebenso gilt dän. klik, schw. klikk, es wird da als 'fleck' auf die ehre aufgefaszt. auch erklärt sich wol daher nl. klicken, beklicken, nd. nl. verklicken verläumden, verraten, wie schweiz. schwäb. verkläpfen von klapf in gleicher bed. (s. sp. 954).
4)
ein kleines holz über dem schaufelblatt des spatens, auf das man beim graben mit dem fusze tritt, um den spaten einzudrücken. Campe, nd. klik brem. wb. 2, 784. ähnlich auf schiffen, das äuszerste stück des steuers, und noch anders, s. Röding. nl. klik m. das unterste stück, der beschlag eines kolbens (schon Kilian).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1158, Z. 29.

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Zitationshilfe
„klick“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/klick>, abgerufen am 21.01.2022.

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