Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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klicke, f.

klicke, f.
als nebenform zum vor., wie klacke zu klack, vielleicht bei Philander unter klick 3, a. im Osterlande gilt die klicke, pl. klicken, gleich klicker schnellkügelchen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1159, Z. 4.

klicke, f.

klicke, f.
franz. clique, z. b. Mendelssohn bei Lessing 13, 259. clike Göthe 25, 141. man schreibt jetzt wieder clique und spricht klîke; dazu cliquenwesen u. a.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1159, Z. 7.

klicken

klicken,
schwesterwort zu klacken, klecken, wie klick zu klack, kleck, s. sp. 890 unten. es ist sicher gleich alt mit klick (s. d.). mhd. s. unter 1, a, ahd. vielleicht in arklihhôd extinctus Graff 4, 553.
1)
knicken, knacken, mit einem 'klickenden' klange brechen.
a)
intr., bersten, so fränk., rhein. Schm. 2, 352, mhd. in zerklicken von einem ei Konrad Otte 145, wo zwei hss. zerklicte haben für zerklacte; vgl.klecken 1, klacken 1.
b)
trans., fränk., rhein., z. b. nüsz aufklicken Schm. 2, 352; läusklicken. Fischart groszm. 40 (575 Sch.); wer die süszen mandeln wil genieszen, der musz die schalen klicken. Lehman 1, 579. vgl. knicken, das wahrscheinlich daraus entstand.
2)
von andern ähnlichen tönen.
a)
mit der peitsche knallen Schm. 2, 352, als bair. (oder gilt die angabe 'Franken, Rhein' das. mit dafür? vgl.klacken 2). verbreiteter im nd. gebiete und weiter, ditm., ostfries. einen hellen ton (klick) hören lassen Stürenburg 111ᵃ, nl. bei Kil. klicken crepitare (daher klicker pantoffel das.), ähnlich engl. click, s. unter klick 1, a. ferner picard. cliquer klatschen, vgl. franz. cliquet, engl. clicket klapper, cliqueter klappern, wie claquet, claquer; schwed. klicka von dem klange kleiner glocken, eines versagenden gewehrs, dän. klikke; norw. klikka mit der zunge schnalzen u. ä., es ist gleichsam ein kleines klacken, wie klitschen ein kleines klatschen, knicken ein kleines knacken u. s. w.
b)
dasselbe ist wol, dem gleichen klang zufolge, ein schles. klicken picken, hacken von vögeln, wie picken auch beide bedeutungen hat (vgl. dazu klack 5, c): die tauben sollen gerne nach dem salze klicken. M. Groszer, s. Frommann 4, 174; der findet das kindlein im wege liegen, deme die vögel schon die augen ausgeklicket. Pohl jahrb. 4, 79 das.; aber auch der Nürnberger J. Hellwig braucht es (und els. klichen oben könnte wol auch dasselbe sein):
es bikket und klikket, bezwikket
die tannen der hehr.
nymphe Noris 22 (Gödeke eilf b. 1, 348ᵇ).
3)
a)
gleich klecken 3, s. klick 2: einmal mit der that beweisen die gedult, davon sie so viel bücher vol klicken. Luther 3, 339ᵇ; wie sie alle bücher davon vol geklickt haben. 3, 505ᵇ. 5, 286ᵇ. 6, 65ᵃ; und uns dafür ire trewme in die bücher klickten. 3, 354ᵇ; die da wollen von dem reichen groszen ablas und gewalt des höchsten römischen bischofs darüber so viel papirs und bücher vol klicken. Tetzel das. 1, 18ᵇ; bücher klicken. Petr. 42ᵇ. bei Adelung volksmäszig auch von schlechtem malen: das ist nicht gemalt, nur geklickt. s.klecken 3, c. d, auch beklicken.
b)
auch von bauen, verächtlich: unerfahrne bauwmeister (von festungen) durch ihr ungereimbt flicken und klicken dem feind die eroberung in die hand geben haben. Kirchhof disc. mil. 12, wie kleiben, klitschen, eigentlich vom lehmbau, nd. klicken mit lehm mauern oder bewerfen (brem. wb.), mnd. klicken efte (oder) lemen, argillare. hor. belg. 7, 28ᵇ. bei Adelung als volksmäszig lehm klicken, den zubereiteten lehm in klümpchen anwerfen, daher lehmklicker gleich kleiber, vgl. klicker. erwähnenswert ein äuszerlich entsprechendes engl. clitch Halliw. 256ᵃ, in der bed. kleben u. ä., vgl. clatch unter klack 5, a.
4)
gleich klecken 4, ausreichen, wie nd. und nl. klicken:
nu klikt doch nit hundert pfunt,
das das recht cham (käme) zu grund.
fastn. sp. 1005, 27,
dasz du gründlich zu deinem rechte kämest, es wird damit vor dem appellieren gewarnt; welcher einzeliger mensch sich .. mit fünfzig guldin nit behelfen kan, der kan sich auch mit hundert nit behelfen, dann er hat im so vil dargelegt dasz in die fünfzig nit klickt haben. Frank sprichw. 2, 207ᵇ (?), mit accus. statt des gewöhnlichen dativs, s. unterklecken 4, b. klicken noch henneb. Reinwald 1, 80.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1159, Z. 10.

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Zitationshilfe
„klicken“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/klicken>, abgerufen am 03.12.2020.

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