Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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klücken

klücken
klopfen, ergibt sich wol aus folg.: der nit darmit kan (mit dem feuerzeug umzugehn weisz), der schlecht etwen weisz wie lang und klügt sich ee uf die hend, eb (eh) im ein liecht kan werden. Keisersberg bilg. 13ᵃ, von klüggen, s. das erste klocken. das u ist auch in kluckezen von dem klopfen in einem geschwür, bei kopfweh Schmeller 2, 352 (vgl.kluckzen 3), ebenso ostfries. klukken Stürenburg 113ᵇ; am einfachsten kärnt. kluck m. schlag, stosz Lexer 161.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1259, Z. 54.

klucken

klucken
gleich glucken.
1)
von vögeln.
a)
glocire, klucken als die bruthennen. voc. opt. Lpz. 1501 M 3ᵃ, gemma Cöln 1507 (Dief. 265ᶜ), klucken gracillare Dief. 267ᶜ (md., rhein.). schon mhd. mit schwankendem anlaut, glucken und klucken (s. b):
wan als ein voller krupfei (hahn),
der gât ûf einem tenne,
und als ein volkrüpfiu henne
diu niht mêre glucken mac,
alsô giengens als den tac,
diu hûsfrouwe und er,
hôchbrogende in dem hûse entwer.
Kolocz. cod. 164.
klucken neben glucken geben noch Schottel 1346, Rädlein 547ᵃ (das hun klucket, questa gallina chiocca), Steinbach u. a. die tenuis herscht in nd. klucken (brem. wb. u. a.), nl. klokken, dän. klukke, schw. klokka, klukka u. ä. Rietz 329ᵇ, ags. cloccan, engl. cluck, auch clutch Halliwell 258ᵇ, schott. clock, cluck.
b)
übertragen von menschen, hauptsächlich frauen:
noch habent die frouwen einen site ...
sô sie verslâfent etewenne,
daʒ si gênt kluckend über den tenne
durch den tac als ein bruothenne,
aleine (obgleich) ein man doch wol bekenne (merkt)
daʒ eʒ ein goukelklucken sî u. s. w.
Renner 142ᵃ v. 12243,
dasz sie erbärmlich thun, nur halblaut und kläglich reden, gleich einer henne die legen will; s. dazukluck 1 und schweiz. glugghenne von einer reizbaren person (Tobler 226ᵃ). ebenso span. clueco gluckend, und alterschwach, kränkelnd, ital. chioccio, wie chiocciare glucken und kränkeln, sich klagen, auch engl. als adj. cluck slightly unwell Halliwell 258ᵃ, wie man von einem kränkelnden sagt er hat den pips, er pimpelt.
c)
bemerkenswert ist die übereinstimmung der sprachen in der auffassung dieses naturlautes, doch ist auch hier urverwandtschaft nicht zu verkennen trotz der mangelnden verschiebung (vgl. sp. 3): gr. κλώζω (fut. κλώξω), lat. glocire; in den rom. sprachen gilt aber auch meist die tenuis: it. chiocciare, chioccare, span. clocar, cloquear, älter frz. clocloquer ('kluck kluck' machen, jetzt glousser), prov. clouchà, wal. clocëì (s. Diez 99), es wird wol auch lat. clocire gegeben haben. auch lett. klukstét, litt. klugěti, kluksěti. etwas abweichend slav., sloven. kvokati, poln. kwokać u. s. w. s. auchklucke.
d)
auch vom raben einmal, von milderen tönen: raben versammeln sich .. gleich als wolten sie spielen, fliehend lang in der luft, darzu ein wenig schreiend oder kluckend. Colerus cal. (im hausb. 1640) 128. vgl. unter kluchzen 2.
2)
von flüssigkeiten die durch eine enge gehen.
a)
eine flüssigkeit, die aus einer flasche mit engem halse geht, kluckt, s. z. b. einklucken, auch klocken 1 (sp. 1221), bair. kluckezen (s.kluckzen). daher heiszt ein solches glas kluckglas, engster, bombylius Chytraeus c. 91 (glückelglas Alberus), nl. klockglas Kil., vgl. kolkerglas.
b)
daher auch vom klange des schluckens (schlucken selbst klingt verwandt, vgl. sp. 1018): klucken, gargarisare. Schottel 1346; dat kind treckt (zieht), datt man so kluckt, dasz es nur so kluckt, von säuglingen. Danneil 106ᵇ. auch mit persönlichem subj.: se mag wol ins (einmal) klucken, liebt den trunk. brem. wb. 2, 812.
c)
ob diesz klucken mit dem vorigen wirklich eins ist, bleibt näher zu prüfen, wenn sich ältere formen finden. die töne sind sich ähnlich und oft gleich oder ähnlich bezeichnet, nl. klocken von beiden bei Kil., ebenso dän. klukke (auch kluckend trinken); schwed. klukka vom zweiten Rietz 330ᵃ (glukka 202ᵃ), ebenso schott. glock, glog (vom ersten clock). man sehe auch klunken.
d)
auch keltisch, gael. glug (vgl.glogag a bubble of water), kymr. clogorennu to bubble. und slavisch, klokotati κοχλάζειν, bullire Miklosich 290ᵃ, slov. klokotulja bombylius (s.kluckglas unter 2, a), niederwend. klokasch, kwokasch, hastig schlucken, 'glucken' Zwahr 156, böhm. klokati gurgeln, prudeln.
e)
wol auch klucken gleich schlucksen, s.glugger unter klocken 2, und klucksen, kluchzen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1258, Z. 62.

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