Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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klupf, m.

klupf, m.
fels o. ä., s. sp. 1203.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1302, Z. 54.

klupf, m.

klupf, m.
schreck, mhd. klupf und klupfe wb. 1, 849ᵃ bei alem. dichtern.
1)
es ist wesentlich schweiz., s. Frisius 960ᵃ, Maaler 246ᵇ. 361ᵇ, Stalder 2, 112, nach Schmidts id. bern. genauer plötzlicher schreck, chlupf, s. Fromm. 2, 483ᵃ; appenz. chlopf, pl. chlöpf Tobler 108ᵇ, der aus Zellweger app. urk. 2, 2, 179 einen sing. klüpf beibringt. sonst nur in Kärnten klupf m., das zucken des körpers bei einem plötzlichen schrecken Lexer 162, Fromm. 3, 118, wie schreck eig. das auffahren beim erschrecken ist. Frisch bringt aus Stettler ann. helv. 81 klupf im busen und erklärt 'herzklopfen für (vor) furcht', aber der 'plötzliche' schreck wäre damit nicht erklärt, und schweiz. heiszt es einen chlupf einnehmen Tobler 108ᵇ, wonach der klupf von auszen kommen musz.
2)
dazu schweiz. klupfig, klüpfig adj., wer leicht erschrickt, und mhd. erklupfen in schrecken geraten wb. 1, 849ᵇ, auch erklopfen 847ᵇ, und erklepfen in schrecken setzen 835ᵇ. so noch schwz. erklüpfen, erklupfen in schrecken geraten und in schrecken setzen, derklüpfen Fromm. 6, 286 (vgl. 410), auch kärnt. derklupfen und klupfen (diesz nur intr.), und 'cimbrisch' dorklupfen, dorkluffen intr. (Schmeller 137ᵃ).
3)
ursprung.
a)
ganz ähnlich wiederholt sich das wort im norden, nordengl. gloppen to be startled or greatly perplexed, und to frighten Halliw. 405ᵃ. mit andrer auslautstufe schottisch gluff (gloff) und gliff a panic, a sudden fear, auch als zeitwort plötzlich erschrecken, tr. und intr., jenes besonders impers., it glift him; die bed. ist aber dort noch reicher entwickelt.
b)
es heiszt aber da auch glocken, und diesem ähnlich schwed. kläck m. plötzlicher schreck (faͦ en kläck, wie schweiz. einen chlupf einnehmen), auch klakk Rietz 331ᵇ, das verb. aber ist stark, kläkka, praet. klakk, und nur unpers., det klakk i mig, vom stärksten schrecken. ebenso norw. klekke (aber pers.), auch von plötzlichem schmerz, besonders am herzen von schreck u. ä., altn. klökkva von tiefen und starken eindrücken aufs gemüt überhaupt, mit adj. klökkr tief betroffen, bewegt.
c)
der stamm klap, mit nebenform klak, der sonst ein schlagen und starkes schallen zugleich bezeichnet, ist nicht zu verkennen. die eig. bedeutung war wol die wirkung die aufs gemüt ein donnerschlag (einschlagender blitz) übt, der oberd. eben donnerklopf oder klapf hiesz; zu jenem stimmt erklupfen, zu diesem erklepfen, wol mochte in mhd. zeit der redende dabei noch deutlich an den klopf oder klapf des donners denken. ebenso stimmt zu dem schwed. kläkka mhd. klac vom einschlagenden blitze (s.klack 2, vgl. klicken 2). es ist auch zu natürlich, dasz die bezeichnung des stärksten schrecks eben durch den stärksten schreck entstand, der dem menschen vorkommt.
d)
so denn auch in andern sprachen, z. b. im gr. ἐκπλήττειν, καταπλήττειν, in schrecken setzen, von πλήττειν schlagen, eben auch vom einschlagenden donner gebraucht, daher πληγὴ κεραυνία treffender donnerschlag, κεραυνοπλήξ vom blitz getroffen, auch πληγὴ θεοῦ von schwerem unglück meint wol eig. einschlagenden blitz, wie πληκτικός betäubend. ἐκπεπληγμένος ist ganz gleich erklupfet, wie es jetzt heiszt 'wie vom donner gerührt', auch verdonnert, angedonnert, lat. attonitus, das auch ahd. mit pidonarôt glossiert wird. ebenso wol perculsus, 'betroffen', wie engl. struck gleich thunderstruck bestürzt, auch struck with terror. unserm worte gleich ist auch franz. étonner, aus extonare geworden (Diez 625), mit ex, 'aus', wie ἐκπλήττειν, erklupfen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1302, Z. 55.

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Zitationshilfe
„klupf“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/klupf>, abgerufen am 25.11.2020.

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