Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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klistier

klistier,
s. klystier.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1211, Z. 25.

klystier, n.

klystier, n.
franz. lavement, clystère, engl. clyster, ital. clistére, clistéro, sie gehn zurück auf gr. κλυστήρ m. (klystier und klystierspritze), doch hat auch die spätere form κλυστήριον (clysterium), eig. nur die klystierspritze, mit eingewirkt, wie schon das n. zeigt. die ältern formen sind wegen mangelnder angabe des tons schwer zu beurtheilen.
1)
mhd. 'clister' n. fundgr. 1, 322, 34, wie noch im 15. jh. klister clisterium voc. 1482 q 8ᵃ, clister nd. Dief. 127ᶜ, nrh. clyster Mones anz. 8, 405ᵇ, und ebenda cleyster, was auf vorausgehendes klîster weist, wie isl. klîstr.
2)
deutlich mit dem ton auf der endung, wie jetzt: kliestier, clistere. Wack. voc. opt. 25, 21, clistier nrh. 16. jh. Dief. 127ᶜ; auch unter 1 kann klistér mit sein. ist das ie der endung einwirkung des neugriechisch gesprochenen η oder nicht?
3)
die form clysterium zeigt sich deutlich in clisterie Dief. 127ᶜ, nl. klistery Kil., mhd. glisteri kaiserchr. 2, 594, glisterei Horneck.
4)
auch mit r für l, durch das r der endung herbeigezogen: kristier Closener 25, 'kristier clisterium' voc. th. 1482 r 4ᵇ, und wieder 'christiry clistere' voc. v. 1445 Schm. 2, 397, auch seltsam verlängert 'kristirer clister' voc. inc. teut. n 7ᵇ (wie kassierer für cassier u. a.). ebenso mlat. crister, cristere, cristerium und noch ital. auch cristere, cristero (span. umgekehrt clistel), wie bei uns noch kristier schwäb., bair., östr., oberlaus., und zwar meist als fem.
5)
doch ward es bald gelehrt corrigiert: klystier Brant narr. 81, 46, clystier Frisius 235ᵇ, als fem. Maaler 84ᵈ (der daneben volksm. crystierung braucht), wie nl. klisteer neben dem n. auch fem. ist. doch galt daneben das i noch lange (wie noch nl.): clistir Junius nom. 194ᵃ, clistier Rädlein 177ᵃ, Steinbach, Frisch. klystier Kirsch, Adelung.
6)
es heiszt einem ein klystier geben, auch setzen Rädlein 177ᵃ, Frisch 1, 171ᵃ, Adelung, schon im 16. jh. Dief. 127ᶜ, und der ausdruck läszt ebenfalls zugleich ans werkzeug denken.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1309, Z. 43.

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Zitationshilfe
„klystier“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/klystier>, abgerufen am 28.11.2020.

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