knabbern, knäbbern
Fundstelle: Lfg. 6 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1311, Z. 1
1)
mit geräusch nagen.
a)
knabbern Frisch 1, 526ᵃ: die kinder werden dadurch verwöhnt, wollen hernach immer etwas zu nulken und zu knabbern haben. Salzmann Sebast. Kluge 93; er neidscht dich, dasz du dich in diese uralte literatur tauchst, unterdessen er an längst geleerten eierschalen knabbert. Zelter an Göthe 3, 70; das nagen von gräsern und knabbern von baumrinde. Immermann Münchh. 2, 77; sobald sie sich an ihrem kohle satt geknabbert. 108. es ist thür., sächs., z. b. die maus knabbert an den dielen, der hund am knochen, das kind am zuckerzeug; auch die maus hat das fleisch beknabbert (vgl.beknabbern bekritteln unter beknappern), abknabbern u. a. auch nd. einzeln knabbern, z. b. in Fallersleben Fromm. 5, 152 (vgl. 3, a), und oberd., schwäb. knabern Schmid 318.
b)
auch knäbbern, z. b. in Sachsen, wie knäppern neben knappern.
2)
knebbern, belfern. Rädlein 549ᵇ, noch sächs. knäbbern, bremmeln, mürrisch reden und tadeln, sie knäbbert den ganzen tag. vgl. nl. knabbelen altercari Kilian, nrh. sich knebbelen Aachner mundart 115. der begriff des nagens wird öfter so angewandt, s.kifen, ↗kifeln, vgl. auch knäpern. auch clevisch knebbele feilschen, afknebbele abdingen (Geerling 15) könnte vom 'nagen' ausgehn.
3)
entstehung.
a)
knabbern ist nur die eine von zwei verkleinernden oder vervielenden bildungen, die gewöhnlich an das einfache wort sich ansetzen; die andere, mit l, herscht nd., z. b. brem., hamb., altmärk. knabbeln (gnabbeln), auch nl. knabbelen und mit ablaut knibbelen, wie westf. knibbeln knaupeln, altmärk. gnibbeln, 'seltener knibbeln', mit leiserem klange nagen Danneil 66ᵃ. engl. dial. knabble (wie knab) nagen spricht für hohes alter.
b)
es heiszt aber auch knappern, und knaffern (s. dort), und noch auszerdem zeigt sich so viel manigfaltigkeit der ausgestaltung, dasz das grundwort schwer zu ermitteln ist; s. zunächst knaben, nagen, zu dessen b das schwäb. knabern stimmt.
knabbern, knäbbern
Fundstelle: Lfg. 6 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1311, Z. 1
1)
mit geräusch nagen.
a)
knabbern Frisch 1, 526ᵃ: die kinder werden dadurch verwöhnt, wollen hernach immer etwas zu nulken und zu knabbern haben. Salzmann Sebast. Kluge 93; er neidscht dich, dasz du dich in diese uralte literatur tauchst, unterdessen er an längst geleerten eierschalen knabbert. Zelter an Göthe 3, 70; das nagen von gräsern und knabbern von baumrinde. Immermann Münchh. 2, 77; sobald sie sich an ihrem kohle satt geknabbert. 108. es ist thür., sächs., z. b. die maus knabbert an den dielen, der hund am knochen, das kind am zuckerzeug; auch die maus hat das fleisch beknabbert (vgl.beknabbern bekritteln unter beknappern), abknabbern u. a. auch nd. einzeln knabbern, z. b. in Fallersleben Fromm. 5, 152 (vgl. 3, a), und oberd., schwäb. knabern Schmid 318.
b)
auch knäbbern, z. b. in Sachsen, wie knäppern neben knappern.
2)
knebbern, belfern. Rädlein 549ᵇ, noch sächs. knäbbern, bremmeln, mürrisch reden und tadeln, sie knäbbert den ganzen tag. vgl. nl. knabbelen altercari Kilian, nrh. sich knebbelen Aachner mundart 115. der begriff des nagens wird öfter so angewandt, s.kifen, ↗kifeln, vgl. auch knäpern. auch clevisch knebbele feilschen, afknebbele abdingen (Geerling 15) könnte vom 'nagen' ausgehn.
3)
entstehung.
a)
knabbern ist nur die eine von zwei verkleinernden oder vervielenden bildungen, die gewöhnlich an das einfache wort sich ansetzen; die andere, mit l, herscht nd., z. b. brem., hamb., altmärk. knabbeln (gnabbeln), auch nl. knabbelen und mit ablaut knibbelen, wie westf. knibbeln knaupeln, altmärk. gnibbeln, 'seltener knibbeln', mit leiserem klange nagen Danneil 66ᵃ. engl. dial. knabble (wie knab) nagen spricht für hohes alter.
b)
es heiszt aber auch knappern, und knaffern (s. dort), und noch auszerdem zeigt sich so viel manigfaltigkeit der ausgestaltung, dasz das grundwort schwer zu ermitteln ist; s. zunächst knaben, nagen, zu dessen b das schwäb. knabern stimmt.
Zitationshilfe
„knäbbern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kn%C3%A4bbern>, abgerufen am 26.05.2019.

Weitere Informationen …