Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

knauen

knauen,
1)
nagen, ein nd. wort (brem. wb., Danneil u. a.), gewöhnlich gnauen (ebenda), nach folg. aber auch dem md. nicht fremd, wie es auch Stieler 1324 und M. Kramer anführen: unterschiedliche von hofe hatten sich in Cyrilis ihre schönheit so vernarret, dasz sie zusammen an einem beine knaueten. Castimonius das polit. hofmädgen 179. in Nassau dem. knaueln Kehrein 233, wie fläm. knauwelen Schuerm. 261ᵇ. Der anlaut kn- auch in nl. knauwen (bei Kil. auch knouwen), engl. dagegen gnaw, altengl. gnawe, s. dazu knagen 2. knauen ist eine selbständige dritte form neben knagen, knaben, mit ursprünglichem w als stammauslaut.
2)
eine andere md. spur gibt vielleicht osterl. knauen weinen, flennen (Bech), eig. weinend an einem nagen, wie kinder thun? das mrh. knaueln u. 1, westerw. knaule heiszt auch brummen, verdrieszlich thun und reden, nd. gnaulen, begnaulen, besonders von neid, in Fallersleben Fromm. 5, 146 (gnaueln nagen im brem. wb.); über das verhältnis der beiden bed. s. unterkiefeln 3. doch s. auch östr. knauren u. a. unter knaunzen 3, c.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1365, Z. 1.

knauen, knäuen

knauen, knäuen,
oberd., stampfen, zerstampfen: hier wollen wir des hiersknäuers meldung thun ... dasz er den hirs .. dörre und .. in eine stampfmühle bringe, woselbst die körnlein durch die stämpfe also lang geknauet werden, bis die .. bälge sich lösen. Abr. a S. Clara etwas für alle 1711 2, 242; gott knäuet manchen menschen in der stämpfe der geduld. ebenda. Es musz entstanden sein aus genauen, genäuen: ain metz genewens hirs. Nürnb. chron. 2, 313, 20; ain sümer geneuter gersten. 316, 22, mhd. niuwen, nûwen (eig. stark), s. wb. 2¹, 418ᵇ, Schm. 2, 668, weiter neuen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1365, Z. 19.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
klugschwätzer knieseilen
Zitationshilfe
„knauen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/knauen>, abgerufen am 26.11.2020.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)