Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

knautel, knäutel, kneitel, m.

knautel, knäutel, kneitel, m.
knoten, knollen.
1)
in Thüringen knautel halsdrüse (Arnstadt). mit andrer endung in der Oberlausitz knautern pl., s.knauder.
2)
ebenso knäutel, gewöhnlich aber kneitel gesprochen, hartes geschwür, drüse (sächs., thür.), auch schwäb. kneidel Schmid 319. im Osterlande auch derbes stück, ein kneitel brot (wie knaust 1, b). das alles musz aber eig. knäutel sein, wol auch 'kneitel, fester stock zum gehen' Schmeller 2, 376 (oberpf. wie es scheint), eig. knotenstock? vgl. unter knaust 7, b.
3)
kneutel, bündel, büschel: sie hatte in ihrem schnupftuch einen kneutel einer faust dicke voll zweipfennigstücke. lustige u. ernsthafte monatsgespräche 1, 156, vgl. knispel. im Voigtlande auch flachsknäutel, aber wol n., s.knaute.
4)
aus alle dem ergibt sich eine alte nebenform von knoten (s. d.), die sonst nur nord. ist, als urspr. auch md., hd., nur im demin. erhalten (das oft sein mutterwort lange überlebt), und in knaute durch anlehnung an kaute. s. auch kneuzel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1867), Bd. V (1873), Sp. 1374, Z. 18.

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Zitationshilfe
„knautel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/knautel>, abgerufen am 26.11.2020.

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