knopf m
Fundstelle: Lfg. 7 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1470, Z. 28
nodus, globulus.
I.
Formen und verwandtschaft.
a)
ahd. chnoph, chnopf, mhd. knopf; altfries. und noch neufr. knop (s. Richth. 876ᵃ), älter engl., schott. knop, mnd. knop neben knoop Dief. 382ᵇ (149ᵇ), doch kann auch mit 'knop' knôp gemeint sein. im nnd. gilt nämlich fast durchgehends vielmehr knôp (s. unter knauf); doch göttingisch bei Schambach 105ᵇ auch knop, pl. knöppe, wo aber mitteld. einflusz möglich ist. nl. knop, neben knoop in beschränktem gebrauche, entspricht nicht ganz, s. c.
b)
diesz knôp aber entspricht vielmehr dem hd. knauf, das zu knopf in verhältnis steht wie traufe zu tropfe, auch wie klosz, mhd. klôʒ zu klotz (s. d.), die zugleich mit völliger einheit der bed. ein reines seitenstück zu knôp, knauf : knopf darstellen. alle drei fälle stimmen auch darin überein, dasz nach dem kurzen vocal der geschärfte, nach dem langen der weichere laut steht, eine unterscheidung die doch nur in der hd. sprache ausgeprägt ist. wieder anders ist der vocal entwickelt in knaupe knöchel, knorren, beule (s. II, 1), denn das wurde aus knûpe; dazu vielleicht schott. knoop gleich knob knorren, und so stehen als schwesterformen nebeneinander (mhd. gefaszt) knûpe : knouf : knopf, mit deutlicher ablautung, ganz wie bei nd. klûte : mhd. klôʒ : klotz, und das gleiche wiederholt sich bei knoten.
c)
dazu stimmt eine vierte selbständige form, nd. und md. knuppe m. und f. (auch knubbe, knobbe) knorren, knoten, s. II, 1. 5, e. 9. 10, e; älter md. (15. jh.) knupp nodus Dief. 382ᵃ, nexus 379ᶜ (s. 11); daher wol knupf (12, c). auch mit umlaut westf. knüppe Lyra plattd. br. 123 fg., ostfr. knüpp knoten Stürenb. 117ᵃ. und mit gebrochnem vocal, wie knopf, md. 15. jh. knoppe Dief. 382ᵃ. 261ᵃ, wie noch bei Stieler (II, 5, e), auch nnd. Fromm. 3, 379, mnl. (II, 4) und bei Kil. knoppe, jetzt knop, aber im pl. knoppen. den ursprünglichen vocal zeigt auch noch knüpfen.
d)
aus dieser ablautung aber heraus tritt die nord. form, altn. knappr (auch hnappr) m. knopf, knollen u. ä., norw. schwed. knapp, dän. knap knopf, knauf, neben schwed. knopp, dän. knop knospe (II, 5), vgl. norw. knôp unter II, 1, b. dieser eigne vocal auch in schott. knap knoten, knorren z. b. an einem baume, wol auch in altfries. knap (s. II, 16), in fläm. knab knollen (II, 8), vielleicht sogar hd., da schwäb. knab, pl. knäbe für knopf angegeben wird (Birlinger); es ist wie neben knochen (I, 2) oberd. knacken, neben knorren nd. knarre, engl. knar. so gehört wol auch ags. cnäp berggipfel, hügel hierher, nordengl. schott. knap, denn es heiszt schott. auch knop und knoop, und ebenso entspricht unserm knollen ags. cnol hügel, gipfel, unserm knoten nordengl. knot felsiger berggipfel Hall. 498ᵇ, vgl. auch knocke 4, knübel 3; es findet sich auch auf deutschem boden in nd. knap m. anhöhe Schamb. 105ᵇ, Fromm. 6, 215, Kuhns zeitschr. 2, 83. 479, knep Aachener mundart 115, vgl. II, 9 a. e.; zu dem ablaut darin können stimmen knips, knups knirps, wegen der bed. s. II, 13, a. auch knebel kann hierher gehören, da sein e auf a zurückgeht.
e)
aber auch in dem auslautenden consonanten ist bewegung, wie so oft; denn neben hd. knopf, knauf steht hd. knaupe und knopper, auch knüppel (5) knoten, und knöbel, knübel knorren (vgl.knab unter d), und auch die vierte oder fünfte mögliche gestaltung des consonanten liegt vor in bregenzerw. knöver höcker (s.knöber). ebenso stehen nd. knovel (s.knöbel) : knobbe (auch md.) : knôp zu einander, engl. knob : knop. ebenso ist es bei knochen und knoten, sie sind dem knopf wahrscheinlich stammverwandt, s. darüber knochen I, 3, b.
f)
fürs hd. ist noch zu bemerken die schreibung knoff im 15. 16. jh. (s. unter II, 9. 13, b), ebenso knoffeln, knoffecht, beknöffen, wie ahd. knuffan gleich chnuphan, chnupfan knüpfen, noch Schöpf 329 gibt aus Tirol knoaff knopf, knoaffn knöpfen, vgl. mährisch kiffel für kipfel Fromm. 5, 213. es ist ein nachklang der alten strenghd. lautgleichheit von pf und ph (f), vgl. noch im 15. jh. knoph Dief. 382ᵃ, s. auch kaffen, klaffen und sp. 1223 unten.
g)
mitteldeutsche voc. des 15. jh. geben knop Dief. 382ᵃ (vgl.knöpfen 1, b), ebenso Trochus R 2ᵇ und zwar als fem. dy knop apex, knauf, knopf am messergriff; doch könnte das gekürztes knoppe sein. aber der knopp ist noch die ostmd. form (vergl. unter knöpel). merkw. aber auch hd. pp unter knöpfeln 1, c.
h)
die verwandtschaft mit knoten und knochen bestätigt auch die bed., sie bezeichnen eig. allerlei rund und fest hervortretendes, und auch bei knopf könnte das ausgegangen sein von den knöcheln am leibe, s. II, 1, b und knöbel.
II.
Bedeutungen.
1)
knopf am körper.
a)
knoten, knorren, auswuchs, geschwulst, so möglicherweise schon in ahd. 'cnopf bulla': dʒ er curiert hab einen jungen uszsetzigen, dem in dem antlitz anfingen knöpf zu werden. Gersdorf wundarznei (1528) 92; von dem knopf, das ist ein zufall so sich auf der hand oder auf dem fusz begeben und groszen jammer anrichten kan. oftmalen begibt es sich dasz einer auf ein hand oder auf das gerüste des fuszes geschlagen wird, und dieweil an demselbigen ort sehr viel bein und nerven ligen, so kans leichtlich geschehen dasz derselbigen eins oder mehr verletzet werden. und dieweil ein geschwulst darbei ist, so vermeint man gemeinlich es seie alles nur geschwulst, welches doch nicht ist. Würtz wundarznei (1612) 349, überbein, ganglion; wann einem bei der wunden oberhalp ein knopf (das ist ein harter düssel, welcher mechtig wehe thut) wolte wachsen. 290; geschwulst und knöpfe auf der (goldenen) ader. Hohberg 1, 285ᵇ. 286ᵃ; ein überaus schmerzhafter knopf oder geschwür an dem genick. Schöpf tir. id. 330 aus einer schrift von 1738. alte segensprüche, womit der knopf oder tropf und knopf versprochen ward, in Mones anz. 6, 468. 469, wol gleich knüpfen 1, c von der englischen krankheit. noch tirol. beule, z. b. den kopf voll knöpf kriegen im raufen Fromm. 6, 298. s. dazu knöpficht, knüpfel 5 und knaupe geschwür (vgl. I, b). ebenso ditm. knuppen knoten im gesicht, engl. knob, götting. gnuppe f. blatter Schambach 66ᵃ, nrh. knupp m. beule Aachener mundart 119.
b)
ob nicht auch knopf für knöchel gebraucht ward? denn knote, knorre, knöchel, knochen, knöbel, knübel, knaust, knolle, lat. nodus haben ebenso diese mit jener bed. gemein, und Aasen 227ᵃ gibt wirklich norw. knôp m. knöchel (wie knôk). altengl. þe knop of þe kne (knie), s. Stratm. 116.
c)
bemerkenswert ist ferner, dasz nd. knôp für kopf gebraucht wird, z. b. enem den knôp herunder slân brem. wb. 2, 829, wat im knœpken hebben, im sinne haben Schambach 107ᵃ, he hat wat im knaupe (westf. für knôpe), er ist betrunken Lichtenberg (1800) 3, 41, daher siebenb. knoppedotz schädel, kopf Frommann 4, 414 (vgl. knibbeditz unter knips 4); auch engl. knob und nob ist volksmäszig derb so gebraucht. Luther kennt den volksausdruck schon (s. knöpflein 6), in einem witzigen närrischen recept aus dem 15. jh. aber wird u. a. vorgeschrieben zu nehmen vier lot pluts von eim swertsknopf fastnachtsp. 1198, auch Germ. 8, 64, was nur darin seinen sinn und witz hat dasz der knopf zugleich kopf ist (in der bed. 9 sind beide wörter mehrfach gleich im gebrauch). auch in einem fluch gottes knopf! musz es verhüllend für kopf stehn:
gots knopf, las dem wirt sein ru!
fastnachtsp. 567, 20,
vgl. dazu die flüche 2, 279 ff., besonders box grint (d. i. gottes kopf). s. auch knauf 1, c.
2)
an gewächsen, wie knoten, nodus,
a)
z. b. an halmen, geniculum, γόνυ: articuli segetum, knöpf oder gleich (gelenke). Frisius 113ᵃ;
Ambrosius   der lerer grosz
spricht in einer sermone,
du (Maria) seist ein rut   vor knöpf behut,
der erbsünd frei on wone.
N. Manuel 299, vgl. unter knoten 5;
one knopf, glatt, enodis. Maaler 246ᶜ; der weisz glestig flachs, der da ganz fein, glat und zart ist, on alle ägnen, er ist ganz lauter und clar on alle knöpf. Keisersberg geistl. spinn. (granatapf.) L 3ᵃ.
b)
sprichw. ein knopf du in der binzen suchst. übers. Terenz Straszb. 1499 34ᵇ, nodum in scirpo quaeris Andria 5, 4, 38, von einem eitlen, sinnlosen bemühn, peinlich ängstlichem suchen; aber die welt muͦsz ein knopf an einer binzen, das liecht in der finsternüs suͦchen. Frank weltb. vorr.; dʒ wir nit ewig ein knopf an einer pinzen suͦchten. 23ᵃ; noch andere tausent zeugnus mehr könt ich ... anziehen, aber was darf ich vil knöpf an einer binzen suchen. Fischart Garg. 126ᵃ (228).
c)
noch im 18. jh. auch bei md. und nordd.: knopf an einem rohr Rädlein 551ᵇ. spargelkopf (vgl. 1, c):
welche menge rother knöpfe zeiget uns der spargel nicht.
Brockes 5, 283.
3)
knorren, astknorren: knoch oder knopf an holz, vertex. voc. th. 1482 r 1ᵃ, vgl.holzknorre vertex Dief. 617ᵇ;
ein groszen spiesz er bei sich trug
von knöpfen grob und rauher art.
Spreng Aeneis 404ᵇ,
vom knorrigen schafte, bei Virg. telum immane, solidum nodis 11, 553; trinodis clava, kolb (keule) der drei knöpf oder knorren hat. Frisius 233ᵇ; knopf an einem baum, knorre, noeud. Rädlein 551ᵃ. s. ästig oder knöpfig von stangen unter knöpficht 1. so engl. knob, nd. knubbe, niederrh. knupp. vgl. weiter 13.
4)
der flachsknoten, die samenkapsel: adula, caput lini, knopf von dem flachs, mnd. knop Dief. 14ᶜ, mnl. knoppe, knope Mones anz. 6, 440. 447; man findet norddeutsch flachsknoppe als fem. vgl.knauf, knoch so.
5)
besonders knospe, keim, fruchtknoten, gewiss uralt, obgleich die belege erst mit dem 15. jh. beginnen, s. dazuknüpfen 1, b. vgl. ehsth. nup knospe, nuppikenne knöspchen, wol entlehnt.
a)
allgemein: oculus, ein newer knopf. Brack 32ᵃ (Dief. 393ᵃ); knöpf an den boumen. Keisersb. bilg. 115ᵈ. 116ᵃ; knopf eines gewächses, tuber germinis. Stieler 998;
tust (betrügerisch) unter mandel pfirsingkern
und unter weinper muckenkopf,
für muskat aichenlaubes knopf.
fastn. 478, 10.
vom fruchtknoten (man bemerke knoten): knopf oder berprosz, nodus. voc. th. 1482 q 8ᵇ, berprosz ist genau 'tragknospe', berknopf 1, 1525, s.bären undbrosz (ebenso berbolle 2, 232, berbollen ald berbröm gemma Dief. 259ᵇ);
jetzt, da die blüthenknöpfe wieder quellen.
Uhland ged. 547.
b)
besonders auch blumenknospe: gleich wie die rosen ausz iren knöpfen sich gegen der sonnen aufsperren. Forer fischb. 134ᵃ; aus aufgeschossenen söhnen hat die verzweifelung soldaten gemacht, die kleineren hat die beschwerliche armut als gleichsam noch unzeitige knöpfe abgebrochen. Rompler reimget. vorr. s. 4;
wie der kecke rosenkopf
seinen jungen hals erhebet ...
bald doch vor dem nord erbebet
und hengt ab den welken knopf.
Fleming 345 (268 L.);
der jungen rose gleich, die jetzt jetzung raus geht
aus ihrem knopf und wächst, in dem die sonn aufsteht.
Werder Ariost 10, 11, 4;
o blumen, welchen wir in wahrheit zu vergleichen!
die schleuszt den knopf kaum auf, die steht in voller pracht.
A. Gryphius 1, 105, auch von rosen;
wenn sie (die lilie) den knopf entschleuszt.
ders.;
wie der sonnen frühes blitzen ...
auf den halb gebrochnen spitzen
junger rosenknöpfe spielt.
Günther 176, aber s. 177 knospen;
kein knopf, kein fäserchen, kein stengel und kein blatt (vom rosenbusch).
Brockes 1, 95 (1728), kurz vorher knospen;
die unaufgegangne blumen oder die knöpfe (der hyacinthe). natürl. zauberbuch Nürnb. 1762 s. 630 u. ö.;
hast du (Flora) in deinem körbchen
junge lilien oder rosenknöpfe
frischer als sie hier sind? (auf dem busen des schlafenden mädchens).
Götz (1785) 2, 107,
diesz knopf zugleich für papilla entspricht völlig dem begriff des wortes.
c)
ebenso knopf für kelch im eig. sinne (sp. 507): calyx .. rosenknopf, der knopf am blumen (sg.), nl. de knoop van de bloeme. Junius nom. 86ᵇ, auch engl. knop;
die grünlich weisze blüt und laub
musz aus den knöpfen fallen (wenn sich die frucht ansetzt).
Harsdörfer Nathan u. Jotham 2, 45 nr. 38;
der knopf oder das schächtelein ist der gehalter (behälter) des blusts oder der blume. Muralt eidgen. lustg. 11; blumenknopf calyx Stieler 998. ebenso eig. knospe.
d)
diesz knopf ist in der schriftsprache erst in der zweiten hälfte des 18. jahrh. durch das unlebendigere knospe verdrängt worden, während es Denzler, Rädlein, Steinbach, Frisch, Kirsch noch anführen. Adelung aber gibt an, es sei in der neuern botanik für eine gewisse art blüten angenommen worden, bei denen die blumen in runder oder halbrunder gestalt gedrängt an einander sitzen, verticillus bei Linné, zum unterschied von dolden, büscheln, trauben. jene bed. lebt aber noch weithin in lebendiger rede, wol durch ganz Süddeutschland (auch fränkisch Frommann 2, 170, Schleicher Sonneberg 68, hier besonders im dem. knöpfla).
e)
auch die md. und nd. sprache hat es noch heute, doch in nebenformen, es heiszt sächs. knuppe f., ditm. knuppen m., märkisch knoppen Danneil 110ᵇ (aber knôp knopf), nrh. knopp, wie nl. knop (m.), pl. knoppen, früher knoppe (sg.). unter dem einflusz dieser md. nd. nebenformen findet sich denn auch schriftdeutsch knopfen pl.: er (der kukuk) kommt frühlingszeit mit rückung derer knopfen und gehet gleich nach johannistag wiederum weg. H. Fr. v. Göchhausen notabilia venatoris (1741) 153; so ist er (der eichbaum) doch von der kälte und frösten, nemlich (namentlich) im frühjahr, leicht an seinen knopfen zu verderben, deswegen die natur ihn am allerlängsten mit seinen knopfen zurück behält. 166 u. o. die eigentliche md. form ist knoppe germen Dief. 261ᵃ (15. jh.), noch bei Stieler 998. auch mnd. knoppe, ex quo proveniunt flores Dief. 329ᵇ s. v. ligustrum (in andern vocc. das. knotte, knot). auch dän. knop, schwed. knopp, engl. knop, altengl. knoppes pl. von rosen Halliwell 498ᵇ, vgl. auch nd. knobbe, knubbe knospe.
f)
bemerkenswert ist übrigens, wie die bedeutungen knospe und knopf sich auch beisammen finden in frz. bouton, it. bottone, sp. pr. boton, die deutschen ursprungs sind; sie gehen zurück auf hd. butze knospe, fruchtknoten (s. 2, 590. 591), vgl. it. boccia knospe und kugel, bozza beule, mailänd. butt knospe, u. s. w. (s. Diez 64. 65), it. bozzetto knospe, engl. bud knospe, nl. bot, hd. butte in hagebutte. der begriffskern ist auch da das rundliche derbe, das heraustritt, wie denn auch sonst die knospe deutlich als 'knoten' bezeichnet wird, s. z. b. knüppel 5, knöger.
6)
kugel, zwar selten, aber vermutlich alt (vgl. 8 und 9):
kupferin knöpf fult er mit feür.
die er vor im auf scheiben
an stangen hin liesz treiben.
Behaim Wiener 97, 26,
mit feuer gefüllte kupferkugeln als geschosz. knopf goldes, goldne kugel: ein wunderparlich werk von einer uhr, das alle stund wie vil es schluͦg so vil knöpf goldes in ein darzuͦ gemacht becklin warf. S. Frank Germaniae chron. (1538) 77ᵇ. ebenso bisamknöpf, die eine frau bei sich trägt des wolgeruchs halber, Fischart pod. trostb. 667 Sch., bisamknopfig Garg. 161ᵃ, noch im 17. 18. jahrh. biesenknopf bulla moscho fragrans Stieler 997, olfactoriolum Steinbach 1, 887, biesemknopf pomme de senteur Rädlein 149ᵃ, bisambüchse in gestalt einer kleinen kugel Adelung.
7)
daher noch von mehlklöszen Frisch 1, 529ᵇ, nürnb. hefenknopf hefenklosz Schmeller 2, 374 (s. knöpflein 3): wann dem gesinde klösz, knöpf und ander zugemüs von mehlwerk gereichet wird. Hohberg 3, 1, 61ᵃ; vgl.knödel so von knoten 9. doch enthält das zugleich die folg. bedeutung, wie klump auch von mehlklöszen gilt.
8)
auch für klumpen überhaupt, wie klosz, klotz, die ebenfalls kugel bedeuten: in disz werk (den menschen) setzt gott einen knopf zuͦsamen alles des, das er in den andern geschöpften einzlingen zerteilt und gewirkt hat. Keisersb. bilg. 28ᵈ. 29ᵃ. noch schweiz. in éinen knopf nehmen, alles oder alle ohne unterschied zusammen vornehmen, durchnehmen, abthun, s. Schmidt bei Frommann 2, 372ᵇ, auch Tobler 111ᵃ, in em chnopf auf einmal das.; nrh. knupp klumpen Aachener mundart 119, in Hagens Cölner reimchr. 2145 vunfzein hundert mark an eime knuppe, auf einmal. s. ebenso klosz sp. 1246 (2, b). ein engl. dial. dem. knoppit, a small lump Hall. 498ᵇ deutet auch ein engl. knop klumpe an, vgl. knobbly klümperig 498ᵃ und dazu knöpfen 4. auch mit der I, d besprochenen nebenform fläm. knab klump, derbes stück, z. b. butter, holz Schuermans 260ᵇ.
9)
gleich knauf, schon ahd. knopf conus, auch altengl. knop, nl. knop, pl. knoppen, dän. knap, schwed. knapp, altn. knappr. nd. mitteld. wieder auch knuppe.
a)
am schwerte, gewiss uralt (mhd. wb. 1, 854ᵃ):
ir schirmen (kämpfen) was als swinde, daʒ in die swertes knopfe hine sprungen.
Gudr. 367, 4,
von der heftigkeit der hiebe hinten ab sprangen;
o wol mich, swert daʒ ich dich hân! ...
ûf dînem knopfe ich des swer.
Wigal. 168, 13, s. RA. 166;
in dem zuckt er stracks dʒ schwert und stiesz dʒ durch den künig, so tief hinein das der knoff durch in gieng, bisz an die lamel, wann das schwert het kainen knopf, also das der speck (als er faiszt was) über das schwert gieng das man es nit sach. Keisersberg granatapf. (siben schwerter) f 4ᵈ, nach richter 3, 22; in der nicht ganz klaren stelle musz aber das erste knoff (für knopf) den griff überhaupt meinen, es entspricht dem capulus der vulg. (ut capulus sequeretur ferrum in vulnere) und capulus wird wirklich mit swertknauf, swertsknopf glossiert (Dief. 99ᵃ), in Schröers md. voc. v. 1420 nr. 365 mit swertknof (Dief. n. gl. 74ᵇ), das wird aber knôf (knouf) sein und eine absichtliche unterscheidung von knoff und knopf in doppeltem sinne wäre erst der späteren schulmeisterei zuzutrauen. der knopf wird aber danach das hauptstück des griffes gewesen sein.
b)
der knopf des schwertes ist auch gemeint in dem sprichworte: was der knopf gesiegelt, soll die spitze vertheidigen. Graf u. Dietherr rechtsprichw. s. 525 (Simrock 5789), man siegelte nämlich auch mit dem schwertknaufe, z. b. Karl der gr., von dem der spruch herstammen soll, s. das. s. 528 (sein insigel hatte er auf seinem wehrknopf Zinkgref 1, 8). daher auch die redensart: knopf oder spitz, welchs du wilt. Lehmann floril. 1, 153, d. i. vertrag oder tod, nachgeben oder sterben!
jetzt steht der Griechen tod und leben
auf spitz und knopf gefährlich schweben.
Spreng Ilias 204ᵇ,
auf der notwendigen wahl zwischen 'spitze und knopf', bei Homer anders ἐπὶ ξυροῦ ἵσταται ἀκμῆς 10, 173, vgl. bei Aler 1217ᵃ 'es ist spitz und knopf beisammen, stamus in acie novaculae', d. h. wol es ist keine wahl mehr? auch weiter verwischt alles auf den knopf setzen, auf krieg und gewalt (vergl. 1477 unter b a. e.):
setzt nicht alls auf den knopf.
Opel u. Cohn dreiszigj. kr. s. 295, 40.
c)
auf thürmen u. ä. (ehstn. nup, entlehnt), mhd. Erec 7865: knopf, als auf einem turn oder gehewse (z. b. einem sacramentshäuschen), tholus. voc. th. 1482 r 1ᵃ; die verglasten knopf auf die thuren (thürme) und erker umb die stat. Tucher Nürnb. baum. 105, 7; auch erkerknopf das. (s. sp. 319 mitte, sie sind vom töpfer gefertigt); ich erstieg ganz allein den höchsten gipfel des (Straszburger) münsterthurms und sasz in dem sogenannten hals, unter dem knopf oder der krone wie mans nennt. Göthe 25, 252, bei S. Frank von demselben: mit viij. engen schnecken (wendeltreppen), darin nit mer dann ein mann in eim jeden bisz zum knopf .. mag hinauf steigen, vil mer kriechen. Germ. chron. Augsb. 1538 282ᵇ; und was sonst noch wunderbares knopf und gipfel (an dem römischen denkmal zu Igel) verzieren und verziert haben mag. Göthe 30, 156.
d)
auch knopf auf der seul, epistylium. Dasyp. 279ᵇ. 313ᵇ, wie knauf, capitell, bei Maaler knopf, kron, so man oben auf ein saul setzt 246ᵈ, noch bei Stieler, Steinbach seulenknopf.
e)
ferner knopf auf der fahne, s. fänlinknopf bei Fischart unter 10, auf stecknadeln, vgl.knopfnadel, ↗knaufnadel, gluffenknopf. knopf an einem rappier. Rädlein 551ᵇ, an die spitze gesteckt zum schutze. am wanderstabe, spazierstocke als griff:
sein rohr aus Indien ziert ein besondrer knopf,
aus Meiszner porcellan ein frauenzimmerkopf.
Zachariä renomm. 2, 223;
wanderstab mit eisen beschlagen und mit gemshorn zum knopf. Göthe an Lavater. sattelknopf Rädlein 551ᵇ: hörst du Thomas, schlag mir Hansens sattel zurecht, steck ein biszchen werg unter den knopf, das arme vieh hat sich am widerrisz gedruckt. Shakesp. Heinr. IV. 1. th. 2, 1. umbo in gemma erklärt Frisius 1398ᵇ (Maaler 246ᵈ) die rund höhe eines edlen gsteins, der knopf; ähnlich ist es wenn in der kindersprache der nabel das bauchknöpfchen genannt wird. bei den handwerkern gibt es mancherlei knöpfe der art, auch in der knochenlehre heiszt das rundliche ende eines knochens der knopf.
f)
in einer pfälz. urk. von 1310 Mones anz. 5, 300 erscheint eine örtlichkeit als grenzmarke, der knoph genannt, wol hügel in bestimmter form, s. ags. cnäp u. s. w. I, d, vgl.knolle 11.
10)
knopf, knoten, der also deutlich aufgefaszt ist nach der ründe und härte mit der er im faden oder stricke heraustritt; es ist aber mit knoten ebenso.
a)
unmittelbar an die bed. knorren sich anschlieszend: sehet ob ihr auch einen einzigen knopf in aller ihrer (der spinne) arbeit finden möget. Simpl. 1, 157, 24 Kurz, knorrige, knotige stelle, wie bei dem faden einer schlechten spinnerin;
die aglen und das werk (werch) die kommen oft mit ein
und lassen ihr (der parzen) gespänst nicht ohne knöpfe sein.
Rompler 126;
selten ein schul ohn eselbank, selten ein wald ohne gimpel, selten ein garn ohne knopf. Conlin narrenwelt 3, 319; daʒ drit das da irret unser tochter (jungfrau), das si nit spinnen mag, dʒ ist die gunkel ist voller knöpf und voller ägnen. also sprechen si etwan 'ei ich mag (kann) den wuͦst nit spinnen, gib mir ain andere gunkel'. Keisersberg geistl. spinn. N 1ᵃ (1510 C 2ᵇ), verfitzte, klumpige stellen im flachs, s. in gleichem gebrauch knorre 8, und bratwurst, wulst 1, 313 (Beckers noth- u. hülfsb. 270); du zeüchest so vil hörter knöpf herausz (aus der gunkel), dʒ du si nit gespinnen kanst. die zeen seind dir zuͦ schwache, du magst die selben knöpf nit zerbeiszen, als die frauwn die wol spinnen künden (können), die zerbeiszen die selben knöpf oder klötz. N 1ᵇ, vgl.klotz 11; der faden soll auch gezwirnet (gedreht) sein on alle knöpf. Braunschweig chir. 13.
b)
dann auch der mit absicht und kunst gemachte knoten: wann man nicht ein knopf an (d. i. an'n) faden macht, so ist der erst stich verloren. Lehman flor. 1, 23; Alexander Magnus hat mächtig grosz ehr mit lösung des gordischen gurtenknopfs eingelegt. Garg. 286ᵃ (Sch. 538); so musz hie diser keib zur straf für alle ein bastonata mit knöpfen von barfüszercorden aushalten. 287ᵃ; ein knopf an ein furz sah ich nie machen. 286ᵇ, vgl. knotenfürzelein; disz schnürlein ist sehr künstlich mit vilen subtilen stricken und unauflöslichen knöpfen in einander geflochten, welche die meister der kunst syllogismos und quotlibeta nennen, und stehn so gedicht und fest an einander, das vil hohe meister auf strick verknipfen und knöpf aufbeiszen ... alle ihre fünf sinn daran gewand haben, dise knöpf aufzuthun ... aber die zän waren inen zu stumpf .... ja sie gibt den meistern auf knöpf verknipfen und schrift verschlieszen grosze besoldung, dann wers am besten flechten, verknipfen und verstricken kan, der kriegt zu lon ein reiche prebend, biszweilen ein abt oder bischofstab mit eim knebelspieszigen fänlinknopf (knauf) oder ein cardinalshut mit vilen halsstricken und knöpfen (knoten). Fischart bienenk. 69ᵇ. 70ᵃ (1588 73ᵇ), bildlich vom verwirren des einfachen bibelsinns durch künstliche syllogismen;
der knopf ist schon vom ban (des pabstes) zertrent.
Schade sat. u. p. 3, 133, aufgelöst.
renodare, zuͦsamenknüpfen, an einen knopf (d. i. in einen knoten) binden. Frisius 1142ᵃ, nodare, knüpfen, einen knopf machen 873ᵃ, solvere nodum, einen knopf aufthuͦn. 872ᵇ.
c)
ebenso von einer schlinge, durch verschlingung zweier oder mehrerer stränge u. ä.: als diu jüdinne einen knopf gestricket an ein lînlachen und henket daʒ an ir bette (zur zeit der reinigung, als warnung für den mann). Berthold 323, 14, stricken ist flechten, schlingen; do sol das seil (der zu liefernden garbe) sein also lang, als ein mittelman (mann von durchschnittsgrösze) geklaftern mag, das ime der knopf mittel an dem seil an das herz gat. weisth. 1, 725; knöpf an (an'n) esten der böumen gemacht, cippi. Frisius 223ᵃ, Maaler 252ᵇ, im walde, als wegzeiger für den rückweg u. ä. ähnlich vom haarschopf, den haaren in einen 'knoten' gewunden: so durchflochten, oben auf dem wirbel im stolzen knopf zusammen gedreht wie königin Semiramis trug. Fr. Müller 3, 141, vgl. Weckherlin unter 11 und s.knauf 6 so.
d)
dazu redensarten wie bei knoten:
bistu so alter schneidertropf
und weist nicht, das ein knopf solt schrauben
an deine lügen, sol mans glauben?
Fischart S. Dominic. G 4ᵇ,
im anschlusse an das sprichwort bei Lehman unter b; bruder, memento mei, mach dir ein knopf auf die nasen und vergisz meiner nicht. Abr. a S. Clara Judas 1, 6 (wie ins schnupftuch); mirkts enks, machts enk ein knopf ins hemed, so vergeszt es (d. i. ihrs) fein nit. Schwabe tintenfäszl 8; das künen sich alle meine correspondenten mit eim knopf im hemmed mirkn. 39.
e)
eigner weise ist diese bed., die doch mit knüpfen unmittelbar zusammengehört, ins neuere hochdeutsch nicht aufgenommen worden, sodasz nun knüpfen verwaist steht. schon Stieler 997 gibt nur noch knöpfe auflösen, nodos solvere, wie es scheint als gelernt, im bildlichen sinne; Steinbach nennt es nicht mehr, der oberdeutsche Frisch nur als landschaftlich. ist das nur eine wirkung seines fehlens im md.? es gilt aber noch allgemein im oberd. (sich einen knopf ins sacktuch machen, auch in die nase, zum merkmal), und auch nd. in der nebenform knuppe, knüppe, knoppe (s. I, c), z. b. ostpreusz. de wassknoppe öss em opgebrake Frischbier (1865) s. 149, der wachsknoten. ebenso nl. knoop, auch nrh. knôp. vom nd. gebrauch her auch noch im schiffswesen knôp (hd. knopf) knoten womit man zwei taue an den enden verbindet, knoten im log, ein schiff läuft zwölf knöpfe in der stunde, zwölf seemeilen.
11)
vom knoten erstreckt auf das ganze band das mittelst des knotens bindet (schlinge, schleife), wie knoten (13) selbst diese erweiterte bed. hat, ebenso knauf, knäufel, lat. nodus, vgl. auch knebel 9 und 10; ein schwanken mit der vorigen bed. ist natürlich, da der knoten am ganzen die hauptsache ist. auch altengl. 'knoppe, nodus, fibula' Way prompt. parvul. 280ᵇ.
a)
schon ahd. chnophili nastula (nestel) Graff 4, 583, und mhd.: fur daʒ vallende ubel. du salt warten, swenne iʒ en an gê, sô nim einen hirʒînen riemen unde bint im den umbe den hals unde sprich 'in nomine patris .. sô binde ich hie den siechtuom dises menschen in disem knopfe', unde nim den selben riemen denne unde knupfe einen knoten dar an. fundgr. 1, 325, also der knote vom knopf, dem geknüpften bande, unterschieden.
b)
nhd. knopf, band, copula Dasypodius, im lat. theil 'copula, ein zuͦsammenheftung, ein band oder knopf'. so z. b. knopf oder pand, domit man pucher pindet, offendix, nodus. voc. th. 1482 q 8ᵇ, offendix (altlat. ein band mit schleife am hute) erklän Junius mit knopf an bendel, nl. strick oft knoop.
c)
so früher am kleide: villus, gewandknopf. Dief. 619ᵇ, es musz das band sein das man früher statt des kleiderknopfes brauchte (man sehe knäufel 2, b). so wol im folg.:
gleichsfals ein seiden kleid darunder,
von gülden knöpfen schön besunder
geschnüret ein glat und subtil.
Spreng Aeneis 413ᵃ.
das mittelglied zwischen diesen und den heutigen knöpfen scheint zu bilden was Stieler 998 angibt: 'schleife oder schlinge mit einem knopf, alias bitlitze (vgl. litze), caudatus globulus, clavus vestiarius', der knoten in einen knopf verwandelt, vergl. knopfschleife.
d)
schlinge, geschlungener strick, vgl.knopf für das maul eines pferdes unter 12, b, auch den bildlichen gebrauch 12, c:
den andern losen lauren ...
gehört ein hänfner knopf (am galgen).
Stöbers Alsatia 1862 s. 98, v. j. 1592.
ähnlich von haarzöpfen, zugleich dichterisch als liebesbanden:
o goldflusz bleich (blond) und reich, goldstriemen wahr (echt) und klar ...
je mehr ich ewre knöpf, je mehr ich (eure) strick' erfahr.
Weckherlin 710.
12)
dasselbe bildlich gebraucht, wie knoten, lat. nodus.
a)
schwierige aufgabe, die zu 'lösen' ist, oder eben unlösbar, wirrwarr, verwirrtes verhältnis u. dgl., auch von einem festgeschlossenen beweise: enodare quaestionem, den knopf des zwifels ufthun. Melber varil. h 2ᵇ (zweifelknopf Garg. 286ᵇ); nodum solvere, einen knopf auflösen, einem schwären verwirrten und unrichtigen handel an ein end kommen. Frisius 872ᵇ. Maaler 246ᵈ;
grosz narren sint ouch zwifels on,
die unserm glouben widerston
und gotts stathalter so verachten ...
und sich verwicklen in ein knopf
dar inn in dick erwürgt der kopf.
narrenschiff Straszb. 1494, bei Zarncke s. 107ᵇ,
ein wirrwarr von widersprüchen; darum müeszend wir den selben knopf ouch anzeigen, den iro gheiner noch nie hat können uftuͦn, denn es ist nit möglich, si versuͦchend wol oft und ringglend dran, aber es hilft alles nütz. und ist der knopf (folgt der schriftbeweis, den die taufläugner nicht beseitigen können). Zwingli von dem touf r 1ᵇ, vgl. u. 10, b bei Fischart knöpfe von syllogismen; könig Oedipus .. so ider zweifeligen fragstück konnt den knopf auflösen. Fischart pod. trostb. 679 Sch.; löset mir diesem schlüsselargument den knopf auf (widerlegt den beweis). bien. 1588 8ᵃ; dise ketzer haben scharf zän, beiszen alle gordische knöpf auf und alle knackwürst entzwei. 49ᵃ; die doch arbeiten wie die maulesel, damit sie disen knopf auflösen. 93ᵇ, beweis widerlegen; secht, löst mit disen knopf auf, habt ir gut zän und spitze nägel. 157ᵃ (144ᵃ) u. o. so noch jetzt nl. knoop.
b)
hindernis, im vorigen öfter schon zugleich enthalten, ebenso lat. nodus, vgl.knoten 14, c: den mutwilligen pferden macht man einen knopf für das maul (zu 11, d): also (d. i. ebenso) wird unserer ungezähmten natur der knopf des creuzes angelegt, damit wir nicht gleichwie das unvernünftige vieh dahin leben. Abele gerichtsh. (1684) 1, 373 cas. lxxi;
ich hab im ein knopf dafür than.
H. Sachs 4, 3, 53ᵈ,
etwas in den weg gelegt, einen streich gespielt; aber ein knopf wäre dafür gelegt gewesen. Krenner bair. landtagshandl. 14, 409; als er sich nun auf disem euszersten knopf befand, nam er sein zuflucht zu dem bösen feind (trovandosi a quel ponto). Ens Guicciardini (s.kläubeln 1) 167. ein knopf machen an ein ding, moram objicere, cunctationem injicere. Denzler 2, 173ᵇ. noch bair. einem einen knopf für (etwas) machen, es ihm unmöglich oder schwer machen (auch bei M. Kramer 1787), den knopf auflösen, das hindernis beseitigen. Schmeller 2, 374, s. dazu unter knoten 12, b. wenn ein junger mensch plötzlich zu wachsen beginnt, sagt man schweiz. er thut den knopf auf Schmidt id. bern. Fromm. 2, 372ᵇ (Tobler 111ᵃ), wie der knoten geht auf. eigen ebenda 'eim a ne chnopf setze, ad extremum consilium cum aliquo descendere', es einem andern gegenüber aufs äuszerste ankommen lassen, unter keiner bedingung nachgeben, noch anders bei Denzler 'an einen knopf setzen, stricte, serio injungere', wie auf die seele binden, einbinden; jenes nähert sich zugleich dem 'auf den knopf setzen' sp. 1474 mitte.
c)
feste verbindung, bund, bündnis, nach der bed. 11: wenn gott einen gottlosen herrn stürzen wil, so hilft keine hülf noch stützen, kein bund noch knopf. Mathesius Sar. 84ᵇ, erweitert bei Lehman floril. 1, 126 in dem cap. bündnuss, vgl.knüpfen 3; wenn ein reich soll sein endschaft gewinnen und zu drümmern gehn, so hilft weder ehe noch knopf. Mathesius Sar. 88ᵇ, auch ehe musz da nicht gesetz, sondern die verbriefung eines bündnisses, bundesartikel bedeuten. da es sprichwörtlich auftritt, ist diese so kärglich belegte bed. von knopf sicher älter, gewiss schon mhd., vergl. dazu knüpfel 6. von einem freundschaftsbunde sagt Butschky: Brutus und Cassius waren gute geschworne, gleichsam mit einem nodo gordiano oder unauflöslichen knopfe zusammen verwürkte brüder. Patmos 61, vgl. lat. nodus amicitiae. von der ehe, wie noch nl. de knoop des huwelijks, der bund der ehe, it. nodo maritale:
wie nemlich jederzeit bei allen nationen
der zweier-leuten knupf ehrlich gehalten sei.
Biermann christl. trewrede (traur.) C.
d)
eigen bei Göthe, in Erwin und Elmire (1776 s. 12): jetzt da der junge Erwin — der hatte auch solche knöpfe, es war ihm nirgends wol. 57, 110, grillen, absonderliche ansprüche ans leben, am Mittelrhein der hot sein knöpp (pl.), flausen Kehrein 236 (auch er hot en knopp, ist betrunken). es musz eine anwendung der bed. a sein, gleichsam knoten im gehirn? vgl. die knoten des sinnes Göthe 10, 301 u. knoten 14, b, Vollmanns burschik. wörterb. (Schaffh. 1846) erklärt das studentische knote von 'geistigen knöpfen', d. i. knoten im verstande. götting. gnuppen hebben, dei het sîne gnuppen (f.), seine tücken. Schamb. 66ᵃ; nrh. knöpp pl. ränke, knöpp feil han voller schwänke und streiche stecken. Aachener mundart 117.
13)
von menschen, nach der bed. 3, wie knoten, knollen, knebel u. a., s. auchknäufel 2, knüpfel 4, knops.
a)
körperlich, schweiz. 'chnopf pumilio', d. i. knirps Frommann 2, 372ᵇ: was doch die leute sagen würden .. wenn so ein kleiner knopf mit einer langen bohnenstange daher käme. Gotthelf 4, 167. kurzer dicker mensch von untersetzter gestalt Stalder 2, 115, schwäb. Schmid 320, auch bair., vgl. knopficht. dasselbe ist westerw. knoppes knirps (auch knopf) Schmidt 81, s. knips 4; siebenb. knoppes ist knopf Fromm. 4, 414. s. dazu knorre 10, knospe 4.
b)
tölpel, ungeschliffener mensch, schweiz., schwäb., bair., auch von dummheit Tobler 111ᵃ: bruder knopf name eines narren Zarnckes Brant cxxviiᵃ;
zu dem findt man vil freier knöpf,
die haben solche gschwinde köpf,
dasz sie on aller meister (lehrer) fleisz
erreichen grobianer preis.
Scheit grob. F 3ᵇ,
freier knopf ist gesagt nach freier knabe, ungebunden, frech;
schäm dich, du alter grawer kopf,
dasz du bist solcher grober knoff (so).
Frischlin Susanna 269;
und kamen also aus dem last,
weil der knopf die schaf oben tast.
Fischart flöhhatz 826 Sch.,
vom cyclopen, wie ihm Odysseus und die seinen entrinnen; bawrenknöpf. S. Domin. C 2ᵇ. F 2ᵇ; grober knopf. Amadis 274. Weckherlin 533;
se hin, du grober pengl und knopf.
J. Ayrer 452ᵇ;
wann sie (die ehefrau) solchen iren groben unbescheidenen knopf und eifernarren mit gedult überträgt. Albertinus narrenhatz 314;
Böhmen seind grobe knöpf.
Soltau 2, 336;
(sie erzeugten einen sohn) der zwar nur ein dickkopf (dumm),
jedoch ein zehenfacher knopf.
Weckherlin 816 (epigr. 69);
soll ich meins bruders (Abel) hüter sein?
sprach der infame knopf (Cain).
M. Sturm lieder in bair. mundart 98.
von verstocktheit: vielleicht laugnen sie diesen todschlag? die peinliche frag (tortur) kan sonst dergleichen knöpf und halsstarrigkeit schon auflösen. Abele gerichtsh. (1684) 1, 599 cas. cxxvii, angelehnt an 12, a, vgl.knopfstück.
c)
von einem geizhals (vergl.knochen 5, b): beim geizigen knopf möcht ein diener lieber ein ross, hund oder ander thier sein. Lehman floril. 1, 144. ebenso knöpfisch 2, der geiz wird auch sonst bildlich von härte bezeichnet.
14)
knopf am kleide u. ä., nebst bed. 9 allein im neuern hd. fortgeführt. es kann sowol aus der bed. 10. 11 abgeleitet sein, da man früher, bei den bauern oft noch im 17. jh., dafür bänder, knoten brauchte (vgl.knäufel) und die kleider nicht zu knöpfte sondern knüpfte, als auch aus der urspr. bed. entnommen; mhd. dem. knöpfelîn, s. knöpflein 5. entlehnt litt. knypkis, ehstn. knööp (nööp).
a)
clavi, runde knöpf von purpur wie ein nagelskopf gestaltet, in den röcken der Römeren. Frisius 235ᵇ; globuli, clavi, knöpf, nl. knoppen. Junius nom. 131ᵃ; den müsziggang hielt er (ein reicher geizhals) für ein sünd .. derowegen strickte er entweder händschuch oder machte härine knöpf. Albertinus narrenh. 189; die knöpfe zumachen, aufmachen (eig. das kleid mit den knöpfen); wammesknöpf, mantelknöpf, cassakenknöpf (die seind bald die grösten). Simpl. 1684 3, 733 (1713 569); hemdeknopf, hosenknopf, westenknopf u. s. w.
b)
knopf als spielmarke, s.knöpfchen 4.
c)
volksmäszig von geld, keinen knopf geld haben, z. b. tirol., alem. Fromm. 6, 115 er hat knöpfe (sächs. knöpchen), nd. hê hat knœp Danneil 110ᵇ, ist ein reicher mann, wol weil manche metallknöpfe münzen ähnlich sehn und dafür angebracht werden.
15)
knopf, kork, stöpfel, ergibt sich aus knopfhake. wol nach bedeutung 9.
16)
merkwürdig folg. weidmännischer gebrauch: die bug (des hirsches) heiszen knöpf oder läuf. Sebiz feldbau 568; zemmer und knöpf von hirzen, rechschlegel. Fischart Garg. 53ᵇ (Sch. 87); zemmer und knopf von hirzen. podagr. trostb. 675 Sch. etwa der knochen eigentlich und dann auf den lauf erstreckt, wie das bei keule, schlegel geschah? altfries. knop, knap hiesz knochen, halsknap halsknochen, ersknop steiszbein, s. Richthofen 906ᵇ. 714ᵃ, eigentlich das heraustretende runde ende des knochens.
17)
was ist es im folg.? wie das volk sahe, dasz der mor unten lag, als wann ein knopf ausz ihm gemacht were. buch der liebe 227ᵈ.
Zitationshilfe
„knopf“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/knopf>, abgerufen am 15.12.2019.

Weitere Informationen …