Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

kobold, m.

kobold m
I.
der bekannte hausgeist, ursprünglich wahrscheinlich ein hausgott, herdgott (myth. 468, s. III, 2).
1)
die form.
a)
mhd. kobolt, bei den dichtern wechselnd betont kóbolt und kobólt; das ist nicht willkür, sondern bezeugt als ordentliche betonung kóbòlt, sodasz man noch das gefühl der zusammensetzung dabei haben muszte (s. III, 2), ebendarum konnte auch die zweite silbe den ton erhalten (vgl. sp. 493 unten). aber kurz war die erste silbe, dafür zeugt noch die schreibung kobbold in spätern bibelausg. Jes. 34, 14 und die heutige aussprache unterm volke in md. landen kobbelt, kubbelt. diese schwächung der endsilbe ist an sich nach gut nhd. sprachgesetze, aber doch hat sich das volle kóbòld (nur jetzt mit dehnung des ersten o) bis jetzt gehalten. doch geben Stieler, Schmotther, M. Kramer (1768) das volksmäszige md. kobelt, auch bei Weise Isaaks opf. 134.
b)
im ältern nhd. heiszt es aber auch noch kobolt, noch im 18. jh. schreiben Rädlein, Ludwig u. a. so, selbst noch Lessing, Claudius, Wieland, Voss, Matthisson, auch kobolte (2, a Less., 4, b a. e.), und das t ist wahrsch. das echte, nicht nur in dem verhärtenden auslaute. die schreibung mit d rührt wol von einer auffassung der zweiten silbe als -bold her, wie in tückebold (2, 229). allerdings kommt schon mhd. ein pl. kobolde neben kobolte vor (wb. 1, 856ᵃ). eigen ist mhd. der pl. auch kobolt, und noch bei Luther kobold (4, a), vielleicht als eigenname gefühlt? eigen mhd. auch kobülde myth. 471 (s dazu sp. 844 mitte), vgl.kobult unter II, 2 und unter kobalt 6. auch kobalt, s. unter II, 1.
c)
als nd. gibt Dähnert aus Pommern auch kobold, Danneil aus der Altmark genauer kobbold; dazu als nd. plur. kobolds:
wenn noch jemand dich vertheidigt und, von ketzern ausgelacht,
doch bei tage kobolds glaubte und den schweren alp zur nacht.
Dusch schoszhund 26.
aber man musz eig. kovold erwarten, und diesz erscheint mnd. als name im urkundenb. der st. Göttingen 1, 209. überhaupt galt es früh als mannsname, z. b. mhd. in Tirol ein Chobolts hof ze Stavels zeitschr. f. T. u. Vorarlb. 3, 109; ein Heinricus dictus Coboldus in Frkf. 1250 Grimm myth. 468. in einem fastnachtspiele wird einer der als mönch beichte abhört so angeredet (wol nach der grauen kutte, ein kobold heiszt auch der mönch, s. III, 4):
pruoder kopold, hör mein beicht.
476, 3.
2)
seinem wesen nach ist der kobold ein helfender hausgeist, wie er bis heute im volksglauben deutlich steht trotz der bösen, ja teuflischen färbung die ihm von christlicher gesinnung zugelegt wurde.
a)
wichtig ist besonders, dasz er auch geistige dienste thut, er bläst gedanken ein, bessere als sein herr selbst hat: der kobold müszte mirs eingeblasen haben, wenn ich wüszte was die kauderwelschen (lat.) worte heiszen sollen. Lessing 1, 292, im jungen gelehrten 3, 15, die erste ausg. hatte dafür ich müszte wahrsagen können. der kobold wahrsagt nämlich wirklich und weisz die zukunft: ich würde, schreibt dieser hr. Stl. aus eingebung seines kobolts .... man musz auch einen kobolt nicht zum lügner machen wollen, wenn er es gerade einmal nicht ist ... trauen sie, mein herr Stl., ihrem kobolte also nicht immer so ganz! sie sehen es: was solch geschmeisz des bösen feindes von der zukunft noch etwa weisz, das weisz es nur halb. 7, 456; hinweg, du kobold! frevelhafte lügenbrut! Göthe 42, 347, Georg im Götz sagt es zum zigeunerknaben der ihm wahrsagen will. das ist alt überliefert: doch meint unsre ganze gemeine, dasz sie (anrede) etwan so einen kleinen kobolt oder alraungen haben, der ihnen alles offenbart. Hazards lebensg. 42. da blickt seine urspr. göttliche natur deutlich hervor. eine mhd. stelle läszt auch noch sehen, wie man sich einst das zuflüstern dachte, ungesehen aus einem dunkeln raume hervor; Enenkel erzählt von der verhandlung eines östr. fürsten mit den reichen bürgern der stadt, wofür diesem ein getreuer seine hilfe zusagt mit zuflüstern, er wolle hinter den umbehanc (wandteppich) treten, durch diesen ein löchlein schneiden,
dadurch chan ich wol spehen,
ich lasz mich niemant sehen,
ich rede in chowolts weise.
fürstenbuch s. 114,
vgl. in koboldes sprâche myth. 469. ganz vortrefflich verwendet Bürger diesen zug:
traut nicht! es regt sich hie
in meinem wolfstornister
der kuckuck und sein küster —
ein kobold — heiszt genie.
21ᵃ.
b)
sonst ist seine hilfe mehr äuszerlich im hause:
war je ein kobold lobenswerth,
so war es dieser hier: er stund für stall und herd.
doch durfte man durch spott es nicht mit ihm verderben,
sonst folgten schläge, beulen, scherben.
Lichtwer fab. 4, 7;
und nun leb ich im kloster und feg als geistlicher kobolt
nachts die zellen der mönche.
Voss der bezaub. teufel v. 70.
unterm volke geht auch noch der glaube, dasz er den wolstand im hause mehre, wenn bei einem der reichthum unbegreiflich wächst, heiszt es, er hat den kobold (im hause), er wird mit neid und doch als unheimlich angesehen. in der urzeit hatte wahrscheinlich jeder seinen kobold im hause, die rede mochte aber bei denen bleiben, die dem christenglauben nicht ernstlich anhiengen.
c)
der hausgott musz aber auch sein opfer dafür erhalten haben. ein rest davon steckt wol in der sächs. redensart in der käsespitze sitzt der kobold; man schneidet sie auch hie und da weg und legt sie bei seite, ursprünglich vielleicht für den hausgeist. sonst ist milch und semmel die speise die ihm täglich gebührt (Danneil 112ᵃ).
3)
sein gemüt ist wechselnd.
a)
er gilt für besonders lustig (auch diesz ein zeichen seiner geistigen überlegenheit): Philine ist nun bei mir, wir haben einem pachter das alte schlosz eines rittergutes abgemiethet, worin wir wie die kobolde aufs lustigste leben. Göthe 20, 226. daher von tollem, bes. unheimlich überlegenem lachen lachen als ein kobold Ettner unw. doctor 340: lachst du doch, als wenn du dich ausschütten wolltest wie ein kobolt. reimdich 149 (vgl. Grimm myth. 469. 470, oben 2, 148). er macht nämlich arge streiche, gutmütige oder auch nicht, und lacht dann wie niemand lachen kann, vgl. sich bucklich lachen, in einem liede wunderh. 3, 413 steht ein bucklicht männlein da, fängt als an zu lachen, es ist eben der kobold.
b)
seine geniestreiche waren sprichwörtlich:
ich will nur einen streich besingen,
den allerklügsten streich den je ein kobolt that.
Lichtwer fab. 4, 7;
als noch der böse nix die wöchnerinnen schreckte,
der kobolt hübsche mädchen neckte.
das.;
vgl.koboldspossen, ↗koboldstreich. von einem der andere gern neckt und quält, heiszt es im Osterlande: der hat den kubbelt, nämlich in sich, bei sich.
c)
er tritt auch im hause feindlich auf, wenn er erzürnt wird, mit poltern, geschirr zerbrechen u. dgl.:
oder, wofern dich das sausen vertrieb (vom herdfeuer) und ein polternder kobold,
lauschest du bang im bettchen.
Voss, das ständchen v. 16;
daher auch poltergeist genannt, wie bei Lichtwer a. a. o.: kobolt, poldergeist Rädlein 552ᵇ.
4)
er galt aber auch schon früh als unheimlich.
a)
im 15. jahrh.: procubus, bankstichil vel tewfil, alpmor (s. myth. 433), kobolt. Dief. 462ᵃ, der drückende alp, die mare (vgl. Matthisson nachher); katillator, kobolt 107ᵇ. bei Alberus BB 3ᵃ lamia, kobolt, schretlin, heinzelmenchen. bei Luther: (wenn nicht die messe so viel eintrüge) fürwar wir hetten diese vergangen sechs hundert jar weder bapst, cardinel, bischof noch andere messeknechte gesehen ... und würden itzt zu dieser zeit uns gar fast wundern, was diese namen .. hieszen, was('s) für thiere, obs kobold, kilkrob, nixen oder alpen gewest weren. 6, 120ᵇ; und ein feldteufel wird dem andern begegnen, der kobold wird auch daselbs herbergen und seine ruge daselbs finden (in dem wüste gewordenen lande). Jesaia 34, 14, vulg. lamia. so mit feldgeist, alp, mare zusammen öfter:
kennt ihr mich nicht?
ich bin ein neuer liebesgott. —
'es trifft mir eben ein (ironisch),
du magst mir wol
ein feldgeist oder gar ein kobolt sein'.
Weise überfl. ged. s. 431;
zween fromme wunderthäter ...
verbannten manchen kobold
und manchen bösen alp.
Hölty 6;
wir blinzen scharf und klar,
wie kobolt, elf und mahr.
Matthisson, die gnomen.
b)
er tritt auch in die rolle des teufels über: es ist wahr, wer ein doctor ist, bei dem gibt sich die liebste selbst an. denn zu dieser zeit sind gar zu viel jungfern die der doctorkobolt besessen hat. Weise überfl. ged. 418, wie sonst teufel, doch ist es da mehr der narr; aber in dem liede eines dachdeckers auf dem thurme:
und hämische gespenster spucken
um mich und rufen buh! ....
prost, kobolt! hör nun auf zu spaszen,
du mit dem pferdehuf! .....
noch tiefer? nun komme der kobolt und helf!
Voss musenalm. 1778 s. 37. 38
o himmel, rief ich aus, ihr seid es abermal?
sprecht, welcher kobold trieb euch in dies öde thal?
der kobold, sagte sie, läszt sich nicht schwer errathen,
es war der zorn von meinem herrn gemahl.
Bürger 110ᵇ.
wenigstens als teufelchen ist er angesehen, wie denn auch volksmäszig du kobold als scheltwort gilt (Dähnert 246ᵃ):
wie ich mich nun auf dich werfe,
gleich, o kobold, liegst du nieder.
Göthe 1, 240 (zauberlehrling);
zum liebsten sei ein kobold ihr beschert!
der mag mit ihr auf einem kreuzweg schäkern.
12, 105;
es ist doch immer besser unter christenmenschen zu leben, als unter solchem zaubervolk, unter kobolten und geistern Wieland don Sylvio v. Ros. (1772) 1, 391.
c)
daher von häszlichen, unheimlichen anderen erscheinungen: die person des günstlings .. ist gewissermaszen der schatten der majestät. beleidigungen gegen jenen sind verletzungen dieser. wenigstens will ich den armen schächer (Wurm den Miller) mit diesem zusammengeflickten kobold durch ein nadelöhr jagen. Schiller 195ᵇ (cab. u. liebe 3, 1), schreckbild, nennt man etwa eine vogelscheuche so?; wenn an der wiege rand ein häszlicher, grüngrauer, keifender kobold auftaucht. Gotthelf 3, 119, von der häszlichen zänkischen Elisi als mutter bei versorgung des kindes in der nacht, im gegensatz zu dem vorher erwähnten engel.
5)
die neuere wissenschaft hat ihn übrigens wiederhergestellt zu seiner gemütlichen und dichterischen bedeutung, daher z. b. bei schilderung eines bisher öden schlosses: in dem ofen knackten noch lange die kleinen kobolde des hauses über dem neuen feuer, sie summten in dem rauchfang, sie klopften an thüren und fenster. Freytag soll u. h. 2, 276, unerklärliches geräusch im hause wird dem kobold zugeschrieben.
II.
kobold in andern bedeutungen musz sich aus vor. erklären.
1)
gleich kobalt, s. d. 5; das erz hat seinen namen von dem geiste (s. dort), für den selbst auch kobalt vorkommt, z. b. hauskobalt Weise freim. redner 91. ebenso gilt kobel für beides. Der kobold tritt nämlich auch bergmännisch als berggeist auf, kobalt im bergwerkslex. von 1743: von Dresden aus habe ich die erlaubniss in Schneeberg anzufahren ... da werde ich denn also die kobolde in ihrem eigensten hause sehen und das innere eines gebürgs. Göthe an Knebel nr. 70. ähnlich: nun kommt Flötzkalk und mit ihm der muntere hartherzige bube Flint. Flötzkalk, im südlichen England wohnend, konnte niemals ohne diesen kobold sein. 51, 197, im bericht über ein engl. didaktisches gedicht King Coal, in dem die bergarten als menschen auftreten. Wie kommt aber der hausgeist ins gebirge? und er erscheint dort nicht als helfend, nur als störend und gefürchtet.
2)
im 15. jh. ein getränk, ein Breslauer voc. von 1422 gibt mellicratum, kobult kobolt, und mulsum, mete vel meisch vel kobalt, also wieder -olt und -alt (zu -ult s.kobülde unter I, 1, b). beide glossen auch in zwei md. vocc., die dem westen angehören Dief. 354ᶜ. 370ᵇ, nur beidemal da kobolt. in andern gl. werden die lat. worte meist als mischung aus honigwasser und wein bezeichnet, war das der trank der hausgeister? es erinnert zugleich an die wunderlichen biernamen älterer zeit.
3)
kobold, purzelbaum, kobold schieszen einen purzelbaum machen, so brandenburgisch bei Frisch 1, 171ᵇ, Adelung (vergl. burzelbock schieszen 2, 554). es heiszt jetzt in der Altmark nd. kobbolzen (oder kabólzen) schêten Danneil 112ᵃ. 93ᵃ, während er für den geist kobbold gibt, diesz aber auch in der bed. purzelmännchen der knaben aus holundermark, stehaufchen. die purzelbäume gehören offenbar ursprünglich zu der lustigkeit der kobolde (s. I, 3), das z erklärt sich vielleicht aus dem gen. bei spielnamen, urspr. kobolts spielen? vgl.kobolden und drollig (nl. drollich schon Kil.) mit droll kobold 2, 1428. die nebenform bei Danneil wiederholt sich weit weg, auf der Eifel: kabölz m. purzelbaum Schmitz 226ᵃ, vgl.kabald u. III, 3, b. das ganze erinnert aber auch an franz. culbuter, culbute f. purzelbaum, stäke darin ein altfränk. kobolt in franz. umdeutung? vgl. nl. coubout III, 3, c.
III.
ursprung, nebenformen.
1)
man leitet es seit Wachter (1737), dem aber schon Kilian vorausgieng (s. III, 3, b), allgemein von gr. κόβαλος ab, gauner, possenreiszer, schmarotzer u. ä., später auch von ähnlichen geistern gebraucht, faunischen gesellen des Bacchus. es findet sich wieder in einer mlat. gl. bei Ducange als covalus, parasitus, blatero, hallucinator, praedo, sicarius. Adelung berief sich darauf und setzte danach unser kobold selbst in erster bed. als possenreiszer an. Aber wie es auch mit frz. gobelin, ein geist mit dem man z. b. die kinder schreckt (entlehnt engl. goblin, breton. gobilin Dief. goth. wb. 1, 150), mlat. gobelinus sein mag, für unsern kobold reicht das gr. lat. wort nicht aus nach form und inhalt, zumal es als lat. nur einmal bezeugt ist, keineswegs als allgemein (die betreffende gl. sieht noch dazu aus wie blosz gelehrte übers. aus Hesychius). kobolt tritt zu früh und bestimmt auf in heimischer form, covalus aber in den mlat. vocabb. bei uns gar nicht oder zu unsicher (s. 3, b), als dasz man jenes aus diesem begreifen könnte. der inhalt unseres wortes aber ist so durchaus heimisch und wurzelt so in der eigenen vorzeit, der hausgeist erscheint noch heutiges tags so sehr als eine mit gemütlicher neigung gehegte gestalt, dasz die einführung eines fremden namens dafür und das preisgeben eines alt überlieferten mir undenkbar ist. eine gelehrte oder kirchliche benennung des hausgeistes als covalus wäre wol denkbar (sie fehlt aber), die zeugnisse für kobold jedoch kommen tief aus dem schosze des volkes, es war ein alter hausgott.
2)
noch im 16. jh. bezeichnete Trochus die römischen hausgötter, herdgötter als 'kobolde': lares foci sunt vulgo kobelte. prompt. Lpz. 1517 A 5ᵃ, mit dem beisatz manes boni, unterschieden von manes mali, in einem cap. 'deorum nomina'. den Angelsachsen aber wurden die lares als cofgodas (m.) verdeutlicht Ettm. 376, ebenso die penates als cofgodu (n.) Grein 1, 167, und die kobolte werden wie in der sache, auch im namen nichts andres sein als diese älteren cofgodas, götter die des innersten hausraumes, ags. cofa (s.koben 3, b), des hauses walten. das -olt enthält wol eben walten, wie in herold, und aus einem urspr. kobwalt läszt sich auch die doppelform kobolt und kobalt begreifen, wie es altnrh. auch heralt heiszt, mlat. heraldus neben heroldus (die urspr. vocalische natur unseres w, ahd. uu, ist daran schuld). der cofa, chobo (koben) war wol urspr. ein mehr versteckter heiliger raum im hause, wie später die kobolde beim herde wohnen (myth. 468), in der Altmark unter dem okel (winkel den die dachsparren bilden) Danneil 112ᵃ.
3)
nebenformen.
a)
die formen kobel, kobele, cobalein (sp. 1540), sind wol eine eigne demin. bildung, unmittelbar von kob- genommen. und auch frz. gobelin begreift sich am ende eher aus altem kobelîn als aus jenem in der luft schwebenden covalus.
b)
der kobold ist vielleicht auch gemeint mit 'kabald, caballus' in einem (rhein.?) voc. v. 1421 Dief. nov. gl. 63ᵃ (das lat. wol erst nach dem deutschen). denn es stimmt zu der nl. form kabout, die sich verrät in der erweiterung kabouter m. un petit drôle, un petit garçon Halma 300ᵃ, bei Binnaert caboutermanneken nanus, pumilio, nocturna lamia, bei Kilian kabouter-manneken, cobalus [d. i. κόβαλος], larva, lemures ... lutin, gobelin; vgl. kabautermännchen sp. 888. flämisch findet sich für schlotfeger kaboutje n. Schuermans 214ᵃ, koboldchen. das a für o kommt ebenso bei koben vor (s. dort 1, b. c).
c)
noch anders in der ersten silbe mnl. coubout, unter allerlei teuflischen geistern werden aufgezählt:
coubouten, alven, nickers, maren.
hor. belg. 1, 119.
auch das findet seinen anklang in ostfries. kalbauter sp. 888, vgl.klaboltermann das. und franz. culbuter?
d)
überaus merkw. aber mhd. (ostmd.) opold, elbe, gesteltnisse, idolum. fundgr. 1, 386ᵃ, und aus gleicher quelle 'idola, oppolde, elben' Dief. 284ᵇ. ähnlich eifitz gleich geifitz kibitz sp. 658 unten, mhd. ichel gleich mnl. kikele eiszapfen sp. 387.
e)
blosze willkür ist bold bei Rückert (2, 230).
4)
der geist hat übrigens landschaftlich sehr verschiedene besondere namen, wie schwäb. boppele, poppele, tirolisch pütz, bair. hojemännlein Simrock myth. 472, nordfries. hûspuke Grimm myth. 468, nd. hûsknechtken 472, auch mit eigennamen nd. Wolterken, Walther, Chiemke, Joachim 471 (das erste an kobolt erinnernd), Hans in marehans zeitschr. f. myth. 1, 299, Heinrich wol in heinzelmännchen; auch gutgesell u. ä. Grimm m. 468, der mönch Simrock mythol. ² 479, Birlinger volksth. 1, 528ᵃ. aber ihr gesamtname ist kobold, wie jetzt in der wissenschaft so vielleicht ursprünglich im volke. selbst altböhmisch wird kobolt angegeben (myth. 470), wendisch als dem. kubłioćik.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1868), Bd. V (1873), Sp. 1548, Z. 5.
Zitationshilfe
„kobold“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kobold>, abgerufen am 21.02.2020.

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