Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

kunstkammer, f.

kunstkammer, f.
1)
technophylacium, technomatophylacium Stieler 921, pinacotheca Kirsch 1, 200ᵇ, bei Pomey 175 aber raritätstüblein oder kunstkammer, pretiosae supellectilis armarium, vergl. unterkunsthändler; das wort galt im 17. und 18. jahrh.: laternen und lanzen, so uns Pluton aus seiner kunstkammer verehret. Weckherlin 862; denn die erde ist und bleibet gottes kunstkammer (citat fehlend); die weimarische kunstkammer, vom herzog Wilhelm Ernst i. j. 1700 angelegt, enthielt unter andern merkwürdigkeiten auch manche bedeutende naturseltenheit. Göthe 55, 157; denkt man sich Bonn als residenz, und diesen schatz unverrückt als kunstkammer ... 43, 331. vgl. bei Krünitz 55, 374 ff. den langen art. kunstkammer, kunstcabinet, kunsthaus, kunstsammlung, alle als gleich gesetzt, 'eigentlich den naturalienkammern entgegen gesetzt'.
2)
scherzhaft nach kunst podex (ars) sp. 2684: hier aber hat die propheceyung ihre herberge in der hinterbrust (der weiber) oder kunstkammer genommen. rockenphil. 1709 1, 231 unter der überschrift wem s. v. der hintere jucket, der wird bald gevatter werden; dieses jucken des hintern (oder dasz ich fein erbar, nach unserer lieben muttersprache, rede) kunstjucken. s. 232.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2704, Z. 35.

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kunsthalter kuttelhof
Zitationshilfe
„kunstkammer“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kunstkammer>, abgerufen am 15.07.2020.

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