kutscher m
Fundstelle: Lfg. 12 (1873), Bd. V (1873), Sp. 2889, Z. 77
auriga, essedarius, gutscher Schönsl. Y 6ᶜ, rhedarius, cisiarius Henisch 1800, 38, Aler 1001ᵃ, dann kutzscher Chytraeus nom. c. 10, kutscher Stieler 1050 (schon 1505? s. bei Schm.² 1, 966): bekam (in Magdeburg) einen polnischen gutscher von Posen, der am zurückfahren war (retourkutsche) und doch nichts deütsch kondte ... fuehr ich mit gemeltem gutscher von do hinweg und kam desselbigen tags gehn Berlin. Kiechel 6, v. j. 1585 (bei einem Deutschen, mit dem er zuerst nach Berlin wollte, spricht er kurz vorher von fuehrmann und wagen); das wort ist des geistes 'wagen und kutzscher' (das 'vehikel' des geistes), und wo nu kein wort ist, da ist auch kein rechter geist. Mathesius Johannes 92ᵃ; weil ich die gutsche aufgehalten und ein ursacher gewesen, dasz der gutscher so erbärmlich ums leben kommen. Simpl. 1, 443 Kz.; ich meinte, dasz i. l. des churfürsten von Braunsweig 'kutscher und pferde' die damen führte (vgl.kutschenführer) .. ohne gute kutscher ist kein spasz auf die jagt zu fahren. Elis. Charl. v. Orl. (1871) 294;
bin ich denn nicht auf der jagd schon oft ihr kutscher gewesen?
Zachariä phaeton 1, 167;
ein kutscher mit beseztem rock
und grämlicher gebärde
sasz majestätisch auf dem bock
und lenkte stolz die pferde.
Hölty 27.
auch gutschner, bair. Schm. 2, 87 (nach gutschen sg.), kutschier, s. d., und kutsche m., s. sp. 2884; franz. cocher, it. cocchiere. In zusammensetzungen postkutscher, leibkutscher, mietkutscher, landkutscher (Stieler), herrenkutscher, kammerkutscher, hofkutscher, lohnkutscher u. a.
Zitationshilfe
„kutscher“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/kutscher>, abgerufen am 24.10.2019.

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