Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

längern, verb.

längern, verb.
länger machen, mhd. lengern: lengern, longare, oblongare. voc. inc. theut. m 3ᵃ; viel ding sein so beschaffen, dasz man sie nicht längern noch kürzern kann. Lehmann 200; der heutige politicus ist ein mann, der das recht längern, engern, erklähren, schattiren kan. Butschky Patm. 449; namentlich in bezug auf leben und zeit: (das aderlassen) lengert des menschen leben. Gersdorf feldb. d. wundarznei 20; ihr wiszt von alten zeiten her, dasz die siege ihres sohns ihr leben längern. Klinger 2, 19;
ouch lengert der mensch hiemit sin leben.
trag. Joh. B 7;
er sol ir haupt begissen
mit heil, alsz reichen flüssen,
sol längern jhre zeit.
Tscherning (1642) 231;
in der bedeutung aufschieben, verzögern, welche bedeutung für das nhd. auch aus dem unten folgenden längerung erhellt: lengern und verziehen, induciari, vulg. fristen in betediunge (d. i. beteidigung, verabredung). voc. inc. theut. m 3ᵃ; mhd.
ir schœne lengert mir den tôt.
minnes. 1, 13ᵇ Hagen.
reflexiv sich längern, länger werden:
zwar längern schon sich ihres lebens schatten,
doch löst sie gerne noch den witwenschleier.
Uhland ged. 460.
intransitiv, länger werden:
oft dann hab ich mit schlummer die längernden tage gekürzet.
Rückert 269.
vgl. verlängern.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1877), Bd. VI (1885), Sp. 172, Z. 31.

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Zitationshilfe
„längern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/l%C3%A4ngern>, abgerufen am 01.12.2021.

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