Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

läpplein, n.

läpplein, n.
kleiner lappen, mhd. leppelîn, lepplîn Lexer 1, 1883: läpplein, linamentum, peniculus Stieler 1071; als schmuck oder abzeichen an kleidungsstücken: rede mit den kindern Israel, und sprich zu jnen, das sie jnen lepplin machen an den fittigen jrer kleider unter alle ewren nachkomen, und gele schnürlin auf die lepplin an die fittig thun. 4 Mos. 15, 38; du solt dir leplin machen an den vier fittigen deines mantels, damit du dich bedeckest. 5 Mos. 22, 12; kleiner fetzen zeuges oder leders: läszt man ihm das läpplin, so wird er fortan lernen das ledder fressen. Luther br. 5, 553; sprichwörtlich ein läpplein davon tragen, etwas was einem anhängt: sonderlich so einer böses im sinn hat, kompt (vom schauspiel) selten frömmer wider heim ja wol böser, dann diser wege ist den frommen unbekandt, und wer daselbst hinkompt ausz unwissenheit, werde gewisz ein läplin darvon müssen tragen. Petrarch. 27ᵃ; wischläpplein linteolum, strophiolum Stieler; kleine hangende haut am menschlichen oder thierischen körper (vergl. lappe 5, sp. 195): ohrläpplein ansula, auricula infima, lobus Stieler; das läple so an eines hanen halsz lampet oder hanget, der bart eines gückels, palea Maaler 260ᵈ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1878), Bd. VI (1885), Sp. 201, Z. 29.

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Zitationshilfe
„läpplein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/l%C3%A4pplein>, abgerufen am 23.07.2021.

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