Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

lästerwort, n.

lästerwort, n.
schmähwort: ob jemandt von was würden, standt oder wesen der, oder die weren, der eitel- oder lästerwort, zu verachtung gottes, freventlich und uppiglich gebrauchen würden. reichstagsabschied zu Trier u. Cöln von 1512, tit. 3, § 1; tröstung .. an eine person, welcher aus ungedult und zorn ein fluch oder lesterwort entfaren ist. Luther 8, 106ᵃ;
wer hort je sölche lesterwort?
trag. Joh. J 8ᵃ;
wer aber ein gut gewissen hat,
unschüldig ist der ubelthat,
dennoch bösz von sich reden hort,
lacht im herzen der lesterwort.
froschmäus. Nn 8ᵃ (3, 1, 1);
zum exempel (abschreckenden beispiel) böser zungen,
die nichts denn lesterwort auszschwungen.
Oo 4ᵇ (3, 1, 3);
bald secht euch nach dem lecker umb,
der uns gab solche lesterwort.
J. Ayrer 209ᵇ (1042, 2 Keller);
verfluchte lästerwort ohn grund.
Weckherlin 57.
in der unumgelauteten form lasterwort, wie schon mhd. (wb. 3, 809ᵃ): in den stellen ap. gesch. 6, 11 wir haben jn gehöret lesterwort reden wider Mosen, und wider gott, und 13 dieser mensch höret nicht auf zu reden lesterwort wider diese heilige stete und gesetz haben ältere fassungen beide male lasterwort, vergl. Bindseils bibel 6, s. 279; mit schmäh- und laster-worten umb sich werfen. pers. rosenth. 7, 20 (neben lästerworte ebenda).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1878), Bd. VI (1885), Sp. 264, Z. 44.

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Zitationshilfe
„lästerwort“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/l%C3%A4sterwort>, abgerufen am 08.12.2021.

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