Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

lästerzunge, f.

lästerzunge, f.
lästernde zunge: so dasz freunde und feinde von seiner lästerzunge gescholten werden. pers. baumg. 2, 17; inhaber einer solchen: damit ist nu das maul gestopft den zungenweschern und etlichen lesterzungen, die da geifern wider uns. Luther 6, 197ᵇ; man will unschuldige kleinigkeiten beobachtet haben, aus welchen lästerzungen ganze romane machen. Rabener 1, 195; wie sie itzt zischen, die lästerzungen! wie sie auf mich herabschielen, Genuas damen und mädchen! Schiller Fiesko 3, 3;
den frechen lügner trifft verwirrung, furcht und tod;
doch dieses beispiel schreckt nur wenig lästerzungen.
Hagedorn 2, 33;
ich singe nicht, durch stolz gedrungen,
für dich, mein deutsches vaterland,
ich fürchte jene lästerzungen,
die dich bis an den pol verbannt.
Lessing 1, 57;
wann dich die lästerzunge sticht,
so lasz dir diesz zum troste sagen:
die schlechtsten früchte sind es nicht,
woran die wespen nagen.
Bürger 77ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 2 (1878), Bd. VI (1885), Sp. 264, Z. 78.

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Zitationshilfe
„lästerzunge“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/l%C3%A4sterzunge>, abgerufen am 29.11.2021.

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