Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

lödlein, n.

lödlein, n.
kleiner loden, flocke von wolle, villum Frisch 1, 619ᵇ. die redensart lödlein eintragen (in etwas) geht davon aus, dasz flocken der groben wolle, aus der man loden webt, in die feine tuchwolle eingemischt werden, und bedeutet darum kniffe anwenden, betrügen, bevortheilen; sie hat sich bei den bergleuten erhalten: lodlein, oder lödlein eintragen, d. i. nach bergmännischer redensart, einen betrügen. bergwerks-lex. (1743) 369ᵃ; und weil jhr sach nicht gar gut war, tregt er lödlein ein und macht weitleuftig ding. Mathes. Sar. 21ᵇ; weil sie (die gegner der reformation) mit recht, iren büchern, trotz und gewalt nit können fort kommen, wöllen sie nun lödlein eintragen, und auf söhnliche und geferliche wege handlen, ob der verzug etwas bei irer faulen sachen thun wolte. Mathes. Luther 148ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1119, Z. 73.

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Zitationshilfe
„lödlein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/l%C3%B6dlein>, abgerufen am 02.12.2021.

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