Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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lohn, n. und m.

lohn, n. und m.
merces, praemium.
1)
ein gemeingermanisches wort: goth. altnord. laun, ahd. mhd. alts. lôn, ags. leán, fries. lân; durchweg mit der bedeutung des verdienstes oder der entschädigung für eine gethane arbeit, die aber wol auf der vorstellung der beute oder des jagdertrags erwachsen ist: denn das nächst verwandte kirchenslav. lovŭ heiszt ἄγρα, θήρα, venatio, ἁλιεία, piscatio, loviti θηρεύειν, venari Miklosich 342ᵃ. es theilt in den alten dialekten seine stelle mit miethe, goth. mizdô, ahd. miata, mhd. miete, alts. mêda, mieda, ags. mêd, fries. mide, mêde, in dem sinne, dasz das letztere wol mehr die entschädigung für ein ständiges dienstverhältnis, lohn die für einmaligen oder unregelmäszigen dienst bezeichnen will, welche letztere bedeutung ebenfalls zu gunsten der eben bemerkten vorstellungsentwickelung aufgefaszt werden kann. schon im mhd. aber verwischt sich der begriffsunterschied; noch mehr im nhd., wo miethe (s. d.) einen verengten und zum theil abliegenden sinn empfangen hat. Das geschlecht des wortes ist im goth. altnord. und im niederdeutschen sprachgebiete stets neutral; im oberdeutschen dagegen kommt neben dem genannten schon seit alter zeit das masculine auf, ohne dasz dadurch eine bedeutungsänderung hervor gerufen werde: ahd. kib in .. folleclichen lôn. Notker ps. 78 (Hattemer 2, 285ᵃ); argepan lîpes lôna (reddita vitae praemia). Murb. hymnen 21, 5, 4; mhd.
man gît uns von dem pfunde
niuwan vier pfenninge.
der lôn ist alze ringe
vür speise und vür cleider.
Iwein 6400;
nhd. so durchgedrungen, dasz die moderne sprache namentlich in der edleren bedeutung von lohn (unten no. 3. 4) fast nur noch das masculine geschlecht setzt. über den plural s. no. 2, d.
2)
lohn ist das was als beanspruchte oder festgesetzte gegenleistung für einen dienst, eine arbeit gegeben wird.
a)
so namentlich den dienstboten, hand- und feldarbeitern, handwerkern: keim steinmetzen, zimmergesellen noch tagloner sein lon .. verpieten (mit beschlag belegen). Tucher baumeisterb. 63, 4; so sullen si dem smide die atzung und daʒ lon geben. d. städtechron. 1, 171, 39; so bat he den fürsten, dat he jn machte etliche jair einen hirten syns fyesz (seines viehes), he dörft jm geinen loin geven. Ulensp. no. 91 s. 141 Lappenberg; stimme das lohn, das ich dir geben sol. 1 Mos. 30, 28 (variante den lohn); was nu (von den schafen) bunt und flecket fallen wird, das sol mein lohn sein. 32; hat er uns doch gehalten als die frembden, denn er hat uns verkauft, und unser lohn verzehret. 31, 15 (variante unsern lohn); wer dir erbeitet, dem gib bald seinen lohn, und halt niemand seinen verdienten lohn für. Tob. 4, 15; ein erbeiter ist seines lohns werd. Luc. 10, 7; rufe den erbeitern, und gib jhnen den lohn. Matth. 20, 8; ob diese (die alten herschaften) wol sehr geizig, fremd, verdrieszlich, und oft unersättlich sind, und über das besprochene lohn nicht die minste ergötzligkeit, oder liebe, einem erweisen: hat man doch nicht so viel arbeit .. als bei den jungen (worte eines dieners). A. Gryphius 1698 1, 845; fuhrleute, .. welche der kaufleute güter über land von einem ort zum andern um die bedungene fracht oder lohn verführen. Hübners handlungslex. (1722) 736; wie kann der heuermann seinen sohn dem landeigenthümer des jahrs für 8 oder 10 thaler lohn vermiethen. Möser patr. phant. 1, 106; ich verlange nichts, als für die sechs jahre meinen lohn (sagt der knecht). Hebel 2, 213;
die badeknechte kamen drât
und verdingeten iren lon,
als ich uͤch wol sagen kon,
an den burgern gemeine.
Liliencron hist. volksl. 1, nr. 40, 2041;
dem niedern, der ihm dient, begegnet er gerecht,
giebt gern ihm seinen lohn, und ehrt in seinem knecht
ein göttliches geschöpf.
Gellert 2, 38;
lohn mit dem genitiv dessen der arbeitet: es sol des taglöners lohn nicht bei dir bleiben, bis an den morgen. 3 Mos. 19, 13; so befilh nu, das man mir cedern aus Libanon hawe, und das deine knechte mit meinen knechten seien, und das lohn deiner knechte wil ich dir geben alles wie du sagest. 1 kön. 5, 6;
um wenig vortheil wird er (der geiz) schon
aus dir mit meineid sprechen;
dich zwingen, der arbeiter lohn
unmenschlich abzubrechen.
Gellert 2, 210;
vergl. dazu composita wie botenlohn, druckerlohn, färberlohn u. a.; ferner mit dem genitiv dessen der den lohn zahlt: der lohn dieses dienstherrn ist nicht so reichlich als jenes; mit dem genitiv der gemachten arbeit: der lohn der arbeit war gering; vergl. die zusammensetzungen arbeitslohn, dienstlohn, fährlohn, fuhrlohn u. a.; mit dem genitiv der zeit, in welcher gearbeitet wird: der lohn eines tages, einer woche, vgl. tagelohn, wochenlohn, monatslohn, jahrlohn. es heiszt zu lohne geben, gebühren: inen (den taglöhnern) sol der stat paumeister darumb zu lon geben .. neun pfenning ein tag. Tucher baumeisterb. 44, 33; auch zelt man inen den lone ietzundt in puchslein einem ieden sovil und im gepurt zu lone. 63, 2; ums lohn dienen, arbeiten: sampt allen die teiche umbs lohn machen. Jes. 19, 10; wer ums lohn dinge thut. Hippel 4, 101; sprichwörtlich: wie die arbeit, so der lohn;
böses gewerbe bringt bösen lohn.
Schiller Wallenst. lager, 10. auftr.
b)
bezüglich der leistungen anderer, der ärzte, advocaten, priester: und mügets (das hebeopfer) essen an allen steten, jr und ewre kinder, denn es ist ewr lohn fur ewr ampt in der hütten des stifts. 4 Mos. 18, 31; jre priester leren umb lon, und jre propheten warsagen umb geld. Micha 3, 11; da der wolf eins mals ein schaf geiziglich fras, bleib jm ein bein im halse uber zwerch stecken, davon er grosze not und angst hatte, und erbot sich gros lohn und geschenk zu geben, wer jm hülfe. da kam der kranich, .. und zog das bein eraus. da er aber das verheiszen lohn foddert, sprach der wolf, wiltu noch lohn haben. Luther 5, 272ᵃ; warum wolte ich (spricht der arzt) dessen koth nicht versuchen, der mir etliche hundert pistolen davor zu lohn gibet? Simpl. 1, 362 Kurz; ärzt, welche ein gar ungerechten lohn ausz übrigem verzug der gesundmachung nemmen. Schuppius 769; als sollen die fürsprachen ... die parte nicht am lohn übersetzen. verordn. des Hadler. landger. 1, 5;
weil mein weib sei jetzt weg von mir (sagt ein bauer zum pfarrer, der ihn getraut),
so werd in der einsegnung jhr
etwa auszglassen han ein wort,
das doch zum handel hat gehort.
ach lieber herr wenn ihrs wolt thon (noch einmal trauen),
will ich euch geben guten lohn.
Sandrub kurzweil (1618) 13;
von der beicht nimb ich keinen lohn (keinen beichtpfennig).
20;
bezüglich sonstiger dienstleistungen manigfacher art, für die ein entgelt gegeben wird: also glaubt jm (einem wallfahrer, der eine bestellung brachte) der gut einfaltig baur, gab jm seinen lon. Wickram rollw. 9, 28 Kurz;
und würfst du die krone selber hinein
und sprächst: wer mir bringet die kron,
er soll sie tragen und könig sein!
mich gelüstet nicht nach dem theuren lohn.
Schiller taucher v. 58;
und es messe der lohn streng an der mühe sich ab.
das glück v. 56;
er halte gnädiges geschenk für lohn.
Göthe 9, 155;
einem um lohn schmeicheln, loben, preisen;
du hast viel preis, und gläubst es sei der ehre sohn;
o nein! der heuchelei; man preiset dich ums lohn.
Logau 3, 161, 38;
der lohn für einen verrath, eine auslieferung; Juda ... hat erworben den acker umb den ungerechten lohn (seiner verrätherei). ap. gesch. 1, 18; in unzüchtigem sinne: das ist mein lohn, den mir meine bulen geben. hohel. 2, 12;
die beckin jhn empfieng gar schon,
neun goldgülden gab er jhr zlohn.
Sandrub kurzweil 101;
vgl. hurenlohn theil 4², 1963.
c)
der bedeutung a fällt zu die formel lohn und kost: einem dienstboten lohn und kost geben; einem herrn um lohn und kost dienen; und er in meinr erbeit gewest, do ich im lon und kost um gebin muste. Magdeb. blume 1, 135;
zu der arbeit haben sie (knechte und mägde) keinen lust,
achten nit wo der herr nimpt lon und kost.
Schade sat. u. pasqu. 1, 170, 573;
ferner jemanden lohn und brot geben, ihn in seinem dienste haben. Adelung; ebenso in jemandes lohn und brot stehen; von lohn und brot kommen, den dienst verlieren; einen von lohn und brot treiben, aus lohn und brot jagen.
d)
der plur. löhne, der sich schon mhd., und hier in dem freieren sinne unten 4 findet:
süeʒe lœne
in ir herzen schrîne
treit si (die geliebte) tougen,
die sint guot vür sende nôt.
minnes. 2, 30ᵇ Hagen,
ist in der modernen sprache nur in der bedeutung a gebräuchlich und seine verwendung scheint nicht einmal sehr alt zu sein; man sagt die löhne der arbeiter, der dienstboten auszahlen, erhöhen, herabsetzen; ein zuschlag von 10 pct. zu den tagelöhnen. Frankf. journal vom 27. juli 1871.
3)
lohn das, was gott den menschen, seinen knechten, für ihre werke zutheilt.
a)
für die guten werke: auch wird dein knecht durch sie (die furcht des herrn) erinnert, und wer sie helt, der hat gros lohn. ps. 19, 12; so jr liebet, die euch lieben, was werdet jr fur lohn haben? Matth. 5, 46; habt acht auf ewer almosen, das jr die nicht gebt fur den leuten, das jr von jnen gesehen werdet, jr habt anders keinen lohn bei ewerm vater im himel. Matth. 6, 1 (goth. aiþþau laun ni habaiþ fram attin izvaramma þamma in himinam, ahd. min odouuân lôn ni habêt mit iuuaremo fater, ther in himile ist); Abraham hat gott gegleubet, und das ist jm zur gerechtigkeit gerechnet. dem aber, der mit werken umbgehet, wird der lohn nicht aus gnade zugerechnet, sondern aus pflicht. Röm. 4, 4 (variante das lohn); sehet euch fur, das wir nicht verlieren, was wir ererbeitet haben, sondern vollen lohn empfahen. 2 Joh. 8; jr aber seid getrost und thut ewre hende nicht abe, denn ewer werk hat seinen lohn. 2 chron. 15, 7;
frag die religion.
in jener welt, spricht sie, vertheilt gott straf und lohn.
Gellert 2, 45;
er kämpft, und ist des lohns, den gott dem kampf beschieden,
ist seiner tugend sich bewuszt.
128;
ein beschenkter wünscht gottes lohn seinem wohlthäter:
(er kam) die schöne in empfang zu nehmen,
dem fremden ritter gottes lohn
zu wünschen.
Wieland 22, 123 (Oberon 3, 48);
gekürzte dankformel ist lohn von gott! (nämlich werde euch):
er ist aufs geben euch so eifersüchtig,
so neidisch! jedes 'lohn von gott', das in
der welt gesagt wird, zög er lieber ganz
allein.
Lessing 2, 240.
gott selbst kann lohn sein: fürchte dich nicht Abram, ich bin dein schilt, und dein seer groszer lohn. 1 Mos. 15, 1; die gerechten werden ewiglich leben, und der herr ist jr lohn. weish. Sal. 5, 16;
und wird sich einst mein ende nahn,
so nimm dich meiner herzlich an,
und sei durch Christum, deinen sohn,
mein schirm, mein schild und groszer lohn!
Gellert 2, 214.
b)
aber auch für die bösen werke, die strafe: das ist der lohn eines gottlosen menschen bei gott. Hiob 20, 29; er wird regnen lassen uber die gottlosen blitz, fewr und schwefel, und wird jnen ein wetter zu lohn geben. ps. 11, 6; und wird jm seinen lohn geben, mit den heuchlern, da wird sein heulen und zeenklappern. Matth. 24, 51; vgl. dazu unten no. 4, e.
4)
lohn, im gegensatz zu oben 2, die nicht geschäftsmäszig bedungene, vielmehr der sittlichen weltordnung gemäsze vergeltung, die unser thun und lassen auf erden trifft. in mehrfachen wendungen.
a)
namentlich die belohnung für bewährte gute eigenschaften, lohn der tugend, der treue, der demuth u. s. w.: die bewunderung, der beifall der welt sind nicht allezeit ein so zuverlässiger lohn der gelehrsamkeit. Gellert 5, 119;
der sieg, der lohn der stärke.
P. Fleming 139;
der süszen liebe milden lohn.
369;
dieses, was du nennest schmerzen,
ist der wahren liebe lohn.
490;
empfangt ein heirathsgut aus dem gemeinen schatze,
zum lohne der bescheidenheit.
Gellert 1, 90;
liesz endlich doch die zeit mein paar das glück genieszen,
das, wenns ein lohn der tugend ist,
sie durch beständigkeit zehnfach verdienet hatten.
188;
dir ist der härtre kampf gelungen.
nimm dieses kreuz. es ist der lohn
der demuth, die sich selbst bezwungen.
Schiller kampf mit d. drachen v. 299;
doch zuerst
verlangt es mich, das edle weib zu sehn,
der du den lohn der treue schuldigest.
Platen 221;
dafür auch lohn für etwas: der lohn für seine bescheidenheit, für seine enthaltsamkeit;
diesz ist des bräutgams lohn für seine hohe gaben.
Fleming 159;
ist das der lohn für meine treue?;
auch hier kann eine person lohn sein (wie oben 3, a):
dich soll ich wiedersehn, mein väterlicher freund!
und dich, mein alles! dich, ziel jeglichen bestrebens,
und aller leiden lohn, und seele meines lebens,
Alzire, dich!
Gotter 2, 367;
mit persönlichem genitiv:
er ist der welt zier hochgeehret,
der bösen straf, der guten lohn.
Weckherlin bei Opitz (1624) 197.
b)
in dem angeführten sinne mit adjectiven, groszer, schöner, reicher, köstlicher lohn u. ähnl.:
wohlan, wie dasz jhr dann so still hienieden sitzet,
und vor Teutschlandes ehr nit auch ein wenig schwitzet.
je weiter ist der weg, je reicher ist der lohn.
Zinkgref bei Opitz (1624) 162;
der helm, das feldt, die fahnen,
sind der verdiente lohn der ritterlichen ahnen.
Fleming 48;
durch die ehr und reichen lohn, kan die tapfrigkeit erwachen:
aber ehr und reicher lohn, kan die tapfrigkeit nicht machen.
Logau 2, 44, 67;
diesz dankt euch — eure ewigkeit
und ein erhabner lohn in eurem herzen.
Schiller die künstler v. 324;
mein lohn ist grosz, sobald ich theure wesen
manchmal ergötzt mit schnellverrauschten tönen:
mein lohn ist grosz, wenn mich die freunde lesen.
Platen 43;
wenn ich kühn
dich zu befrein versuche, so geschieht
es nicht aus liebevollem eigennutz.
dich zu entreiszen der entwürdigung,
ist lohns genug.
223;
auch schlechter, böser lohn: die welt gibt bösen lohn. Simrock sprichw. 628;
desz hat er wirklich schlechten lohn.
Göthe 41, 46.
c)
ebenso mit verben: lohn versprechen, suchen, geben, reichen, erringen, davon tragen; wer sich aber an seinen naturgaben nicht im stillen erfreuen kann, wer sich bei ausübung derselben nicht selbst seinen lohn dahin nimmt, sondern erst darauf wartet und hofft, dasz andere das geleistete anerkennen und es gehörig würdigen sollen, der findet sich in einer übeln lage. Göthe 26, 338;
ein jeder heldt hat schon sein lohn hinweg genommen.
Opitz 1, 217;
tugend ihren lohn behält.
Fleming 244;
disz ist das liecht
das euch den lohn verspricht
für eure treu,
ihr wolgepaarten zwei.
385;
Charlotte (die gattin) kömmt, und von Charlotten
läszt du dich gern der kinderspiele spotten,
und küssend giebt sie dir den lohn;
da streichelt dich, indem sie küszte,
als ob er auch mit lieben müszte,
auf ihrem arm der zarte sohn.
Gellert 2, 76;
du hast gehofft, dein lohn ist abgetragen,
dein glaube war dein zugewognes glück.
Schiller resignation;
du liebst, was willst du mehr? du suchst versagten lohn?
o suche nie die qual, und lieber liebe nie!
Platen 78;
den lohn der treue hast du halb errungen.
192;
zu lohn tragen, bekommen; durch lohn, mit lohn vergelten;
du hast gesiegt, und trägst zu lohn
ein allzeit unverwelkte kron.
P. Gerhard 57, 215;
die krone, siegesmann, bekömmest du zu lohne.
P. Fleming 49;
die wehrte helden-krone
hast du vor dein verdienst bekommen nun zu lohne,
in ihr prangst du vor gott.
133;
lasz die dornen stechen,
füsz und kleider brechen,
sie (die tugend) wird alles rechen
durch ihren lohn.
300;
nimm zum lohn des himmels segen.
Uhland ged. 263;
etwas ist, wird lohn u. ähnl.:
disz sind der tugend früchte.
der ruhm der wird dein lohn.
P. Fleming 48;
sein preisz der ist sein lohn.
75;
thu recht, gerechtigkeit! was wilst du an mein leben.
er (Christus) hat für mich an dich, mehr, als ich soll, gegeben,
dasz auch für meine schuld der himmel sei mein lohn.
555;
gibts in des lebens unermeszlichem gebiete,
gibts einen andern schönern lohn als dich?
Schiller der kampf.
d)
lohn, gegensatz von strafe:
der bei einer jungfer schläft, ist der strafe werth geacht:
aber der hat oftmals lohn, der bei einer jungfer wacht:
ist es billich? ja, man frag eine jungfer selbst davon;
gebt dem faulen spricht sie: (hört!) strafe; gebt dem wackren lohn.
Logau 1, 214, 91;
als noch des volkes tadel oder lob,
ein murren, ein erfreuliches geklatsch
sein ganzer lohn und seine strafe war.
Platen 168;
verbunden mit ruhm:
was dein bedürfnis heischt, diesz reizet seine triebe,
auch ohne ruhm und lohn, zu wahrer menschenliebe.
Gellert 2, 4;
im sprichwort: hohn für lohn, stank für dank. Simrock sprichw. 258; und ironisch: das ist der welt lohn!; undank ist der welt lohn; das ist der dank und lohn, den die eiferige lehrer und prediger von jhren undankbarn zuhörern davon bringen. Sandrub kurzweil 28;
so dreist sprach Zachariä sohn:
allein der kerker ward sein lohn.
Gellert 1, 167;
alles opfert ich hin, sprichst du, der menschheit zu helfen,
eitel war der erfolg, hasz und verfolgung der lohn.
Schiller an einen weltverbesserer;
(den mann) der sein freies gemüt in dem untersten kerker quält
hoffnungslos, und den lohn, der erhabenen tugend lohn
erntet.
Platen 120;
G. folgten unsre mutgen schaaren vor die thore meinem sohn?
Ph. allgesammt, wiewohl er ihnen nur den tod verhiesz als lohn.
232.
e)
häufig steht endlich lohn, und auch hier auf ironischem grunde, als die notwendige vergeltung für das gethane böse (vgl. dazu oben 3, b): gott hat sie (die sachen) an ein ort gesatzt, den jr in ewer rhetorica nicht findet, auch nicht in ewer philosophia, derselbe ort heiszt glaube, in welchem alle dinge stehen, die wir weder sehen noch begreifen können, wer dieselben wil sichtbar, scheinlich, und begreiflich machen, wie jr thut, der hat das herzeleid und heulen zu lohn. Luther 5, 41ᵃ; das ist der lohn unser reuber, und das erbe der, die das unser nemen. Jes. 17, 14; die sich an huren hengen werden wild, und kriegen motten und würme zu lohn. Sir. 19, 3; (sie haben) den lohn jres jrthumbs ... an jnen selbs empfangen. Röm. 1, 27; werden in jrem verderblichen wesen umbkomen, und den lohn der ungerechtigkeit davon bringen. 2 Petr. 2, 13; wer aus natürlicher schwermuth und furchtsamkeit die leiden seines körpers für selbstgemachte plagen und für den lohn seiner thorheit ansieht, da es doch folgen der beschaffenheit seiner schwachen natur, oder göttliche schickungen sind. Gellert 5, 25;
deszgleich verfüret jren man (Eva),
sünd, angst und not erb wir zuͦ lon.
Schwarzenberg 99ᵇ;
von Adam hab wir todes lon,
durch Christum werden wir erston.
151ᵈ;
seht den verdienten lohn der weichling und verrähter.
Zinkgref bei Opitz (1624) 222;
er hat nu seinen lohn gekriegt,
sein ganzes heer darnider liegt.
Opel u. Cohn 258, v. 5;
das ist das wolverdiente lohn
derer, die uns habn lang beschwert,
der christen länder all verheert.
v. 14;
gott, .. sei jetzund auch bei mir,
und führe diesen arm, damit der den tyrannen
sein lohn ertheilen mag.
Opitz 3, 82;
disz schwerd, das du itzund schon
hast auf deinen freund gezücket,
soll dem, der sich kaum drauf schicket,
geben seinen wahren lohn.
Fleming 480;
die sünder haben sold; sold haben auch soldaten;
der tod ist gleicher lohn auf jhre gleiche thaten.
Logau 1, 21, 65;
er sucht mich heim mit harter zucht,
das ist mein lohn, das ist die frucht
und nutzen meiner sünden.
P. Gerhard 134, 13 Gödeke;
ein guter, ehrlicher soldat,
der .. im trunke seinen wirth erschlagen,
ward itzt hinausgeführt, für seine missethat
den lohn durchs schwerdt davon zu tragen.
Gellert 1, 200;
du trägst der missethäter lohn,
und hattest nie gesündigt.
2, 131;
und wenn mein stündlein kommen nun —
der henker soll es holen —
so haben wir halt unsern lohn
und schmieren unsre sohlen.
Schiller räuber 4, 5;
der wütherich! der hat nun seinen lohn!
hats lang verdient ums volk von Unterwalden.
Tell 1, 1;
der räuber ist gefallen,
er hat den blutgen lohn.
Uhland ged. 203;
in weniger schroffem sinne:
was lieb ist, weisz ich nicht, doch schreib ich hier darvon.
was hilfts. unwissenheit ist meiner einfalt lohn.
Fleming 152.
5)
lohn, in der bedeutung der bloszen spende, ist vereinzelt:
ein hoher tempel ward erbaut
der benedeiten himmelsbraut,
die aller welt zu heil und lohn
geboren den erlauchten sohn.
Platen 60.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1132, Z. 12.

lohnen, verb.

lohnen, verb.
mit lohn versehen, ahd. alts. lônôn, mhd. lônen; ags. leánian, fries. lânia, altn. launa; nach den verschiedenen verwendungen des subst. lohn.
1)
nach lohn 2, einem arbeiter für einen dienst eine gegenleistung entrichten.
a)
altüblich ist die fügung mit persönlichem dativ und ursächlichem genitiv, einem eines dinges lohnen (vgl. nachher no. 2. 3): were ich bei Türken oder haiden, hett denen dermaszen gedienet, mir were meiner dienst anderst gelohnet. W. Pirkhaimer an den rath 1511 (zum andenken W. Pirkhaimers s. 9);
er sprach: so wirb eʒ, Rüedegêr,   als liep ich dir sî.
und sol ich Kriemhilde   geligen immer bî,
des wil ich dir lônen   sô ich beste kan.
Nib. 1091, 3;
statt des genitivs eine präposition: einem für etwas lohnen; ein abhängiger satz: sie .. lohnen dem goldschmide, das er einen gott draus mache. Jes. 46, 6; es steht auch nur der dativ der person: nim hin das kindlin, und seuge mirs, ich wil dir lohnen. 2 Mos. 2, 9;
zum sklaven sollt ich sagen, dingtet ihr
den sonst so freien, jetzt bedrängten mann.
ihr lohnt ihm zwar, doch immer noch versagt
ihr ihm dén lohn, den er verlangen darf.
Göthe 9, 307;
auch dieser ist unterdrückt: der tag, auf den man lonen soll. Tucher baumeisterb. 63, 20; dasz der eine dient, der andere lohnt. Kant 5, 385;
lohnen, doch den dienst entbehren, ..
dieses bringt die wirthschaft mite.
Logau 1, 65, 61 ('hauswesen').
b)
mit persönlichem accusativ, einen lohnen: darauf habe der vetter vorgeschlagen, sie solle es bei einer putzmacherin versuchen, die jetzt eben eine gehülfin brauche. man sei mit der frau einig geworden, sie gehe täglich so viele stunden hin, werde gut gelohnt. Göthe 24, 284;
nun soll ich zahlen, alle lohnen.
41, 14.
c)
mit einem sächlichen subject: der arbeiter sagt diese arbeit lohnt gut, die arbeit die ich früher machte, lohnte zu wenig; der dienst bei diesem herrn lohnt mäszig.
2)
lohnen (nach lohn 3), von dem was gott den menschen für ihre thaten zutheilt.
a)
für gute werke; mit persönlichem dativ: du lônôst iegelîchemo nâh sînen werchen. Notker ps. 61 (Hattemer 2, 210ᵃ; bei Luther bezalest einem jglichen, wie ers verdienet); der herr .. gebe einem jglichen nach seinen werken, und lohne jnen, wie sie es verdienet haben. Sir. 35, 24; gott hat mir gelohnet, das ich meine magd meinem manne gegeben habe. 1 Mos. 30, 18; in der alten sprache dazu mit ursächlichem genitiv:
got lône iu iuwer bouge,   sprach dô Ekewart.
Nib. 1575, 1,
was noch in der wunschformel gott lohne es euch! nachklingt, obschon es vom sprachgefühl nicht mehr als genitiv verstanden wird; gewöhnlich ist jetzt sächlicher accusativ zu persönlichem dativ: will die wohlgeneigte frau den meinen etwas gutes thun, so wird es der himmel lohnen. Freytag ahnen 5, 125;
gott lohn euch eure gutthat.
Schiller Tell 4, 1;
selten sächlicher dativ: solchen gottseligen thaten kann nur gott lohnen, und zwar in ewigkeit. Göthe 43, 286.
b)
für das böse (vgl. lohn 3, b); mit persönlichem dativ und ursächlichem genitiv:
gott wird ihm dessen lohnen fein,
das musz sein.
der wird die wurzel samt den stamm
ins teufels nam
wol werfen in die ewige flamme.
Opel u. Cohn 11, 33.
3)
lohnen (nach lohn 4) von der vergeltung für ein nicht dienstliches oder geschäftsmäsziges verfahren; eben auch in mehrfacher wendung.
a)
mit persönlichem subject und persönlichem dativ, einer lohnt einem: den wol verdienten lonen, praemia bene meritis tribuere Maaler 275ᵇ; thue ichs gerne, so wird mir gelohnet. 1 Cor. 9, 17;
mir half, zu bändgen deinen feind, das glück,
du lohntest mir, doch nimm den lohn zurück!
Platen 223;
der auch unterdrückt sein kann:
und kein tropfen des seelengifts
fleckt die palme, die uns lohnend die tugend wand!
Hölty 98 Halm;
und dazu früher mit ursächlichem genitiv:
sînes herren arbeit,
die er ie durch in geleit,
der lônder im dâ.
Iwein 6755;
ich sol der triwen lônen dir,
die dû hast erzeiget mir.
Barl. 19, 19;
was die moderne sprache nur in alterthümelnder rede noch kennt:
und der liederwerthen thaten wurden viel,
viel gethan, und mancher dank erstritten,
und sie (die frauen) lohnten desz der lieb und mir.
Wieland 18, 370,
weil hier (im gegensatz zum subst. lohn 4, a sp. 1134, welches die verbindung mit dem genitiv der sache noch immer liebt), gewöhnlicher die verbindung mit der präp. für oder mit abhängigem satz gebraucht wird: er hat ihm für seine anhänglichkeit nicht gelohnt; er weisz ihre wohnung; lasz dich von ihm führen, und lohn ihm bis an sein ende, dasz er dir den weg zu diesem kleinode zeigt. Göthe 8, 295.
b)
ebenso mit persönlichem dativ und angabe des mittels, einem mit, durch etwas lohnen:
er hât sô vil durch mich getân,
daʒ ich im gerne lônen wil
beidiu mit ernste und mit spil
swie er sîn geruochet.
Wigal. 225, 10;
sein weib, sein würdigs weib, erleichtert ihm die müh,
lohnt ihm mit zärtlichkeit, und er empfindet sie.
Gellert 2, 38;
er lohnt ihm mit der hand der schönen Cunigunde,
die ihm die grafschaft Mainz, als brautschatz, zugebracht.
Alxinger Doolin 1, 5;
du allein
vollbrachtest alles. sprich, wie lohn ich dir!
Schiller jungfrau 3, 4;
der könig sprach: ich lohne
dir nicht mit spiel und tand,
ich gebe dir meine krone
aus der schönsten königin hand.
Uhland ged. 233;
von personificationen:
du (rosenbusch) lohntest mir mit dufte.
Gotter 1, 261;
die mäszigkeit, die durch sich selbst uns lohnt.
412.
c)
mit persönlichem accusativ, einen lohnen:
dein vater liebte dich, und deine mutter! lohne
mit deinem leben sie und einer ehrenkrone!
Gleim 5, 278;
es lohnet mich heute
mit doppelter beute
ein gutes geschick.
Göthe 1, 42;
erwählst du mich,
so lohnst du weit mich über mein verdienst,
wo nicht, so lohnt ein blick des danks genug.
Platen 223.
d)
mit dem acc. der sache, die der grund des lohnens ist, und persönlichem dativ, einem etwas lohnen: werdet erst männer, dann werdet ihr weiber finden, die euren werth euch lohnen. Klinger 1, 485;
ihm ward .. schon oft die schönste that
durch worte nur gelohnt.
Gotter 1, 168;
dasz die unsterblichen dir diese wohlthat lohnen!
2, 43;
wie lohn ich dir so viele schöne thaten!
Gökingk 3, 118;
im gegensatz zu bezahlen, was den sinn von lohnen 1 ausdrückt: dasz ich meine zwölf stunden des tags seinen garten beschicke, .. das bezahlt mir der gnädige herr mit geld. aber dasz ich es mit freuden thue, weil ich es ihm thue, dasz ich des nachts davon träume, dasz es mich mit der morgensonne heraustreibt — das, mein fräulein, musz er mir mit seiner zufriedenheit lohnen. Schiller menschenfeind, 1. scene. der persönliche dativ fehlt:
hinter jenem berge wohnt
sie die meine liebe lohnt.
Göthe 3, 40;
etwas mit, durch etwas lohnen: erlauben sie, dasz ich ihre unzähligen sprüche (das mittheilen derselben) wenigstens mit einem lohne. Klinger 1, 482; man soll liebe durch treue lohnen;
desz herzens, das sich selbst nicht schont,
mit treue treue lohnt,
bin ich gewohnt.
Fleming 530;
gemäht ist die wiese, das lohn ich mit reichlicher spende.
Uhland ged. 239;
statt des acc. der sache selten ein dativ (vgl. oben 2 a. e.):
so lohnst du meiner liebe?
Schiller Phädra 1, 3.
e)
lohnen, mit dem sächlichen subject einer that oder eines verfahrens.
α)
absolut, ohne persönlichen dativ: wer darf sagen, dasz er an der freude verzweifle, solange noch arbeiten lohnen, und hoffnungen einschlagen? Schiller menschenfeind, 1. scene;
mein gott! was verträgt man nicht,
freuret, schwitzet, fastet, wachet, ..
bisz man etwas angewohnet,
das doch endlich wenig lohnet.
Fleming 298;
das lied, das aus der kehle dringt,
ist lohn, der reichlich lohnet.
Göthe 1, 179.
β)
mit persönlichem dativ, ein ding lohnt einem:
seiner güter schenkte man das beste,
seiner lämmer liebstes gab der hirt,
und der freudentaumel seiner gäste
lohnte dem erhabnen wirth.
Schiller götter Griechenlands, 1. bearb., v. 100;
diademe, purpur-zonen,
demant-ringe hab ich nicht:
hätte gleich, ihr voll zu lohnen,
schmuck, erkauft für millionen,
ein genügendes gewicht.
Bürger 72ᵃ;
brausender beifall lohnte dem redner.
γ)
mit persönlichem accusativ, ein ding lohnt einen: keiner, dessen hand nur irgend dabei (bei einem vertheidigungsbau) geschäftig gewesen, war so verächtlich und so klein, dasz er sich nicht einen theil der ehre zueignete, die den groszen urheber lohnte. Schiller 871ᵇ;
drum lohne dich der palmenkranz,
den Jesus dir verhiesz.
Hölty 186 Halm;
wer hohes muths sich rühmen kann,
den lohnt nicht gold, den lohnt gesang.
Bürger 36ᵃ.
δ)
mit sächlichem accusativ, ein ding lohnt die mühe, die arbeit u. s. w.: der acker lohnt den fleisz des landmanns durch doppelten ertrag;
was kostet unser fried? o wie viel ströme blut!
was kostet unser fried? o wie viel tonnen gut!
ergetzt er auch dafür und lohnt so viel veröden?
Logau 2, 51, 87;
der ruhm ist nur ein schöner traum!
wenn du ihn träumest, wird er kaum
die müdigkeit am morgen lohnen.
Gökingk 3, 144;
des vaters untergehende sonne lohnt
das neue tagewerk nicht mehr.
Schiller don Carlos 5, 9.
ε)
mit reflexivem dativ, ein ding lohnt sich: woher kömmt doch dem menschen dieses eigensinnige verharren auf dingen, die sich so schlecht lohnen? Klinger 11, 5;
und lohnt sich nicht rechtschaffenheit
durch achtung bei der welt, durch innern seelenfrieden?
Gotter 1, 252.
ζ)
häufig ist die formel etwas lohnt der mühe, wobei noch auf alte weise (vgl. oben 1 und 3, a) ein genitiv der ursache statt hat (der mühe = wegen der mühe, für die mühe), mit ihren varianten: die dienste der groszen sind gefährlich, und lohnen der mühe, des zwanges, der erniedrigung nicht, die sie kosten. Lessing 1, 592; der verfasser sei indesz, wer er wolle; so ist er doch der einzige, um den es mir der mühe lohnt, mit meinem krame ganz an den tag zu kommen. 12, 229;
hienieden lohnts der mühe nicht, zu zagen.
Platen 99;
lasest du nicht im Homerus, ich sei ein unsterbliches übel?
lohnt es der müh, mich nun zu behelligen wegen des flohstichs?
125;
dafür etwas lohnt die mühe: welche abweichung aber hier mit demonstrationen zu beweisen nicht die mühe lohnte. Göthe 53, 185;
allein, wann endlich schon die ehre
der weg zu der vergnügung wäre,
auch also lohnt sie nicht die müh.
Haller (1768) 17 (frühere lesart: der müh);
reflexiv, etwas lohnt sich der mühe: es lohnt sich der mühe nicht, dasz man davon redet. Schiller räuber 2, 3;
nun, sagen sie, ob ihn zu sehn der mühe sich lohnet?
Wieland 4, 31 (neuer Amadis 2, 12);
ha! (ruft sie laut genug, dasz hört wer ohren hat)
das lohnt sich auch der müh, dasz eine ganze stadt
um einen solchen bärenhäuter
so närrisch thut!
18, 137;
mit persönlichem subject: lohnen die damen der mühe? Klinger 1, 111. auch ohne genitiv, nur es lohnt: G. bleibt ihr noch lange? B. wenn ihr geht, lohnts einem hier nicht. Klinger theater 4, 120.
η)
ähnliche bildungen:
der raub
lohnt oft des athems nicht, den man um ihn verschwendet.
Gotter 1, 241;
raubt, was des raubes lohnt!
3, 501.
f)
lohnen in ironischem sinne (vgl. lohn 4, d a. e.), indem etwas rechtes oder gutes durch böses vergolten wird; in der oben angegebenen manigfaltigkeit der fügung: er aber erdappte einen prügel und wolte mir um meine waarsagung (dafür dasz ich die wahrheit gesagt hatte) lohnen. Simpl. 1, 431 Kurz; und du verdenkst es mir noch, dasz ich mich dafür lieber in die theologie werfe? freilich, wenn mir am ende die theologie eben so lohnt, als das theater! Lessing 12, 482; rühmt er sich seiner siege, so lohnt er seinen dienst durch schaale prahlerei. Klinger 2, 16; tugend, die man nur mit leeren worten lohnt. 390; die wenige geistesfreiheit, deren sie (die katholiken) genieszen, verdanken sie ihnen (den protestanten) doch, und sie lohnen es, wie menschen immer wohlthaten lohnen. 11, 93; ich habe dir übel gelohnt, Albert, und du vergibst mir. Göthe 16, 187; so hab ich es mit keinem gehalten, der mir mit undank lohnte. Schiller menschenfeind, 5. scene;
was hattest du an der (welt) für lust,
von welcher dir doch war bewust,
dasz sie für dein verschonen
dir schändlich würde lohnen?
P. Gerhard 257, 64 Gödeke;
und ich sollte mit niedrigem spott die frömmigkeit lohnen?
Klopstock 5, 361;
und tod von henkershand wird ihrer treue lohnen.
Gotter 2, 156;
nicht mit undank lohne mir.
Platen 326;
oder indem etwas böses die vergeltung des guten empfängt:
doch den auswurf von den ärgsten schelmen
lohnte sie, für seine heuchelkunst,
oft mit sternen, oft mit ritterhelmen,
und mit überschwang von fürstengunst.
Bürger 57ᵃ.
g)
lohnen endlich für die gerechte vergeltung des bösen (vgl. lohn 4, e): indem er .. vermeinte, dasz er den dieb zu wenig gelohnet (nicht genug gezüchtigt). Olearius pers. reise b. 4, cap. 42; den Heribald lohnten sie mit faustschlägen, dasz er betrübt hinweg schlich. Scheffel Ekkeh. 173. vgl. ablohnen, auslohnen, belohnen, verlohnen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1137, Z. 47.

löhnen, verb.

löhnen, verb.
lohn geben; eine vom vorigen unterschiedene bildung vom subst. lohn, die ein ahd. lônjan lônan voraussetzt und mhd. als lœnen vorhanden ist. in der bedeutung von lohnen 1, und als transitives verbum zunächst mit acc. der person: wenn man in (den arbeiter) dann löne. Tucher baumeisterb. 63, 12; es hing von dem bischofe ab, so viel lehn- und dienstleute anzunehmen, als er löhnen konnte. Möser osn. gesch. 2, 145; als wächter wurde immer ein alter kriegsmann gelöhnt. Arnim kronenw. 1, 12; mit dem dat. der person: auch sullen sie sweren, das sie den knechten, die für sie geen auf dem walde, lönen von irem gelt also, das sie sust von dem walde keinen nutz haben. Nürnb. pol.-ordn. 304.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1880), Bd. VI (1885), Sp. 1141, Z. 1.

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Zitationshilfe
„löhnen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/l%C3%B6hnen>, abgerufen am 25.10.2021.

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