Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

lüftchen, n.

lüftchen n
diminutiv zu luft in der bedeutung 1, leiser, schwacher wind, leiser luftzug: das anwehen eines rauhen lüftchens fällt den zarten wangen eines .. mädchens .. empfindlicher, als das anprallen des schärfsten nordwindes der ledernen haut eines abgehärteten kriegsmannes. Wieland 34, 259; alles war so still um ihn, kein lüftchen regte sich. Göthe 17, 142; schlaff hangen (bei der windstille) die segel herab, verzweiflungsvoll schauen alle blicke zu ihnen hinauf, ob nicht ein frisches lüftchen sie endlich schwellen wolle. Immermann Münchh. 1, 36;
die brust mit flohr bedeckt,
der jedem lüftchen wich,
das säuselnd ihn durchstrich.
Lessing 1, 57;
damit man das lispeln
des lüftchens im laube
vernehme!
Göthe 57, 240;
das lüftchen mit der rose spielt.
Uhland ged. 23;
kein lüftchen spielt mir um die wangen.
43;
im plur.: die mutter trägt den säugling
hinab in wehende lüftchen.
Stolberg 1, 347;
mit dem helmbusch spielen lüftchen.
Uhland 264;
in die bedeutung winde übergreifend:
da ist ein plätzchen, da wächst kein gras;
das wird vom thau und vom regen nicht nasz;
da wehen die lüftchen so schaurig.
Bürger 60ᵇ;
in bildern: jedes sanfte, lindernde, ihm von den wissenschaften oder menschen geschenkte warme lüftchen .. wurde für ihn ein scharfer nord. J. Paul Tit. 3, 137;
doch vermasz sich
manches wunsches der thor, und spannte segel
manchem lüftchen täuschender hoffnung.
Stolberg 2, 69.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1248, Z. 59.

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