Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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lüftung, f.

lüftung, f.
ventilatio, laxatio, laxamentum. Steinbach 1, 1083: es kunte ja jener reiche schlämmer in der höllenqual, nicht einmal so viel luftung haben, dasz er seine matte zunge zu kühlen, ein tröpflein wassers überkommen hätte. Simpl. 1 (1713), 301, vgl. dazu luft 1, b gegen ende, sp. 1238; die lüftung des zimmers, des hauses (vgl. auch durchlüftung); die lüftung der kleidung, der uniform; da ich bei einer zufälligen lüftung des halstuches in der untern gegend des kinnbackens einige beträchtliche narben erblickte. Seume spazierg. 1, 70; in örtlichem sinne, loch für die lüftung, kamin:
hier wird eine graunvolle kluft, des entsetzlichen Pluton
lüftung, gezeigt.
Stolberg 8, 178,
hic specus horrendum, saevi spiracula Ditis,
monstratur.
Virg. Aen. 7, 568;
nachlassung, erlaubnis, freiheit (vergl. lüften 6 sp. 1250): nachdem aber durch vil personen sollich gesetze mit und durch manigerlay grüplung überfaren, seindt unser herren vom rate ausz guten ursachen bewegt, sollichem gesetze ein zimlich und leidenliche luftung zu thun. Nürnb. pol.-ordn. 99; so stet darinnen: das kein paumeister nichtz hinleihen soll von gelt noch anderem der stat zeug ... des pegert dann ein paumeister lüftung, dann man zu zeiten der stat walthawer, auch auf pflasterstein, auf kalk und sust etlichen werkleuten auf ir arbeit gelt leihen (kann). Tucher baumeisterb. 239, 22; so sucht er durch diesen compromisz noch ein länger lüftung, die ihm doch nicht hilft. Ayrer proc. 3, 2; befreiung:
durchleuchtigster keiser, in der flucht
der burgermeister lüftung sucht,
den haben wir erjagt und gfangen.
J. Ayrer 89ᵃ (452, 30 Keller).
an einer windmühle heiszt lüftung der balken, worauf der steg des mühleisens liegt, welcher in einem geräumigen zapfenloche senkrecht erhöht werden kann. Jacobsson 2, 645ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1264, Z. 29.

verlüftung, f.

verlüftung, f.
eigentlich zulassung der luft zu etwas, das bisher der luft abgesperrt war. Wieland gebraucht es für vergeistigung, zustand, in dem man das körperliche nicht mehr bemerkt (von der selbstverbrennung des Peregr. Proteus gesagt): ich habe dir noch so viel sonderbare dinge bis zu dem augenblicke meiner verlüftung zu erzählen. 27, 129; vor meiner verlüftung zu Harpine war so viel unbefangenheit bey mir unmöglich. 28, 193.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 5 (1893), Bd. XII,I (1956), Sp. 825, Z. 73.

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Zitationshilfe
„lüftung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/l%C3%BCftung>.

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