Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

lügenstrafen, verb.

lügenstrafen, verb.,
zusammenrückung der formel der lügen strafen sp. 1268: luginstrofet ein man einen. Magdeb. blume 1, 72; roufit ein man den anderen odir luginstrofit er in. 2, 2, 224; sehr oft bei Luther: gott redet nicht wider sich selb, lügenstraft auch seinen mund nicht. 2, 138ᵇ; so lestern sie gott und lügenstrafen den heiligen geist. 3, 340ᵇ; zweivelstu aber, so lügenstrafestu gott. 5, 232ᵇ; ich lügenstrafe jn ja nicht allein. 6, 9ᵇ; sol sie (die welt) ... jr eigen lestermaul lügenstrafen und verdammen. 62ᵃ; und lügenstraft hie unternander der knecht den herrn und der herr den knecht. 8, 223ᵃ; die jn vor den leuten verleugnen und lügenstrafen. tischr. 359ᵃ; das part. der vergangenheit ist gelügenstraft und lügengestraft: wer gott in einem wort lügenstraft und lestert, oder spricht, es sei gering ding, das er gelestert und gelügenstraft wird, der lestert den ganzen gott. 3, 341ᵃ; so hat sie auch gott bereit an, in solchem rhümen, lügengestraft. 5, 279ᵃ; so mus ja das auch sich selbs lügengestraft heiszen. 291ᵃ. — Seltener bei andern und späteren: wenn aber jemand berüchtigt ist mit lugen, der er sich befleiszt, und wir wöllen jn höflich lügenstrafen, sagen wir, er geb einen bösen zygeuner, künte nit warsagen. Agr. spr. 204ᵃ; wenn sie (die worte) sich mit den werken selbst lügenstrafen. Butschky Patm. 306. vgl. lügstrafen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1282, Z. 61.

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Zitationshilfe
„lügenstrafen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/l%C3%BCgenstrafen>, abgerufen am 14.08.2020.

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