Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

lümpchen, n.

lümpchen, n.
1)
kleiner lumpen, zerrissenes stückchen zeug: ein kleines mägdlein von höchstens sechs wochen streckte ihm aus den lümpchen, womit der arme wurm kümmerlich bekleidet war, wie hülfeflehend die ärmchen entgegen. Immermann Münchh. 1, 65; verächtlich für kleidung, putz: wir haben ohne dem so böse nachbarn, die uns unser biszgen nahrung nicht gönnen, und werfen meiner tochter immer ihre lümpgen vor. causenmacher 63; schles. lümpelchen für schlechte wäsche:
nu keene milch nich meh, kee brut (brot), kee lümpelchen wäsche,
sie mit dam kindel alleene und är keene nacht nich darheeme!
Holtei schles. ged. (1874) 70.
2)
kleiner lump, armseliges menschlein: irgend ein vornehmes lümpchen oder vicelümpchen mit bunten bändchen auf dem abgeschabten röckchen. H. Heine 3, 18; auch die südfranzösischen eisenbahnen ... machen gute geschäfte, und wer gestern noch ein armes lümpchen. war, ist heute schon ein reicher lump. 10, 99.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1881), Bd. VI (1885), Sp. 1293, Z. 5.

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Zitationshilfe
„lümpchen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/l%C3%BCmpchen>, abgerufen am 18.06.2021.

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