Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

lagerobst, n.

lagerobst, n.
obst welches einen winter hindurch aufbewahrt wird. bildlich: ich schicke solch exemplar darumb hinein, dasz sie bald sollten fertig werden, da machen sie mir ein lagerobs draus. Luther br. 4, 133; es thut uns wohl, da die leiden so viel platz in unserer erinnerung einnehmen, dasz dieses herbe lagerobst milde wird durch liegen, und dasz ein geringer unterschied ist zwischen einem vergangnen schmerz und einer jetzigen lust. J. Paul Hesp. 2, 105; eben so fodr ich von einem jünglinge erst intoleranz, dann nach einigen jahren toleranz, jene als die steinige, saure, harte frucht eines kräftigen jungen herzens, diese als das weiche lagerobst eines ältern kopfes. Tit. 1, 157. sprichwörtlich: ein bös lägerobs ists um schöne jungfrawen. Petr. 2ᵇ; jungfernfleisch ist kein lagerobst. Simrock sprichw. s. 282.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1877), Bd. VI (1885), Sp. 70, Z. 71.

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Zitationshilfe
„lagerobst“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lagerobst>, abgerufen am 04.07.2020.

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