Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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lampe, m.

lampe, m.
der name des hasen in der thierfabel (vergl. J. Grimm Reinh. fuchs clxix. ccxlvi), auch als appellativ verwendet
man sucht ihn allerends herumb in kleinen büschen,
ob der verzagte lamp allda will rauszer wischen.
D. v. d. Werder Ariost 12, 83, 6.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1877), Bd. VI (1885), Sp. 88, Z. 7.

lampe, f.

lampe, f.
lampas. das wort erscheint im mhd. in doppelter gestalt; einmal in der endung dem griech.-lat. näher stehend, und nur einer veränderung des mittellateinischen, welches das wort auszer als lampas auch in der form lampada verwendet (Dief. 316ᶜ. nov. gloss. 227ᵇ), angeschlossen, als lampâde:
uns ist des oleies gebrosten,
unser lampâden sint gar verloschen.
spiel v. d. zehen jungfrauen in der Germ. 10, 320, 158;
dann aber und häufiger in der gekürzten form lampe, in welcher das wort auch im franz. seit dem 12. jahrh. belegt ist (Littré 2, 243ᵃ): daʒ öl, daʒ dâ von kümt (von der buche), daʒ ist gar lauter und ist guot ze prennen in den lampen. Megenb. 323, 31;
dô man die lampen hæte gar
enzündet unde enbrennet.
K. v. Würzburg Pantaleon 1214;
und welche einzig das mittelalter überdauert: lampas lampe, lampel Dief. 316ᶜ; lampen, lampas vel lampada, est lucerna in vitro. voc. inc. theut. m 1ᵃ; die leuchter mit jren lampen von lauterm gold, das sie brenten fur dem chor, wie sichs gebürt; und die blumen an den lampen, und die schnauzen waren gülden. 2 chron. 4, 20. 21; ein schön weib das from bleibt, ist wie die helle lampen auf dem heiligen leuchter. Sir. 26, 22. es gibt hängende lampen, hängelampen und stehende lampen, stelllampen; die lampe wird angezündet, leuchtet, schimmert, brennt, kohlt, qualmt, glimmt, raucht, wird gelöscht, erlischt: und Aaron soll .. reuchern gut reuchwerg, alle morgen, wenn er die lampen zuricht, desselben gleichen, wenn er die lampen anzündet zwisschen abends. 2 Mos. 30, 7; gebt uns von ewrem ole, denn unsre lampen verlesschen. Matth. 25, 8;
in Myrtills zerfallner hütte
schimmerte die lampe noch.
lied von Schlotterbeck;
wenn in unsrer engen zelle
die lampe freundlich wieder brennt.
Göthe 12, 64;
seit wochen weckte sie der lampe schein.
A. v. Droste-Hülshoff ged. (1873) 97;
wie zitterten durch das grüne revier
buntfarbige lampen und schleier!
133;
die ewige lampe, in der katholischen kirche, wie das ewige licht. In einer reihe von bildern: eine arbeit riecht nach der lampe, man merkt dasz sie das ergebnis angestrengter nachtarbeit ist; der trinker gieszt öl auf die lampe, einen auf die lampe nehmen, einen schluck trinken;
echter wein ist echtes öl
zur verstandeslampe.
Bürger 50ᵇ,
nach dem verse des archipoeta:
poculis accenditur animi lucerna;
von gottes wort:
dein wort als eine lamp und liecht.
Weckherlin 272;
ein schauspieler tritt vor die lampen, auf die bühne. lampen heiszen auch eine gattung schnecken, patellae, napfschnecken; ebenso die lampe helix lapicida, die scharfgewundene braunbunte nabelschnecke. Nemnich.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1877), Bd. VI (1885), Sp. 88, Z. 12.

lampen, verb.

lampen, verb.
schlaff hängen: dasz ich weidwund ward und mir das krösz herausz lampt. finkenritter A 6ᵃ; wo auch sonst an einem andern theil desz leibes ein groszer schlempen (wie ich es nenne) heraber lampet, welches von mir ein schlempwunden geheiszen wirdt. F. Würz pract. d. wundarzn. 8; macht auch die lampende brüst wieder hart. Tabernaem. 1281; dasz das tuch bei faulem dunkelm und nassem wetter blüter, lidweicher und lampender oder linder werde. Thurneiszer von wassern 225; es werden gar leicht von auszen her zufallenden widerwärtigkeiten die gewächse welk und lampend. Muralt eidg. lustg. 54; flaccidus lampend, lampächtig Dief. 237ᶜ. lampen ist naher verwandter zu dem sp. 55 aufgeführten vornehmlich niederdeutschen laff flaccidus, von dessen stammform es wesentlich nur der eingeschobene nasal und die durch diesen bedingte andere lautstufe der labialis trennt. das verbum ist zumal oberdeutsch: schweiz. lampen hängen, welken, sich schlaff bewegen Stalder 2, 154; in Appenzell lampa schlaff herabhängen Tobler 290ᵇ; bair. lampen dependere mobiliter prompt. von 1618 bei Schm. 1, 1474 Fromm.; auch hess. lampen nachlassen, nachlässig sein Vilmar 235; hat aber eine auch weit durch Mitteldeutschland gehende sippe, in welcher der ursprüngliche begriff des schlaffen manigfach modificiert erscheint: schweiz. lämpi liederlicher, nachlässiger mensch, der lämpen der lappen, abgerissenes stück von einem ganzen, wampe beim rindvieh; bair. die lampen, zitzen an der weiberbrust, auch wol am euter eines schweines, und daher lampen an der mutterbrust trinken; lampel, einfältiger tropf; in Nürnberg heiszt lampel der covent, in Meiszen lampfel ein bier, welches besser als covent und schlechter als tischbier, oder ein gemisch von halbbier und covent ist. Jacobsson 6, 409ᵇ. 2, 554ᵃ; vgl. ferner unten lampicht. verbreitet ist namentlich die iterativbildung lampeln (s. oben): nassauisch lampeln, langsam, nachlässig einhergehen, schlecht, nachlässig arbeiten, auch lämpeln Kehrein 254; schweiz. gilt dafür das assimilierte lämmelen ein bischen schlumpen (neben unassimiliertem lämpelen sehr schlumpen), welche assimilation wieder das nassauische in lammel, person die nachlässig umhergeht und die kleider gleichsam nachschleift, und das oberhess. lammel der beschmutzte untere rand des weiberrockes, belammeln den rock am untern ende beschmutzen, zeigen. nächst verwandt mit lampeln ist lampern, das in belampern (theil 1, 1435) auch den sinn hat sich beschmutzen, sonst aber auch den sinn plaudern, schwätzen entwickelt, wol aus der vorstellung des müszig oder faul seins heraus: bair. lämpern plaudern Schm. 1, 1474 Fromm.; ich will auf die seite treten, damit der narr nicht etwa drinne was her lampere. causenmacher 105; auch hierzu die assimilierte form lämmern, nicht nur in belämmern beschmutzen (vgl. belemmern theil 1, 1445), sondern auch als einfaches verbum, düringisch in der bedeutung nach etwas verlangen, begierde haben nach einem guten essen das man sieht oder von dem man hört, dann auch einem verlangend folgen, wohinter die sinnliche vorstellung der verlangend aushängenden zunge steht. Stieler 749 verzeichnet lämmern als placide ire, suspenso gradu incedere, nachlämmern, lente, molliter et sedato nisu aliquem sequi, wie die schafe nachlämmern, womit leicht das von ihm seiner bedeutung nach misverstandene düringische wort gemeint sein kann. Die weiteren verwandten der wortfamilie, das unnasalierte lappen und die nasalformen lumpen, lumpicht u. s. w. werden an alphabetischer stelle behandelt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1877), Bd. VI (1885), Sp. 88, Z. 69.

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Zitationshilfe
„lampen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lampen>, abgerufen am 29.07.2021.

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