Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

landrath, m.

landrath, m.
1)
beratung der vertreter eines landes: Siegfried hält heunt noch landrath. Fr. Müller 3, 9; der sitzt beim landrath drin. 13; der landrath dauert so lang drinnen. 21.
2)
collegium der vertreter eines landes oder einer landschaft: die von Elis wollten auch lieber durch sich selbs, denn durch die Römer, dem gemeinen landrath (concilium) zugeordnet werden. Rihel Liv. 544; eine allgemeine italische form läszt sich in der des landraths erwarten. Niebuhr 2, 29 (vom latin. bunde). in Baiern ist der landrath die gesamtheit der vertreter eines kreises; im schweizerischen canton Baselland die oberste gesetzgebende behörde.
3)
landrath, der einzelne in einem solchen collegium, vertreter eines landes, einer landschaft: als landrath wuszte er (ein edelmann) vom zustand und den angelegenheiten der provinz sehr treffende .. rechenschaft zu geben. Göthe 31, 240; alle hoffnungen, welche etwa auf zustimmung zu verfassungsänderungen durch die landräthe (delegirte der ritterschaft) gebaut sein sollten, sind zu wasser geworden. Frankf. journ. vom 15. nov. 1871 (aus Meklenburg-Schwerin);
unten, der thüre zunächst, als leztverstorbenes mitglied
sizt des junkers papa, der landrath, welcher noch umgeht
nachts im dorf.
Voss 2, 41.
4)
in Preuszen ist landrath der oberste verwaltungsbeamte eines kreises.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1877), Bd. VI (1885), Sp. 127, Z. 16.

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Zitationshilfe
„landrath“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/landrath>, abgerufen am 04.08.2020.

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