Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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landsasse, landsässe, m.

landsasse, landsässe, m.,
mhd. lant-sæʒe, alts. landsêtio, ags. landsæta.
1)
im allgemeinen sinne ein in einem lande angesessener, vollbürger eines landes: doch wollen wir euch, als unserm landsässen, umb des gemeinen verwantnis des vaterlands willen, .. auch dis nicht verhalten. herzog Friedrich v. Sachsen an dr. Deitleben, bei Luther 1, 223ᵃ; David der sahe vielmal durch die finger, wo er nicht kund strafen, on der andern schaden, also mus alle oberkeit thun, es mus auch widerumb ein landsasz etwas leiden umb der gemeine willen. Luther 1, 492ᵃ; in der formel bürger und landsasse: das jr auch für der welt unschüldiglich leidet, nicht als böse, ungehorsame bürger oder landsessen, sondern habt euch redlich und ehrlich gegen ewer weltlichen oberkeit und nachbarn gehalten. 6, 13ᵃ; darinn wir ewig wonen sollen, als himlische bürger und landsassen. Mathes. Sar. 53ᵃ; ein unterthaner und landsasse. Schweinichen 2, 18. — Auch nur einwohner eines landes: welcher nam bei den landsessen bliben. Reiszner Jerus. 2, 162ᵃ.
2)
der allgemeine begriff wird mehrfach verengt.
a)
landsasse, mitglied der ritterschaft eines landes:
der was ein edeler barûn,
des küneges lantsæʒe,
sîn oberster truhsæʒe,
und was geheiʒen Mariodô.
Trist. 338, 29;
das ich mich für herzog Georgen zu Sachsen auch so demütiget .. kam auch daher, das grosze feine leute seiner landsessen mein gewissen erseuften mit groszen fuddern vol vertröstung. Luther 3, 333ᵃ; e. g. (die grafen und ritterschaft des kurfürstenth. Brandenburg werden angeredet) sinds auch schüldig, weil das ergernis dem ganzen lande schande und schaden thut, als die trewen landsessen und des churfürstenthums glieder und verwandten, trewen raht und vermanung dazu zu thun. 5, 267ᵃ.
b)
der nicht nur mit acker, sondern auch mit gröszeren und eigenen gütern angesessene. landsassen werden auch diejenigen genannt, die sonst schriftsassen heiszen, das ist, die keine unterobrigkeit zum richter haben, sondern den landesherrn selbst und dessen canzlei. Frisch 1, 570ᵇ; die Cherusker, Bruckterer und Angrivarier waren keine reichs-, land-, schrift-, amt-, frei-, unter-, hinter-, kott-, berg-, oder holsassen, sondern sassen überhaupt im gegensatz von jenen sub Suevorum imperio befangenen völkern. Möser osnabr. gesch. 1, 139.
c)
ein bauer, frei oder zinspflichtig: sechzehen von adel, sechs und zwainzig burger und sechszig der eltisten und pesten landsäszen aus der paurschaft. Schm. 2, 332 Fromm. (kundschaft von 1442);
man sicht ietz herren und prelaten
sollich grosz ungewonlich taten
die sie tuond irn armen lüten ...
mit vallen und och mit lassen:
allen iren lantsassen
nemend si nach irem abgang
ligends und varends durch den bank.
teufels netz 7463.
vgl. auch lanste.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1877), Bd. VI (1885), Sp. 130, Z. 7.

landsasse, landsässe, m.

landsasse, landsässe, m.,
mhd. lant-sæʒe, alts. landsêtio, ags. landsæta.
1)
im allgemeinen sinne ein in einem lande angesessener, vollbürger eines landes: doch wollen wir euch, als unserm landsässen, umb des gemeinen verwantnis des vaterlands willen, .. auch dis nicht verhalten. herzog Friedrich v. Sachsen an dr. Deitleben, bei Luther 1, 223ᵃ; David der sahe vielmal durch die finger, wo er nicht kund strafen, on der andern schaden, also mus alle oberkeit thun, es mus auch widerumb ein landsasz etwas leiden umb der gemeine willen. Luther 1, 492ᵃ; in der formel bürger und landsasse: das jr auch für der welt unschüldiglich leidet, nicht als böse, ungehorsame bürger oder landsessen, sondern habt euch redlich und ehrlich gegen ewer weltlichen oberkeit und nachbarn gehalten. 6, 13ᵃ; darinn wir ewig wonen sollen, als himlische bürger und landsassen. Mathes. Sar. 53ᵃ; ein unterthaner und landsasse. Schweinichen 2, 18. — Auch nur einwohner eines landes: welcher nam bei den landsessen bliben. Reiszner Jerus. 2, 162ᵃ.
2)
der allgemeine begriff wird mehrfach verengt.
a)
landsasse, mitglied der ritterschaft eines landes:
der was ein edeler barûn,
des küneges lantsæʒe,
sîn oberster truhsæʒe,
und was geheiʒen Mariodô.
Trist. 338, 29;
das ich mich für herzog Georgen zu Sachsen auch so demütiget .. kam auch daher, das grosze feine leute seiner landsessen mein gewissen erseuften mit groszen fuddern vol vertröstung. Luther 3, 333ᵃ; e. g. (die grafen und ritterschaft des kurfürstenth. Brandenburg werden angeredet) sinds auch schüldig, weil das ergernis dem ganzen lande schande und schaden thut, als die trewen landsessen und des churfürstenthums glieder und verwandten, trewen raht und vermanung dazu zu thun. 5, 267ᵃ.
b)
der nicht nur mit acker, sondern auch mit gröszeren und eigenen gütern angesessene. landsassen werden auch diejenigen genannt, die sonst schriftsassen heiszen, das ist, die keine unterobrigkeit zum richter haben, sondern den landesherrn selbst und dessen canzlei. Frisch 1, 570ᵇ; die Cherusker, Bruckterer und Angrivarier waren keine reichs-, land-, schrift-, amt-, frei-, unter-, hinter-, kott-, berg-, oder holsassen, sondern sassen überhaupt im gegensatz von jenen sub Suevorum imperio befangenen völkern. Möser osnabr. gesch. 1, 139.
c)
ein bauer, frei oder zinspflichtig: sechzehen von adel, sechs und zwainzig burger und sechszig der eltisten und pesten landsäszen aus der paurschaft. Schm. 2, 332 Fromm. (kundschaft von 1442);
man sicht ietz herren und prelaten
sollich grosz ungewonlich taten
die sie tuond irn armen lüten ...
mit vallen und och mit lassen:
allen iren lantsassen
nemend si nach irem abgang
ligends und varends durch den bank.
teufels netz 7463.
vgl. auch lanste.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1877), Bd. VI (1885), Sp. 130, Z. 7.

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Zitationshilfe
„landsässe“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/lands%C3%A4sse>, abgerufen am 11.08.2020.

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